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        Wann und wie viel die Agentur für Arbeit zahlt
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    <datum>
        1.7.2026
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    <autor>
        Eugénie Zobel-Varga | Stiftung Warentest
    </autor>
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        Ob nach Kündigung oder Vertragsende – Arbeits­losengeld muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Wie viel es gibt, lässt sich mit unserem Rechner gut einschätzen.
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Wer seine Arbeit verliert oder selbst kündigt, kann in vielen Fällen Arbeits­losengeld 1 erhalten. Diese Sozial­leistung wird aus der Arbeits­losen­versicherung finanziert und geht der seit 1. Juli 2026 reformierten neuen Grundsicherung (ehemals Bürgergeld) meist voraus. Ob und wie lange jemand Arbeits­losengeld 1 beziehen kann, hängt meist davon ab, ob und wie lange er in der Arbeits­losen­versicherung versichert war.

Die Arbeits­losen­versicherung gehört zu den Sozial­versicherungen, wie etwa auch die gesetzliche Renten­versicherung. Die Beiträge zur Arbeits­losen­versicherung werden Arbeitnehme­rinnen und Arbeitnehmern in der Regel vom Brutto­lohn abge­zogen. Diese Abgaben finden sie auf ihrer monatlichen Gehalts­bescheinigung.





Finanzielle Hilfen für Arbeits­suchende

Arbeits­losengeld 1. Wer keine Arbeit hat, braucht finanzielle Unterstüt­zung, um seinen Lebens­unterhalt zu bestreiten. Häufig besteht nach Verlust des Jobs ein Anspruch auf Arbeits­losengeld 1. Arbeits­losengeld 1 beantragen Arbeits­lose bei der Bundesagentur für Arbeit.

Krankengeld. Erkrankt ein Bezieher von Arbeits­losengeld 1, erhält er in den ersten sechs Wochen weiterhin Arbeits­losengeld 1 von der Bundes­agentur für Arbeit. Ist er weiterhin krank­geschrieben, bekommt er von seiner Krankenkasse Krankengeld, das sich am bisherigen Arbeits­entgelt orientiert und in der Regel etwa der Höhe des Arbeits­losengeldes entspricht.

Weiterbildung, Umschulung. Neben finanzieller Unterstüt­zung verfolgt die Bundes­agentur für Arbeit das Ziel, Arbeits­suchende in ein neues Beschäftigungs­verhältnis zu bringen. Dafür leistet sie über die Sicherung des Lebens­unter­halts hinaus etwa Zuschüsse für Weiterbildung oder Umschulung und für Anschaffungen, die im Rahmen einer neuen Beschäftigung erforderlich sind – zum Beispiel Arbeits­kleidung.

Mitwirkungs­pflichten. Bezieher von Arbeits­losengeld 1 haben Mitwirkungs­pflichten. Erfüllen sie diese nicht, drohen ihnen Sanktionen.

Weitere Hilfen. Betroffene können weitere Hilfen bekommen, beispiels­weise Wohngeld. Eltern, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, können außerdem neben dem Kindergeld einen Kinder­zuschlag von bis zu 297 Euro pro Kind und Monat erhalten. Ob ihr Antrag Erfolg hat, können sie online prüfen. Der Kinder­zuschlag kann auf den Seiten der Familienkasse von zu Hause online beantragt werden.

Über­schuldung. Häufen sich durch den Einkommens­verlust aufgrund der Arbeits­losig­keit unbe­zahlte Rechnungen, können Menschen in eine finanzielle Schieflage geraten, aus der sie scheinbar nur schwer wieder heraus­finden. Welche Möglich­keiten es gibt, steht in unserem Special Überschuldung.

Grund­sicherungs­geld. Wer keinen oder keinen ausreichenden Anspruch auf Arbeits­losengeld I hat und seinen Lebens­unterhalt nicht aus eigenen Mitteln decken kann, kann Grundsicherung erhalten. Zuständig für Antrag, Beratung und Leistungs­gewährung ist das Jobcenter.


