„Die Hitze im Sommer macht mir und den Pflanzen zu schaffen“

28.9.2026 - | Universität Münster

Sommerserie Teil 10: Die Lieblingsjahreszeit von Julius Jeiter, Kustos des Botanischen Gartens, ist wider Erwarten nicht der Sommer …

Viele Sonnenstunden, offene Freibäder und lange Schlangen vor den Eisdielen, aber auch heiße Dachgeschosswohnungen und -büros, eine fordernde Klausurenphase und Staus auf den Autobahnen: Der Sommer bringt privat wie beruflich, positiv wie negativ Bewegung und Stillstand mit sich. In der Sommerserie „Sommer, Sonne, Kaktus“ schildern Angehörige der Uni Münster mithilfe eines Fragebogens ihr Verhältnis zur warmen Jahreszeit. Nicht streng wissenschaftlich, sondern mit Leichtigkeit. Den Schlusspunkt der diesjährigen Sommerserie setzt passenderweise Dr. Julius Jeiter, Kustos des Botanischen Gartens – auch weil er dem Herbst viel abgewinnen kann.


Mit welchen drei Wörtern würden Sie den Sommer beschreiben?

Hitze, Hängemattenlektüre, Urlaub

Laut einer Umfrage sagen 44 Prozent der Deutschen, dass der Sommer ihre liebste Jahreszeit ist. Ein Geheimtipp ist die warme Jahreszeit also nicht. Gehören Sie zu den 44 Prozent oder wird der Sommer Ihrer Meinung nach überbewertet?

Ich gehöre klar nicht zu den 44 Prozent. Für mich sind Frühling und Herbst die angenehmsten Jahreszeiten. In unserem Botanischen Garten findet in diesen Jahreszeiten sehr viel statt: Im Frühling treiben viele Pflanzen aus, gleichzeitig blühen andere Arten; im Herbst reifen die Früchte und die spätblühenden Pflanzen bilden ihre Blüten. Ich bevorzuge Temperaturen um die 20 Grad Celsius, die Hitze im Sommer macht mir und den Pflanzen zu schaffen.

Wo verbringen Sie den Sommer am liebsten?

Irgendwo, wo es kühl ist. Ansonsten gerne draußen im Schatten oder am Wasser.

Eine Sache, die Sie diesen Sommer unbedingt machen möchten?

In der Hängematte liegen und bei einem guten Buch entspannen.

Was ist Ihre liebste Sommererinnerung?

Als Jugendlicher bin ich zu Beginn der Sommerferien von meiner Heimatstadt Aachen mit dem Fahrrad in die Eifel an den Rursee gefahren, um dort ein paar Tage allein auf einem Campingplatz zu verbringen. Das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit war damals etwas Neues für mich und ich denke gern an diese Touren zurück. Genauso wie an Spaziergänge entlang der Küste der Normandie mit meiner Frau oder an den Urlaub, in dem mein Sohn das erste Mal das Meer gesehen hat.

Was bringt der Sommer für Ihren Job an der Uni Münster mit sich?

Frühling und Sommer sind die arbeitsreichsten Jahreszeiten im Botanischen Garten. Für die Gärtnerinnen und Gärtner bedeutet der Sommer viel gießen, insbesondere in so heißen und trockenen Sommern wie dieses Jahr. Für mich als Kustos heißt Sommer Führungen geben, Veranstaltungen und Ausstellungen planen und Pflanzen bestimmen. Ein Botanischer Garten ist eine dynamische Einrichtung. Die Pflanzen säen sich an verschiedenen Stellen aus, neue werden Teil unserer Sammlung. All diese Pflanzen werden von mir nachbestimmt und in unsere Datenbank eingetragen. Im Sommer haben viele Pflanzen einerseits Blätter und Blüten, andererseits bilden sie schon erste Früchte. Kombinationen dieser Merkmale sind für die Bestimmung relevant. Diese nimmt viel Zeit ein. Daneben genieße ich es aber auch, durch den Garten zu gehen und mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen. Bei den hohen Besucherzahlen gerade im Sommer kommt das recht häufig vor.

Mit welchem Ort an der Uni verbinden Sie den Sommer?

Mit dem Botanischen Garten. Ich habe den Vorteil, an einem Ort zu arbeiten, den viele Angehörige der Universität in ihren Pausen oder ihrer Freizeit aufsuchen. Welchen anderen Ort an der Universität sollte ich da mehr mit dem Sommer verbinden?!

Wie überstehen Sie heiße Tage bei der Arbeit?

Früh zur Arbeit gehen und durchlüften. Ventilator und geschlossene Fensterläden am Nachmittag. Nach Möglichkeit ein paar Runden durch den Garten drehen und mich mit den Pflanzen vertraut machen.

Worauf freuen Sie sich jetzt schon, wenn der Sommer vorbei ist?

Die Veränderung der Vegetation zum Herbst hin … und natürlich kühlere Tage und Nächte. Der Herbst bietet neue, wunderschöne Aspekte im Garten. Auch das Laub verfärbt sich. Der Garten riecht anders.

 

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