Bayern startet umfassende Offensive für mehr digitale Balance bei Kindern und Jugendlichen

17.6.2026 - | Bayerische Staatsregierung

Neue Agenda stärkt Medienkompetenz, unterstützt Eltern und schafft klare Leitplanken im digitalen Alltag

Kinder und Jugendliche wachsen heute überwiegend mit Smartphones, Messenger-Diensten und sozialen Medien auf. Digitale Medien eröffnen enorme Chancen für Bildung, Kommunikation und gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig zeigen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse immer deutlicher die Risiken einer übermäßigen Nutzung – von Konzentrationsproblemen über psychische Belastungen bis hin zu erheblichen gesundheitlichen Schäden.

Deshalb setzt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit der neuen Agenda „Digitale Balance im Alltag von Schülerinnen und Schülern“ auf eine umfassende Offensive für einen gesunden, reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Diese geht Hand in Hand mit der Bayerischen Präventionsstrategie gegen problematische digitale Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Kultusministerin Anna Stolz: „Digitale Medien gehören heute selbstverständlich zum Alltag junger Menschen. Deshalb dürfen wir Kinder und Jugendliche mit den Herausforderungen der digitalen Welt nicht allein lassen. Mit unserer Agenda gehen wir in die Offensive und spannen einen Schutzschirm für unsere jungen Leute auf: Wir stärken die Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler, unterstützen Eltern mit konkreter Orientierung und schaffen klare Leitplanken dort, wo Schutz notwendig ist. Unser Ansatz ist klar: stärken, sensibilisieren und schützen. Wir wollen junge Menschen stark machen für eine digitale Welt voller Chancen – und sie gleichzeitig vor den Risiken einer übermäßigen Nutzung schützen.“

Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Mit unserer Bayerischen Präventionsstrategie gegen problematische digitale Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen ergänzen wir die neue Agenda der Staatsregierung. Damit wollen wir die mentale Gesundheit junger Menschen in Bezug auf Medienkonsum fördern und riskanten Verhaltensweisen vorbeugen. Denn die gesundheitlichen Risiken sind bereits heute erkennbar: Kinder und Jugendliche mit einem übermäßigen Konsum insbesondere von sozialen Medien leiden häufiger unter Symptomen wie depressiven Stimmungen, Schlafstörungen oder Einsamkeit.“

Gerlach ergänzte: „ Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir Kinder und Jugendliche zu einem verantwortungsvollen und gesunden Umgang mit digitalen Medien befähigen. Gleichzeitig sollen Eltern und Schulen bei der Medienerziehung unterstützt werden. Dabei setzen wir bereits früh an und wenden uns schon an werdende Eltern. Denn d igitale Medien sind meist von Anfang an Bestandteil des Familienalltags. Das kann sich auf Kinder auswirken, noch bevor diese selbst digitale Medien nutzen. Eltern und Bezugspersonen haben eine wichtige Vorbildrolle inne, weshalb wir Informationen zu diesem Thema unter anderem über Kinderarztpraxen vermitteln wollen. “

Das Maßnahmenpaket der Ministerien:

Neue Angebote für Schülerinnen und Schüler: Chat-Kompass und Social-Media-Kompass

Ein zentrales Element der Agenda ist der Ausbau des erfolgreichen digitalkompass.schule.

Künftig stehen erstmals zwei neue Unterstützungsangebote zur Verfügung:

Die praxisnahen Materialien greifen konkrete Herausforderungen aus dem Alltag junger Menschen auf – von den Regeln einer respektvollen Kommunikation in Messenger-Diensten über Cybermobbing und Datenschutz bis hin zu Fake News und Deepfakes.

Medienkompetenz wird weiter gestärkt

Medienbildung ist bereits heute fächerübergreifend verankert. Im Zuge der laufenden Lehrplanüberarbeitung wird sie künftig auch noch stärker in den Fachlehrplänen integriert werden.

Ziel ist es, junge Menschen besser dazu zu befähigen, Informationen kritisch einzuordnen, Manipulation zu erkennen, persönliche Daten zu schützen und Verantwortung im digitalen Raum zu übernehmen.

Neues Informationspaket für Familien

Viele Eltern wünschen sich Orientierung bei Fragen rund um die Smartphone-Nutzung, Messenger-Dienste oder soziale Medien.

Deshalb stellen das Kultus-, das Gesundheits- und das Digitalministerium erstmals ein gemeinsames Informationspaket zur Medienerziehung bereit.

Es bündelt die wichtigsten Angebote und Materialien – darunter den Medienführerschein Bayern, „Medien kindersicher“ , das digitale Präventionsprogramm des Universitätsklinikums Tübingen „ ISES! “ sowie einen neuen Orientierungsrahmen für Eltern mit altersgerechten Empfehlungen zur Nutzung von Smartphones, Messenger-Diensten und sozialen Medien.

Die Angebote werden sowohl digital auf der Website des Kultusministeriums als auch in gedruckter Form zur Verfügung stehen.

Ergänzend werden Elternabende, Informationsveranstaltungen und weitere Dialogangebote ausgebaut. Auch mit Elterncafés und regionalen Veranstaltungsformaten soll das Thema künftig noch stärker in die Fläche getragen werden. Ziel ist es, Eltern nicht nur Informationen bereitzustellen, sondern sie bei Fragen rund um die Smartphone-Nutzung und soziale Medien ganz konkret zu unterstützen.

Zudem sollen im „Suchtmonitor Bayern 2026“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Zahlen und Fakten zum Thema digitale Medien zur Verfügung gestellt werden. Dies soll die Öffentlichkeit dazu befähigen, die Auswirkungen digitaler Medien auf die Gesundheit besser einordnen zu können.

Prävention und Beratung werden weiter ausgebaut

Darüber hinaus werden bestehende Präventions- und Beratungsangebote gezielt gestärkt.

Dazu gehören etablierte Programme zur Förderung von Lebenskompetenzen bei Kindern und Jugendlichen wie Klasse2000, IPSY oder REBOUND. Zudem wird es spezifische Angebote zur Prävention exzessiver Mediennutzung sowie zur Stärkung der Medienkompetenz geben, wie beispielsweise Net-Piloten und PROTECT, sowie schulische und außerschulische Beratungsangebote.

Beratungslehrkräfte und Schulpsychologinnen und Schulpsychologen werden hierfür gezielt unterstützt und bestehende Informations- und Unterstützungsstrukturen weiterentwickelt.

Klare Leitplanken für einen altersgerechten Umgang mit Smartphones

Teil der Agenda sind auch klare Rahmenbedingungen für die private Nutzung digitaler Geräte im Schulalltag.

Künftig gelten die Beschränkungen für die private Handynutzung an Schulen grundsätzlich bis einschließlich Jahrgangsstufe 7.

Damit setzt Bayern auf einen altersgerechten Umgang mit digitalen Geräten und stärkt Schule als Ort der Konzentration, der Begegnung und des gemeinsamen Lernens.

Das Maßnahmenpaket greift systematisch ineinander und reicht von der Grundschule über die Abschlussklassen bis hin zu Elternarbeit, Suchtprävention, Beratung und Kinder- und Jugendschutz. Es bildet ein abgestimmtes Gesamtkonzept für mehr digitale Balance bei Kindern und Jugendlichen.



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