Wann Anspruch auf Arbeits­losengeld 1 besteht
Um Arbeits­losengeld 1 zu erhalten, müssen folgende Voraus­setzungen erfüllt sein:


Berechtigte waren in den letzten 30 Monaten, bevor sie sich arbeitslos gemeldet haben, mindestens zwölf Monate sozial­versicherungs­pflichtig beschäftigt. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammenge­rechnet werden (Anwart­schafts­zeit).
Wer häufig befristet beschäftigt war, kann unter bestimmten Voraus­setzungen bereits Anspruch haben, wenn er in den letzten 30 Monaten mindestens sechs Monate versicherungs­pflichtig gearbeitet hat. Voraus­setzung ist unter anderem, dass die Beschäftigungen über­wiegend auf maximal 14 Wochen befristet waren und bestimmte Einkommens­grenzen einge­halten wurden.
Sie haben sich bei ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.
Sie sind ohne Anstellung, können aber eine versicherungs­pflichtige Beschäftigung ausüben (weniger als 15 Stunden pro Woche).
Sie suchen eine neue versicherungs­pflichtige Beschäftigung und arbeiten dabei mit der Arbeits­agentur zusammen.

Neben der versicherungs­pflichtigen Beschäftigung können weitere Zeiten für den Anspruch auf Arbeits­losengeld einberechnet werden, zum Beispiel:


Berechtigte waren freiwil­lig in der Arbeits­losen­versicherung, zum Beispiel während einer Selbst­ständig­keit.
Sie haben ein Kind erzogen (bis zum dritten Lebens­jahr).
Sie haben Krankengeld erhalten.

Aber auch in diesen Fällen müssen Anspruchs­berechtigte inner­halb der letzten 30 Monate vor der Arbeits­losmeldung auf eine Dauer von mindestens zwölf Monaten Versicherungs­zeit kommen.

Wer häufig befristet beschäftigt war, für den gilt unter bestimmten Voraus­setzungen eine kürzere Anwart­schafts­zeit: In diesem Fall genügen mindestens sechs Monate versicherungs­pflichtiger Beschäftigung in den fünf Jahren vor Arbeits­losmeldung. Zu den Voraus­setzungen gehört, dass die meisten Beschäftigungen auf bis zu 14 Wochen befristet waren.



Wie berechne ich das Arbeits­losengeld (ALG 1)?
Um die Höhe Ihres Arbeits­losengeldes zu erfahren, können Sie unseren Rechner benutzen. Die Berechnungs­grund­lage ist Ihr durch­schnitt­licher Brutto­lohn in den letzten zwölf Monaten. Dafür zieht sie die gewöhnlich anfallenden Abzüge heraus und errechnet ein sogenanntes pauschalisiertes Netto­entgelt. In der Regel beträgt das Arbeits­losengeld 60 Prozent dieses Netto­entgelts. Haben Sie Kinder, erhöht sich Ihr Arbeits­losengeld auf 67 Prozent. Wer Arbeits­losengeld bezieht, ist in der gesetzlichen Kranken- und Pflege­versicherung pflicht­versichert. Die Agentur für Arbeit über­nimmt die Beiträge in voller Höhe.



Steuerklassen optimieren
Da sich das Arbeits­losengeld auch am Netto­einkommen orientiert, hat Ihre Steuerklasse Einfluss auf die Höhe des Betrags, der an Sie ausgezahlt wird. Am höchsten ist das Netto­entgelt bei Verheirateten, wenn sie die Steuerklasse 3 (III) haben, am nied­rigsten in der Steuerklasse 5 (V).

Tipp: Wechseln Sie recht­zeitig in eine güns­tigere Steuerklasse, sofern Sie früh­zeitig von einer anstehenden Arbeits­losig­keit erfahren. Die bessere Steuerklasse 3 oder auch 4 (IV) sollte bereits im Januar des Jahres gelten, in dem die Arbeits­losig­keit beginnt. Einen späteren Wechsel akzeptiert die Arbeits­agentur nur, wenn die neuen Steuerklassen für ein Paar sinn­voll sind.



Wann und wo beantrage ich Arbeits­losengeld 1?
Grund­sätzlich müssen Sie sich spätestens drei Monate vor der endgültigen Beendigung Ihres Arbeits­verhält­nisses bei der Agentur für Arbeit arbeits­suchend melden. Ist Ihnen das nicht möglich, etwa weil Sie weniger als drei Monate vor Ende Ihrer Beschäftigung davon erfahren, müssen Sie sich inner­halb von drei Tagen bei der Arbeits­agentur melden. Anderenfalls droht Ihnen eine Sperre von einer Woche und damit eine Kürzung des Arbeits­losengeldes.

Sie können sich persönlich vor Ort in Ihrer Agentur für Arbeit (diese finden Sie mithilfe der Dienststellensuche auf den Internet­seiten der Agentur für Arbeit), telefo­nisch unter der Nummer 0800 4 555500 oder online arbeits­suchend melden. Möchten Sie sich online arbeits­suchend melden, müssen Sie sich erst einmal registrieren.

