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        Heikle Schad­stoffe in Elektrogeräten
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    <datum>
        2.7.2026
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    <autor>
          | Stiftung Warentest
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        Von Smartwatch bis Rasierer: Die EU ließ in 13 europäischen Ländern Elektronikgeräte prüfen. Viele erfüllten nicht die EU-Anforderungen, der Verkauf wurde gestoppt.
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Gesund­heits­schädliche Chemikalien in Kabeln, Plastikteilen, Schrauben und an Lötstellen von elektrischen Geräten: Diese Shopping-Tour hatte es in sich. Bezahlt hat die EU, einge­kauft haben die Markt­über­wachungs­behörden 13 europäischer Länder – in Läden vor Ort und auf Webseiten.

In Deutsch­land, Portugal, Schweden und weiteren EU-Staaten shoppten sie insgesamt 173 Elektro- und Elektronikgeräte: zum Beispiel Laut­sprecher, Smartwatches, Ventilatoren, Haartrockner, Rasierer, Waffel­eisen, Toaster, Mixer und Garten­leuchten. Darunter viele Billigprodukte, der Durch­schnitts­preis lag bei 10 Euro.


91 von 173 Produkten fielen durch
Die EU-Kommis­sion wollte wissen, ob die Geräte geltendem EU-Recht entsprechen und ließ testen, ob sie Schad­stoffe enthalten und korrekt gekenn­zeichnet sind. 91 der 173 Produkte fielen durch.

Produkt­auswahl und Prüfung waren Teil der EU-Markt­über­wachungs­kampagne 2025 und wurden von der Jacop-Initiative der Europäischen Union koor­diniert (Joint Actions on Compliance of Products).



Giftige Schwer­metalle, Weichmacher und mehr
Knapp ein Viertel der geprüften Geräte war schlecht oder gar nicht gekenn­zeichnet. Die Angaben auf den Produkten sind aber wichtig, damit Verbraucher sich orientieren können. Hinzu kamen zahlreiche Schad­stoff­funde, bei denen zulässige Grenz­werte über­schritten wurden:


Cadmium und Blei: Erhöhte Gehalte der giftigen Schwer­metalle wurden bei 82 Produkten nachgewiesen – vor allem an Lötstellen. Cadmium und Blei sind sehr gefähr­lich, wenn sie in den Körper gelangen. Dort können sie Knochen- und Nierenschäden verursachen. Cadmium ist als krebs­erzeugend einge­stuft. Blei schädigt das Nerven­system, beein­trächtigt die Blut­bildung und führt zu Magen-Darm-Beschwerden.
Phthalate: Die chemischen Zusatz­stoffe sollen spröde Kunst­stoffe elastisch machen. 51 Produkte enthielten häufig verwendete Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate in zu hoher Konzentration. Gefunden wurden sie unter anderem in der Ummantelung von USB-Kabeln und Netz­steckern. Phthalate sind gesund­heits­schädlich. Einige wirken vor allem auf das Hormon­system oder die Fort­pflan­zungs­fähig­keit, andere schädigen die Leber.
Bromierte Flamm­schutz­mittel: Die Chemikalien werden unter anderem in Elektro-Geräten verarbeitet, damit die Geräte weniger leicht entflamm­bar sind. Bromierte Flamm­schutz­mittel können sich in der Umwelt anreichern, so in die Nahrungs­kette und schließ­lich in unseren Körper gelangen. Einige dieser Mittel können die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen. Hart­plastikbestand­teile von fünf der getesteten Produkte wiesen die Stoffe auf.
Chrom VI: In Metall­schrauben von drei Geräten wurde sechs­wertiges Chrom gefunden. Diese spezielle Chrom-Verbindung ist giftig und kann heftige Allergien wie juckende Haut­ausschläge verursachen.

Die betroffenen Produkte entsprechen nicht den Vorgaben der EU-Richt­linie RoHS, die das Verwenden bestimmter gefähr­licher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt.



Groß­teil der Geräte vom Markt genommen
Folge des Testeinkaufs: Die Markt­über­wachungs­behörden informierten die Hersteller der 91 nicht konformen Produkte über die Mängel, viele Geräte wurden vom Markt genommen und ihr Verkauf verboten. Mehrere landeten auf der Plattform Safety Gate, dem EU-Schnell­warn­system zu gefähr­lichen Produkten.

Verbrauche­rinnen und Verbraucher sollten auf Safety Gate vor dem Kauf eines Gerätes nach­schauen, ob es als gefähr­lich einge­stuft wurde. Die Markt­über­wachungs­behörden raten außerdem dazu, “verdächtig güns­tige Produkte“ zu meiden und bei Online-Käufen darauf zu achten, dass der Verkäufer eine Adresse in der EU hat.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat auch schon mehr­fach Billig-Produkte geprüft und kam zu ähnlich problematischen Ergeb­nissen. Hier gehts zu unserem Test der chinesischen Verkaufsplattformen Temu und Shein sowie zum Test von Online-Marktplätzen.


https://www.test.de/Untersuchung-der-EU-Heikle-Schadstoffe-in-Elektrogeraeten-6318901-0?wt_mc=owned.site.rssfeeds.dl...


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