Radhaubitze RCH 155: Deutsch-britisches Gemeinschaftsprojekt 15.5.2026 Lara Finke | Bundesministerium für Verteidigung Großbritannien hat einen Vertrag über die Beschaffung von Radhaubitzen RCH 155 gezeichnet. Das deutsch-britische Gemeinschaftsprojekt setzt die Vereinbarungen des Trinity-House-Abkommens um, stärkt die enge deutsch-britische Zusammenarbeit und vertieft die Interoperabilität zwischen den verbündeten Streitkräften. Anlässlich der Vertragszeichnung bekräftigte Verteidigungsminister Boris Pistorius noch einmal, dass die RCH 155 die Feuerkraft, Sicherheit und Flexibilität der Artillerie erheblich verbessern werde. Die Radhaubitze stelle einen wichtigen Baustein für die moderne Artillerieunterstützung dar. „Mein britischer Amtskollege John Healey und ich halten Wort und setzen die Trinity-House-Vereinbarung Schritt für Schritt um“, so der Minister. Gemeinsam mit Großbritannien setze Deutschland damit ein starkes Zeichen für Interoperabilität innerhalb der NATO. Durch gemeinsame Übungen und Ausbildungen werden unsere Streitkräfte noch enger zusammenwachsen. So vertiefen wir die militärische Zusammenarbeit nachhaltig und stärken unsere Einsatzbereitschaft – für mehr Sicherheit in Europa. Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski Bereits im April 2024 hatten die Regierungschefs Deutschlands und Großbritanniens angekündigt, das Waffensystem gemeinsam beschaffen zu wollen. Pistorius und Healey bestätigten das Vorhaben im Oktober 2024 im Rahmen des Trinity-House-Abkommens. Im Dezember 2025 billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags die Beschaffung der Radhaubitze. RCH 155 – Remote Controlled Howitzer 155 Millimeter Die RCH 155 ist für die hochbeweglichen Mittleren Kräfte des Heeres gedacht. Sie soll die seit langem bewährte Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr ergänzen sowie die Unterstützung von gepanzerten Kräften bei beweglich geführten, mechanisierten Operationen gewährleisten. Darüber hinaus soll sie abgesessen eingesetzten Kräften unmittelbare Feuerunterstützung bieten sowie in die Tiefe des Raums wirken. Die RCH 155 kombiniert automatisierte Artilleriefeuerkraft mit geschützter Radmobilität. Sie vereint das bewährte Fahrmodul des Radpanzers GTK Boxer und die Waffenanlage der Panzerhaubitze 2000. Durch ihre Beweglichkeit ist sie schwer zu bekämpfen. Dank ihres Radantriebs kann die RCH 155 auf Straßen lange Distanzen ohne Tankstopps schnell zurücklegen. Das selbstfahrende Artilleriegeschütz hat einen besatzungslosen, vollautomatischen Turm. Die Besatzung besteht deshalb aus nur zwei Personen: einem Kommandanten und einem Militärkraftfahrer. von Lara Finke https://www.bmvg.de/de/aktuelles/radhaubitze-rch-155-deutsch-britisches-gemeinschaftsprojekt-6102728