Außenminister Wadephul bei seiner Ankunft in Kyjiw 31.3.2026 Pressemitteilung | Auswärtiges Amt Bei seiner Ankunft in Kyjiw erklärte Außenminister Wadephul heute (31. März 2026). Vor vier Jahren stockte der Welt der Atem. Als ukrainische Soldaten nach einem Monat der russischen Besatzung die Kiewer Vorstadt Butscha befreiten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Viele von uns werden diese Bilder nie vergessen: Erschossene Zivilisten in den Straßen. Ermordet in ihren Vorgärten. Verbrannt. In Keller oder die Kanalisation geworfen. Verscharrt in Massengräbern. Unzählige Berichte über Vergewaltigungen und Folter. Ein schrecklicher Blick in die tiefsten Abgründe menschlicher Grausamkeit und ein Schlaglicht auf das, was Menschen in den besetzten Gebieten der Ukraine seit nunmehr 12 Jahren erleiden müssen. Butscha steht als Symbol für unzählige weitere russische Kriegsverbrechen. Die Massaker von Isjum, die Bombardierung des Bahnhofs von Kramatorsk, die Belagerung von Mariupol – wohin auch immer Putins Russland geht, dahin kommen Mord und Barbarei. Butscha steht aber auch für die Kraft der ukrainischen Armee zur Rückeroberung großer Landesteile, für die Widerstandsfähigkeit und den Mut der Ukrainerinnen und Ukrainer. Für ihr Recht auf eine Zukunft in Frieden und in Freiheit vor russischer Unterdrückung. Das heutige Treffen der EU-Außenministerinnen und Außenminister in Butscha und Kyjiw sendet deswegen ein klares Signal: Die Ukrainerinnen und Ukrainer sind Teil unserer europäischen Familie. Wir begleiten sie entschlossen auf dem Weg in die Europäische Union, für den sie sich 2014 auf dem Euromaidan entschieden haben. Das heutige Treffen ist auch ein klares Signal an Russland: Die Verantwortlichen für diesen Krieg und die begangenen Verbrechen dürfen nicht ungestraft davonkommen - das schulden wir den Opfern, ihren Familien und Freunden. Deshalb unterstützt die Bundesregierung die Ukraine bei der Sammlung von Beweismitteln und der Dokumentation russischer Verbrechen. Als Gründungsmitglied der Schadensersatzkommission und mit unserem Einsatz für ein Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine tragen wir gemeinsam mit unseren Partnern dazu bei, die rechtliche Aufarbeitung russischer Gräueltaten zu ermöglichen. Wir in Deutschland und auch als Europäische Union haben weiterhin ein klares Ziel: Ein gerechter, belastbarer und dauerhafter Frieden für eine freie und demokratische Ukraine. Dieser bittere Jahrestag zeigt jedoch, dass Sicherheit weiterhin nicht mit, sondern nur gegen Putins Russland möglich ist. Alle Gesprächsangebote der Ukraine, alle Waffenstillstandsangebote beantwortet Moskau nur mit noch mehr Krieg. Mit Bombenhagel, Raketenterror und Drohnenschwärmen. Dauerhafter Frieden für die Ukraine und für ganz Europa wird deswegen am Ende nur aus ukrainischer Stärke entstehen, aus der Einsicht Russlands, militärisch nichts mehr erreichen zu können. Wie weit dieser Weg noch ist, liegt auch in den Händen der europäischen Unterstützer der Ukraine. Wir müssen klar machen, dass wir den längeren Atem haben, dass wir geschlossen stehen, dass Nachlassen keine Option ist. Das muss die Botschaft des heutigen Treffens sein. https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2762518-2762518