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        Was aktive ETF versprechen – und was sie bringen
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        11.9.2026
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    <autor>
        Karin Baur | Stiftung Warentest
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        Das Erfolgs­rezept von ETF ist einfach: Sie bilden einen Index ab. Aktive ETF wollen mehr. Haben sie damit Erfolg? Wir zeigen, was Anlegende von dem Trend erwarten können.
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Wenn das kein Wachs­tum ist: Vor drei Jahren listeten wir in unserem Fonds­finder 135 aktive ETF. Heute sind es 561 – das sind ungefähr vier Mal so viele. Die Zahl der normalen ETF ist auch gestiegen, aber nur um etwas mehr als ein Viertel. Mit „normal“ meinen wir ETF, die einen Index abbilden. Das Kürzel ETF steht für Exchange Traded Fund und sagt zunächst nichts darüber aus, ob es sich um einen ETF handelt, der einen Index abbildet, oder ob es ein aktiv gemanagter ETF ist.

Verschiedene Ansätze zur Titel­auswahl
Aktive ETF bilden keinen Index ab, sondern wählen die Aktien nach anderen Mustern aus. Die Grenzen zum passiven Management sind dabei fließend. Einige aktive ETF folgen zwar keinem Index, aber einer streng regelbasierten Strategie. Andere beziehen sich auf einen Index, machen aber ein paar Kleinig­keiten anders als dieser. Wieder andere sind wirk­lich aktiv und betreiben Stock Picking, das heißt, sie wählen die Titel einzeln aus. Wir haben uns das Angebot genauer angeschaut.


Index­nahe ETF
Einen index­nahen aktiven ETF bietet etwa Black­rock mit dem iShares World Equity Enhanced Active ETF. Der Fonds ist seit zwei Jahren auf dem Markt und verwaltet rund 1,8 Milliarden Euro (Stand 31. August 2026). Nach Angaben des Anbieters dient der MSCI World Index als Bezugs­größe für die Rendite. Er bildet den Index aber nicht nach, sondern verwendet quantitative Modelle, um die Aktien auszusuchen. Auswahl­kriterien sind unter anderem die Fundamen­taldaten der Unternehmen sowie die Markt­stimmung. Die Top-3-Werte im Fonds sind Nvidia, Apple und Microsoft – die drei stehen ebenfalls an der Spitze des MSCI World. Bislang entwickelt sich der iShares-ETF einen Deut besser als der MSCI World.






Aktive ETF im Stiftung-Warentest-Fonds­finder

Sie finden aktive ETF in unserer großen Fondsdatenbank, indem Sie auf der Start­seite auf „alle Fonds“ klicken und auf der nächsten Seite bei „Fonds­art“ den Punkt „ETF (kein Indexfonds)“ auswählen.




Auch die ETF-Reihe „Enhanced Index“ von JPM verfolgt einen aktiven Ansatz. Die beiden Fonds­manager des rund 9 Milliarden Euro schweren JPM Global Research Enhanced Index Equity Active ETF etwa wählen die Titel nach dem sogenannten Bottom-up-Ansatz aus. Dabei werden zunächst die Einzel­titel und dann erst Branchen und Gesamt­markt betrachtet. Viel­versprechende Wert­papiere würden überge­wichtet, heißt es im Facts­heet von JPM. Der Fonds hat in unserer Bewertung des Anlageerfolgs vier von fünf Punkten. Er weist eine Markt­nähe von 99 Prozent auf und hat über fünf Jahre gesehen genau so stark zugelegt wie der MSCI World: 12,4 Prozent pro Jahr (Stand 31. Juli 2026). Die Strategie des ETF ist also sehr index­nah.


Wenn Nach­haltig­keit eine Rolle spielt
Der Fonds Invesco Global Active ESG Equity ist ein aktiver ETF, der welt­weit in Aktien investiert – und zwar in die, die zur Nach­haltig­keits­strategie des Hauses passen. Anders als viele andere nach­haltige ETF bildet der Fonds keinen Nach­haltig­keits­index nach, sondern wählt die nach­haltigen Titel eigen­ständig aus. Der Fonds verwaltet knapp 2,5 Milliarden Euro. Er nutzt Faktoren wie Value, Quality und Momentum und läuft aktuell besser als der MSCI World, was derzeit für Nach­haltig­keits­fonds nicht selbst­verständlich ist.

Tipp: Im Fondsfinder können Sie nach Fonds und ETF mit Nach­haltig­keits­bewertung filtern. Klicken Sie dazu auf der Start­seite auf „Fonds mit Nach­haltig­keits­bewertung“ und wählen Sie dann bei „Fonds­art“ „ETF (kein Indexfonds)“ aus. Ange­zeigt werden mit dieser Filter­einstellung nur die Haupt­anteils­klassen.



Aktives Stock Picking
Ein Beispiel für einen aktiven und individuell gemanagten Fonds ist der ARK Innovation ETF, der von der bekannten amerikanischen Ökonomin Cathie Wood gemanagt wird. Er setzt auf Aktiengesell­schaften, die „disruptive Inno­vationen“ verheißen, also auf Grund­lage neuer Technologien bestehende Märkte aufmischen. Der ETF investiert zum Beispiel in Biotechnologie­werte und in Aktien, die künst­licher Intelligenz und Robotik zuzu­ordnen sind. Laut dem Facts­heet vom 30. Juni 2026 war die größte Position des Fonds Tesla, gefolgt vom US-Neobroker Robinhood Markets. Mehr über den ETF erfahren Sie im Artikel Kultfonds ARK Invest.






