
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<tiskova_zprava>
    <titulek>
        Erster Nachweis des Japankäfers im Jahr 2026 in Vorarlberg
    </titulek>
    <datum>
        28.7.2026
    </datum>
    <autor>
        Mathias Bertsch | Land Vorarlberg
    </autor>
    <perex>
         Bregenz/Hörbranz (VLK) – Nachdem in den vergangenen Wochen in der bayerischen Grenzregion zunehmend Japankäfer (Popillia japonica) nachgewiesen wurden, hat Vorarlberg die Kontrollen im grenznahen Raum vestärkt. Während der Abgrenzungserhebung wurde am Freitag (24. Juli) ein Japankäfer in einer bereits bestehenden Falle in Hörbranz festgestellt. Damit ist der erste Fund dieses Jahres in Vorarlberg bestätigt. 
    </perex>
    <text>
        

Bereits vor rund einem Monat wurde östlich von Lindau im Rahmen des laufenden Monitorings der erste Japankäfer dieses Jahres in einer Falle nachgewiesen. Inzwischen wurden dort mehr als 30 Japankäfer festgestellt, darunter mehrere Weibchen. Nachdem der invasive Quarantäneschädling bereits in den Jahren 2024 und 2025 in der Region nachgewiesen wurde, handelt es sich um das dritte Jahr in Folge mit entsprechenden Funden.

Aufgrund der zunehmenden Nachweise östlich von Lindau hat die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in der Region eine Abgrenzungserhebung eingeleitet. Um die Situation im grenznahen Raum umfassend beurteilen zu können, werden auch auf österreichischer Seite Abgrenzungserhebungen durchgeführt. Dafür wird das bestehende Überwachungsnetz durch zusätzliche Lockstofffallen und visuelle Kontrollen an Wirtspflanzen erweitert.

Die Ergebnisse sollen zeigen, ob und in welchem Umfang sich der Japankäfer in der Region bereits ausgebreitet hat. Auf dieser Grundlage wird beurteilt, ob ein abgegrenztes Gebiet mit Befalls- und Pufferzone ausgewiesen werden muss. Aufgrund der unmittelbaren Grenznähe könnten davon auch Vorarlberger Gemeindegebiete betroffen sein. Die konkreten Maßnahmen auf österreichischem Staatsgebiet werden von den zuständigen Vorarlberger Behörden festgelegt und umgesetzt.

Bisherige Nachweise und Entwicklung in VorarlbergVorarlberg betreibt bereits seit mehreren Jahren ein landesweites Fallennetz zur Überwachung des Japankäfers. Dieses konzentriert sich insbesondere auf Hauptverkehrsrouten sowie Grenz- und Zollbereiche. Im Juli 2025 wurde erstmals ein Individuum in Österreich bestätigt – in Hörbranz. Im Zuge weiterer Erhebungen wurden im selben Jahr vier weitere Exemplare in der Nähe des ersten Fundortes nachgewiesen.

Seit dem Erstfund im vergangenen Jahr wurden die Monitoring-Maßnahmen deutlich intensiviert. Die Maßnahmen basieren auf dem österreichischen Notfallplan für den Japankäfer, der das Vorgehen bei Verdachts- und Befallsfällen klar regelt.

Bedeutung des Japankäfers für die LandwirtschaftDer Japankäfer stammt ursprünglich aus Ostasien und zählt in Europa sowie Nordamerika zu den invasiven Schädlingen. Für die menschliche Gesundheit ist er ungefährlich, jedoch können sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer erhebliche Schäden an Pflanzen verursachen. Betroffen sind landwirtschaftliche Kulturen, Obst- und Zierpflanzen sowie Grünflächen. Der Käfer nutzt insgesamt mehr als 400 verschiedene Wirtspflanzen, was sein Schadpotenzial besonders hoch macht. Aus diesem Grund ist der Japankäfer meldepflichtig und wird österreichweit streng überwacht.

Verbreitung des JapankäfersDie Flugzeit des erwachsenen Käfers reicht von etwa Anfang Juni bis Ende September, je nach Witterung und Temperatur. In der Flugzeit finden die Paarung und die Eiablage statt, was dem Käfer die Verbreitung ermöglicht. Die natürliche Ausbreitung durch den Käfer selbst geschieht über kurze Distanzen (ca. 1 bis 20 Kilometer pro Jahr).

Besonders problematisch ist die Verbreitung des Käfers durch unbeabsichtigte Verschleppung als sogenannter blinder Passagier mit Transportmitteln wie Autos, Lastkraftwagen oder Zügen. Die Käfer können sich dabei an Fahrzeugen festsetzen oder in Gepäck, Waren und Pflanzen mittransportiert werden. Daher sollte darauf geachtet werden, dass Fahrzeuge und mitgeführte Gegenstände nach Aufenthalten insbesondere aus betroffenen Gebieten Italiens und der Schweiz frei von Käfern sind.

So lässt sich der Japankäfer von heimischen Käfern unterscheidenDer Japankäfer ist mit Maikäfern, Junikäfern und kleineren Julikäfern verwandt und kann leicht mit diesen verwechselt werden. Bei genauer Betrachtung ist er jedoch gut zu unterscheiden.

Der Japankäfer ist ungefähr 10 mm groß und zeigt eine auffällige Färbung: Kopf und Halsschild schimmern metallisch grün, während die Flügeldecken kupferartig glänzen. Typische Erkennungsmerkmale sind die insgesamt 12 weißlichen Haarbüschel entlang der Seiten des Hinterleibs. Bei Gefahr nimmt der Käfer eine typische Abwehrhaltung ein, in der er starr verharrt und seine Beine seitlich abgespreizt hält.

Bitte um Mithilfe der BevölkerungDie Bevölkerung wird gebeten, auf verdächtige Käferfunde zu achten und diese umgehend dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst zu melden.

Was ist bei einem Verdachtsfund zu tun?


Den Käfer möglichst einfangen und sicher aufbewahren (z. B. in einem verschlossenen Behälter im Tiefkühlfach).
Ein möglichst scharfes Foto des Käfers machen.
Fundort und Funddatum notieren.
Die Meldung an den Pflanzenschutzdienst oder über die AGES-Plattform übermitteln.

Erreichbarkeit Amtlicher Pflanzenschutzdienst:


E-Mail: landwirtschaft@vorarlberg.at
Telefon: 05574 511 25105
Meldeplattform der AGES: https://tforms.ages.at/japankaefer-meldungen


https://presse.vorarlberg.at/land/public/Erster-Nachweis-des-Japank-fers-im-Jahr-2026-in-Vorarlberg


    </text>
</tiskova_zprava>
