Auszeichnung für Düsseldorfer Ärztin und Wissenschaftlerin Dr. Theresa Tenge erhält Förderpreis der Wissenschaft der DGP

3.10.2026 - Anne Wansing | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat den diesjährigen Anerkennungs- und Förderpreis der Wissenschaft zum zweiten Mal in Folge an Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) verliehen. Preisträgerin Dr. Theresa Tenge (Klinik für Anästhesiologie, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin, IZP) wurde für Ihre Arbeit Development and validation of a prediction score for early identification of palliative care needs for patients in the intensive care unit: a multicentre retrospective cohort study, die in Zusammenarbeit mit Forschenden aus Düsseldorf und Boston entstand, ausgezeichnet.

Eine schwere Erkrankung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen oft mit erheblichen körperlichen, psychischen oder psychosozialen Belastungen verbunden. Eine spezialisierte Palliativversorgung kann hier Abhilfe schaffen. Allerdings stellt die Identifikation von Patientinnen und Patienten, die von einer spezialisierten Palliativversorgung profitieren würden, weiterhin eine Herausforderung dar. Um diesen Prozess zu vereinfachen, hat Dr. Tenge im Rahmen ihrer Studie Development and validation of a prediction score for early identification of palliative care needs for patients in the intensive care unit: a multicentre retrospective cohort study einen Score entwickelt und validiert, der helfen soll mögliche Bedürfnisse in der Palliativversorgung der Betroffenen zu identifizieren. Dabei nimmt der Score konkret Patientinnen und Patienten in den Fokus, die auf der Intensivstation behandelt werden. Durch die frühe Erfassung der Prädiktoren, 24 Stunden nach Aufnahme, ermöglicht er eine möglichst frühzeitige Einbindung der Palliativversorgung.

Der Score umfasst zehn Faktoren, darunter Informationen zu den demografischen Angaben der Betroffenen, Komorbiditäten und den gegenwärtigen Gesundheitsstatus. Im Rahmen der Studie wurde er anhand von Patientendaten von über 60.000 Patienten entwickelt. Er ermöglichte es, die Inanspruchnahme einer spezialisiertenPalliativversorgung auf der Intensivstation vorauszusagen. So kann er helfen, Patientinnen und Patienten mit einem potenziellen Palliativbedarf zu identifizieren und die Integration einer multidisziplinären Versorgung zu vereinfachen. Die Preisträgerin freut sich sehr über die Auszeichnung, die im Rahmen der DGP-Jahrestagung am 26. September in Freiburg übergeben wurde: „Diese Auszeichnung ist für mich eine große Ehre und eine besondere Anerkennung der Forschungsarbeit. Mein herzlicher Dank gilt insbesondere Prof. Martin Neukirchen, PD Dr. Maximilian Schaefer sowie den wissenschaftlichen Teams in Düsseldorf und Boston.“

Neben Theresa Tenge waren am Standort Düsseldorf außerdem Dr. Jaqueline Schwarz (IZP), Prof. Dr. Martin Neukirchen (Leiter IZP) und PD Dr. Maximilian Schaefer (Klinik für Anästhesiologie) beteiligt. Die Arbeit entstand außerdem in Zusammenarbeit mit Forschenden der Harvard Medical School, der Emory University Atlanta und des University of Nebraska Medical Centers. Sie wurde durch eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Für diese Arbeit wurden Dr. Tenge und ihr Team durch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin nun mit dem 1. Preis des Anerkennungs- und Förderpreises für Wissenschaft in der Palliativversorgung ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1999 jährlich verliehen und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro dotiert. Durch diesen Preis ehrt die DGP herausragende klinische Forschung. Die 1994 gegründete DGP setzt sich für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung aller in der Palliativversorgung Tätigen ein. Sie hat über 6.800 Mitglieder aus den Bereichen Medizin, Pflege und anderen Berufsfeldern Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung der Palliativversorgung standort- und berufsübergreifen. Bereits zum zweiten Jahr in Folge geht der Preis 2026 in das IZP. Im vergangen wurden Prof. Dr. Martin Neukirchen und Prof. Dr. Manuela Schallenburger ausgezeichnet.



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