Misch-ETF auch aktiv verwaltet

Eine weitere Spiel­art aktiver ETF sind Misch­fonds-ETF. Sie mischen Aktien- und Anleihen-ETF, manchmal auch Rohstoff-ETF und Gold-ETC. Ähnlich wie unser Pantoffel-Portfolio funk­tionieren die Misch-ETF von Vanguard, der Vanguard LifeStrategy 40 Prozent Equity zum Beispiel zählt zu den ausgewogenen Konzepten. Die Anlagen fürs Xtrackers Portfolio wiederum werden von einem vierköpfigen Strategieko­mitee ausgewählt.

Tipp: Porträts zu Misch-ETF finden Sie im Beitrag Die ganze Geldanlage in einem ETF.





Aktive ETF im Vergleich mit aktiv gemanagten Fonds
Sind die aktiven ETF nun besser? Im Vergleich zu normalen aktiv gemanagten Fonds haben sie jedenfalls einen großen Vorteil: Sie kosten weniger. Ein Grund, warum aktiv gemanagte Fonds so oft hinter dem Markt zurück­bleiben, sind ihre hohen Kosten. Bevor der Manager mit seinem Fonds den Markt schlagen kann, muss er zunächst Gebühren von 1 bis 2 Prozent pro Jahr herein­holen. Erst dann kann er Gewinn machen. Das ist schwieriger, als Laien vermuten würden. Aktive ETF kosten typischer­weise zwischen 0,25 und 0,75 Prozent pro Jahr. Sie sind – nach Kosten – daher schneller im Plus als herkömm­liche gemanagte Fonds. Ob sie aber besser abschneiden, ist eine andere Frage. Es kommt darauf an, wie erfolg­reich ihre Anla­gestrategie ist.



Aktive ETF im Vergleich mit Index-ETF
Die Anbieter aktiver ETF werben damit, besser abzu­schneiden als ein ETF, der nur einen Index abbildet. Von Mehr­rendite ist ebenso die Rede wie von Anla­geerfahrung und regelbasierten Investment­prozessen. Wie aktive ETF am Ende aber genau versuchen, eine Über­rendite zu erzielen, bleibt oft unklar. Bezüglich der Trans­parenz der Anla­gestrategie sind Anle­gerinnen und Anleger auch nicht schlauer als bei herkömm­lichen aktiv gemanagten Fonds.



Drei aktive ETF mit guten vier Punkten bewertet
Von den 45 aktiven ETF in der Gruppe Aktien Welt sind nur sechs älter als fünf Jahre und von uns bewertet. Drei von ihnen erzielen beim Anla­geerfolg derzeit vier von fünf Punkten, je einer hat drei Punkte, zwei Punkte und einen Punkt. Die anderen aktiven Welt-ETF sind noch zu jung für eine Stiftung-Warentest-Bewertung des Anlageerfolgs.

Einer dieser 4-Punkte-Fonds ist der Invesco Global Active ESG Equity. Er liegt über fünf Jahre mit 2,8 Prozent­punkten pro Jahr vor dem MSCI World Index – dem Referenz­index in dieser Fonds­gruppe. Der JPM Global Research Enhanced Index Equity Active ETF und der HSBC Multi Factor Worldwide Equity, beide ebenfalls 4-Punkte-Fonds, liegen über demselben Zeitraum mit dem Index gleich­auf.

Mit drei Punkten schneidet der Fidelity Global Equity Research Enhanced ETF nur mittel­mäßig ab. Der Fonds liegt, was die Rendite angeht, sowohl über fünf Jahre als auch über ein Jahr leicht hinter dem Welt­index zurück. Der First Trust Global Capital Strength ESG Leaders, ein mit zwei Punkten bewerteter Fonds, hat über fünf Jahre nur etwas mehr als halb so viel Rendite erwirt­schaftet wie der MSCI World. Damit ist es ihm so ergangen wie vielen nachhaltigen Fonds und ETF, die schwierige Jahre hinter sich haben – jetzt aber teils wieder deutlich bessere Ergeb­nisse erzielen. Auch der Sharia-konforme HANetf Saturna Al-Kawthar Global Focused Equity, derzeit mit einem Punkt beim Anla­geerfolg, spielt in einer anderen Liga.



Für eine Bilanz ist es noch früh
Von den zurzeit im Fonds­finder geführten 561 aktiven ETF konnten wir nur bei 37 eine Bewertung für den Anla­geerfolg vergeben. Es lässt sich also noch nicht viel Konkretes über diese ETF sagen. Es sind zu wenige – insgesamt listen wir in unserer Daten­bank 25 434 Fonds – und sie existieren zu kurz. Zwar erhalten 23 dieser 37 ETF gute vier Anla­geerfolgs-Punkte, doch die bisherigen Erfahrungen mit dem Abschneiden gemanagter Fonds sind nicht unbe­dingt ermutigend. Die Mehr­zahl der aktiv gemanagten Fonds schneidet schlechter ab als der Vergleichs­index – oder der ETF, der diesen Index abbildet. Auch verschiedene Forschungs­arbeiten zeigen in die Richtung, dass aktives Management kaum Mehr­wert bietet, selbst wenn die Kosten nied­rig sind.


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