Weniger Zettelwirtschaft, verstärkte Kontrollen.
Am 1. Oktober starten die Erleichterungen bei der Belegerteilung. Neben der weiterhin bestehenden Möglichkeit, die Rechnung in Papierform mitzunehmen, können diese nun auch einfacher digital übermittelt werden. Weiterhin bestehen bleibt außerdem die Belegerteilungspflicht, also das Aushändigen einer Rechnung, unabhängig von der Höhe des Betrags. Die Belege können in Zukunft per E-Mail oder App – etwa in Form von digitalen Kundenkarten – direkt an die Kundin oder den Kunden weitergegeben werden oder mit einem Endgerät vor Ort ausgelesen werden, etwa in Form eines QR-Codes.
Schwerpunktkontrollen des Amtes für Betrugsbekämpfung
Die Erleichterungen bei der Weitergabe des digitalen Belegs dürfen keine Türen für einen möglichen Steuerbetrug darstellen. Daher wird das Amt für Betrugsbekämpfung im Finanzministerium in den ersten Wochen einen Schwerpunkt seiner Kontrollen auf die korrekte Weitergabe des digitalen Belegs legen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf bargeldintensiven Branchen liegen.
Der Anfang des Jahres aufgedeckte Registrierkassenbetrug, bei dem die Zahl der Beschuldigten mittlerweile bei mehr als 100 Personen liegt und rund 100 Terabyte an elektronischen Daten gesichert wurden, zeigt die Bedeutung der scharfen Kontrollen deutlich auf. Gleichzeitig sind auch die Kundinnen und Kunden aufgefordert, Belege – egal, ob in Papierform oder in digitaler Form – mitzunehmen. Nur so kann auch tatsächlich sichergestellt werden, dass die notwendigen Abgaben auch tatsächlich geleistet werden.
Finanzminister Markus Marterbauer: „Der digitale Beleg ist eine zeitgemäße Form der Rechnungsmitnahme, die gleichzeitig zu weniger Papierrechnungen führen wird. Aber wir verfolgen auch weiterhin eine klare Linie: Null Toleranz gegenüber Steuerbetrug an der Allgemeinheit. Der Kampf gegen Steuerbetrug ist ein Kampf für die Gerechtigkeit. Dazu tragen unter anderem bereits beschlossene verschiedene Maßnahmen im Bereich der Betrugsbekämpfung sowie die nun geplante Aufstockung der Betrugsbekämpfungsteams bei. Jede und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, den überwiegenden Teil der Steuerehrlichen zu unterstützen, indem man seine Rechnungsbelege mitnimmt, egal ob digital oder aus Papier. Denn nur die Mitnahme der Rechnung garantiert, dass der geleistete Steuerbetrag auch richtig ankommt.“
Schluss mit der Zettelwirtschaft
Laut Schätzungen werden täglich rund 1500 Kilometer Rechnungen in Österreich ausgedruckt. Mit der jährlichen Menge kann damit etwa die Fläche der gesamten Stadt Steyr mit Rechnungen zugedeckt werden. Mit den Erleichterungen rund um den digitalen Beleg, der Vereinfachungen für Unternehmen und der damit verbundenen Verringerung der Papierbelegmenge soll außerdem ein Beitrag für den Umweltschutz erreicht werden.
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl: „Der digitale Beleg ist eine lange geforderte und wichtige Erleichterung für unsere Unternehmen. Er vereinfacht Abläufe im betrieblichen Alltag und bedeutet zugleich ein Ende unnötiger Zettelwirtschaft. Damit schaffen wir eine moderne, praxistaugliche Lösung für unsere Wirtschaft, nutzen die Chancen der Digitalisierung und reduzieren den Papierverbrauch.“
https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2026/september-2026/digitaler-beleg.html