Sobald Ihr Arbeits­verhältnis beendet ist, müssen Sie sich erneut bei der Agentur für Arbeit melden und Arbeits­losengeld beantragen. Das machen Sie persönlich bei der für Sie zuständigen Dienst­stelle. Mitbringen müssen Sie Personal­ausweis oder Reisepass mit Melde­bestätigung, gegebenenfalls Aufenthalts­erlaubnis und Arbeits­erlaubnis, Ihren Sozial­versicherungs­ausweis und das Kündigungs­schreiben beziehungs­weise bei befristetem Job Ihren Arbeits­vertrag und Ihren Lebens­lauf. Das Antrags­formular können Sie online ausfüllen (dafür müssen Sie registriert sein, siehe oben) oder sich in Ihrer Agentur vor Ort holen. In vielen Fällen ist eine persönliche Vorsprache erforderlich; zunehmend ist auch eine voll­ständige Online-Antrag­stellung mit digi­taler Identifikation möglich.



Wie lange erhalte ich Arbeits­losengeld 1?
Das hängt davon ab, wie alt Sie sind und wie lange Sie vor der Arbeits­losig­keit versicherungs­pflichtig beschäftigt waren.

Haben Sie inner­halb der letzten zwei Jahre zwölf Monate versicherungs­pflichtig gearbeitet, bekommen Sie sechs Monate Arbeits­losengeld ab dem Tag der persönlichen Meldung der Arbeits­losig­keit.

Haben Sie in den letzten fünf Jahren 24 Monate versicherungs­pflichtig gearbeitet, bekommen Sie 12 Monate Arbeits­losengeld. Die maximale Bezugs­dauer von 24 Monaten gilt nur für Arbeits­lose ab 58 Jahren, die in den letzten fünf Jahren mindestens 48 Monate versicherungs­pflichtig beschäftigt waren. Für jüngere Alters­gruppen gelten kürzere Höchst­bezugs­zeiten

Während des Bezugs von Arbeits­losengeld sind Sie kranken-, pflege-, renten- und unfall­versichert. Werden Sie krank, müssen Sie das Ihrer Agentur umge­hend melden.



Was sind Sperr­zeiten?
Hat die Agentur für Arbeit eine Sperr­zeit verhängt, erhält der arbeits­lose Arbeitnehmer in diesem Zeitraum kein Arbeits­losengeld. Das Arbeits­losengeld wird dann auch nicht nach­träglich ausgezahlt. Die Gründe für Sperr­zeiten führt § 159 Absatz 1 des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) auf.

Der bekann­teste Grund ist die Kündigung durch den Arbeitnehmer. Wer sein Arbeits­verhältnis selbst aufgibt, obwohl er noch keine neue Arbeits­stelle gefunden hat, muss mit einer Sperr­zeit von zwölf Wochen rechnen. Kann der Arbeitnehmer einen wichtigen Grund für seine Arbeits­aufgabe nennen, zum Beispiel weil sein Arbeit­geber den Lohn nicht zahlt oder der Arbeitnehmer einen Verwandten pflegen muss, kann die Sperr­zeit entfallen.

Gegen die Verhängung einer Sperr­zeit kann ein arbeits­loser Arbeitnehmer inner­halb eines Monats nach Bekannt­gabe durch einen Bescheid der Agentur für Arbeit Wider­spruch einlegen – am besten posta­lisch per Einschreiben. Bleibt es trotz Wider­spruch bei der Sperr­zeit, besteht die Möglich­keit, Klage beim Sozialge­richt zu erheben.



Folgen für die Rente
Arbeits­losig­keit mindert den gesetzlichen Renten­anspruch. Während des Bezugs von Arbeits­losengeld 1 ist die Einbuße allerdings noch vergleichs­weise gering. Die Arbeits­agentur über­weist für den Arbeits­losen Rentenbeiträge in Höhe von 80 Prozent des Brutto­einkommens, aus dem sich sein Arbeits­losengeld 1 berechnet. Lange Arbeits­losig­keit mit Bezug von Arbeits­losengeld 2 kann den gesetzlichen Renten­anspruch empfindlich verringern, so dass Betroffene möglicher­weise sogar später eine Grundrente beziehen.







https://www.test.de/Arbeitslosengeld-ALG-1-Antrag-Hoehe-Bezugsdauer-Sperrzeiten-Rechner-5620672-0?wt_mc=owned.site.rssfeeds.dl...


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