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        Unterschätzter Gemeinsinn
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        5.6.2026
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          | Leibniz-Gemeinschaft
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        Eine globale Studie zeigt: Die meisten Menschen sind bereit, für das Gemeinwohl zu kooperieren – wenn andere es auch tun.
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Die Fähigkeit, mit Fremden zu kooperieren, ist entscheidend, um gemeinsame Güter wie den Klimaschutz zu sichern. Forschende des Leibniz-Instituts SAFE, der Universität Bonn und der Frankfurt School of Finance & Management haben in einer weltweiten repräsentativen Studie untersucht, wie verbreitet diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist. Die Ergebnisse wurden nun im Fachjournal Science veröffentlicht.

Die experimentelle Studie zeigt, dass global rund zwei Drittel bereit sind zu kooperieren. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit zum Gemeinwohl wird maßgeblich von der individuellen Einstellung zur Zusammenarbeit, von normativen Vorgaben und von persönlichen Präferenzen geprägt. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass Menschen weltweit systematisch unterschätzen, wie kooperativ andere sind.

Falsche Annahmen bremsen Zusammenarbeit aus
„Eine der zentralen Erkenntnisse ist, dass über Länder und Kulturen hinweg viele Menschen bereit sind, zum Gemeinwohl beizutragen und auf persönlichen Mehrwert zu verzichten“, sagt Peter Andre, Professor für Verhaltensökonomie bei SAFE.

In der weltweiten Stichprobe zeigten sich 69 Prozent der Befragten bereit, zum Gemeinwohl mit Fremden zu kooperieren. Im Schnitt gingen die Befragten davon aus, dass nur 47 Prozent ihrer Mitbürger:innen kooperieren würden. „Dieser Pessimismus kann erfolgreiche Zusammenarbeit erschweren“, erklärt Andre.

Die Studie ermittelt zudem, welche individuellen Eigenschaften zu unpersönlicher Kooperation bewegen. Menschen sind eher zur Zusammenarbeit bereit, wenn sie davon ausgehen, dass andere dies ebenfalls tun, wenn sie soziale Normen unterstützen, die dem Gemeinwohl dienen, und wenn sie eine ausgeprägtere Neigung zu Altruismus und Geduld zeigen. Die Forschenden zeigen aber auch: Die Information, dass sich auch andere Personen um das untersuchte Gemeinwohl sorgen, verändert die Erwartungen und kann die Kooperationsbereitschaft erhöhen. „Menschen sind kooperativer, als wir oft annehmen“, sagt Andre. „Wenn falsche Annahmen aufgelöst werden, könnte es Gesellschaften leichter fallen, gemeinsames Handeln zu mobilisieren.“

Erkenntnisse aus 125 Ländern: Klimaschutz wichtiger als persönlicher Gewinn
Für das weltweite Kooperationsexperiment erhoben Peter Andre, Teodora Boneva (Universität Bonn), Felix Chopra (Frankfurt School of Finance & Management) und Armin Falk (Universität Bonn) Daten von mehr als 101.000 Umfrageteilnehmenden aus 125 Ländern. Die Befragten mussten sich zwischen einer höheren Auszahlung für sich selbst und einer geringeren persönlichen Auszahlung entscheiden, die, sofern eine weitere fremde Person die gleiche Wahl traf, eine Spende zur Bekämpfung der globalen Erwärmung auslöste.

Die Befragung fand im Rahmen der „Gallup World Poll 2021/2022“ statt, einer jährlich in über 130 Ländern durchgeführten Befragung der erwachsenen Bevölkerung zu Lebenslage, Einstellungen und Wohlbefinden.

Publikation
Armin Falk, Teodora Boneva, Peter Andre, Felix Chopra, „Homo cooperans: Understanding the nature of human cooperation“

Weitere Informationen und Kontakt
Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE


https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/unterschaetzter-gemeinsinn


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