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        Ein Leben für das Erbe Mesopotamiens: Bundesverdienstkreuz für Margarete van Ess
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        2.10.2026
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    <autor>
        Sebastian Dobberstein | Deutsches Archäologisches Institut
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        Am 16. September 2026 wurde der langjährigen Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Dr. Dr. h. c. Margarete van Ess in Bagdad das Bundesverdienstkreuz überreicht. 
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Am 16. September 2026 hat der deutsche Botschafter Dr. Daniel Krebber der langjährigen Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), Dr. Dr. h. c. Margarete van Ess in Bagdad das Bundesverdienstkreuz überreicht. Die Auszeichnung würdigt ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Erforschung, den Schutz und den Erhalt des irakischen Kulturerbes, insbesondere in Uruk, sowie ihren Beitrag zur archäologischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Irak.Die feierliche Verleihung fand im Assyrischen Saal des Irakischen Nationalmuseums statt. Organisiert wurde sie in enger Zusammenarbeit mit dem irakischen Ministerium für Kultur, Tourismus und Altertümer und dem State Board of Antiquities and Heritage (SBAH). Zu den Gästen zählten die geschäftsführende irakische Kulturministerin Sarwa Abdul Wahed sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Wissenschaft und Politik. Auch langjährige Projektpartnerinnen und -partner sowie zahlreiche Teilnehmende der Fortbildungen der Orient-Abteilung waren aus verschiedenen Regionen des Irak angereist.

Forschung zwischen Uruk und Baalbek

Margarete van Ess' Forschungsschwerpunkt liegt auf Südmesopotamien, dem heutigen Südirak, vom 4. bis zum 2. Jahrtausend v. Chr., allen voran auf der antiken Metropole Uruk. In Baalbek im Libanon verfolgte sie den Ansatz, den Ort in allen Phasen seiner fast 10.000-jährigen Geschichte nachzuvollziehen.

Kulturerhalt und Wissenstransfer

Besondere Verdienste erwarb sich van Ess um den Erhalt der unter ihrer Leitung vom DAI betreuten archäologischen Plätze und Kulturerbestätten. Sie arbeitete eng mit den Gastländern im Kulturerhalt zusammen, bildete Fachleute fort und sorgte dafür, dass wissenschaftliche Ergebnisse auch die Öffentlichkeit in den Gastländern erreichten. Mit unermüdlichem Einsatz setzte sie sich selbst in politisch schwierigen Phasen für die Sicherung und Restaurierung bedrohter Fundstätten und Museen im Irak ein.

Wirksamer Einsatz für das Kulturerbe

Im Rahmen des „Stunde Null" Projektes, das nach den Zerstörungen durch IS und Bürgerkrieg in Irak und Syrien die Voraussetzungen für einen Wiederaufbau von Kulturerbe schuf sowie dem Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage (IGEF) wurden unter ihrer Leitung spürbare Verbesserungen für das kulturelle Erbe erreicht. Beide DAI Programme wurden langfristig und konsequent durch das Auswärtige Amt mit Sondermitteln gefördert. Das IGEF hat sich als Dialogplattform für Austausch und Fortbildung in modernen Techniken der Bauforschung und des Bauerhalts etabliert. Mitarbeitende der irakischen Denkmalbehörden werden dort mit Technologien zur Dokumentation und Konservierung von Denkmälern vertraut gemacht und bilden ein stabiles Netzwerk vor Ort. Die Qualität der Ausbildung sowie die Wertschätzung die dem irakischen Kulturerbe entgegengebracht wird, tragen zu einem positiven Deutschlandbild in der Region bei.

Ehrengast in Beirut

Am 24. September 2026 war Margarete van Ess außerdem Ehrengast beim Empfang der Deutschen Botschaft in Beirut zum Tag der Deutschen Einheit. Botschafter Thomas Zahneisen hob dabei die jahrzehntelange Zusammenarbeit von van Ess und dem DAI mit libanesischen Partnern in Forschung und Kulturerhalt hervor, insbesondere in Baalbek. Unter den Gästen aus Kultur, Wissenschaft und Politik war auch der libanesische Kulturminister Ghassan Salame. Am 1. Oktober 2026 übergibt Margarete van Ess die Leitung der Orient-Abteilung an Simone Mühl, die im Mai von der Zentraldirektion des DAI zur leitenden Direktorin gewählt wurde.


https://www.dainst.org/newsroom/bundesverdienstkreuz-fuer-margarete-van-ess/935


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