Land und Landeszentrum für Hörgeschädigte – gemeinnützige Privatstiftung entwickeln Angebot für Kinder mit Hörbeeinträchtigungen weiter

Datum22.9.2026
SubjektLand Vorarlberg
AutorLucas Meusburger
RegionRakousko
KategorieZdravotnictví a nemocnice, Sociální služby, Školství

Bregenz/Dornbirn (VLK) – Kinder mit Hörbeeinträchtigungen sollen künftig verstärkt direkt in ihrem wohnortnahen Kindergarten begleitet werden. Dazu soll das bisherige Angebot des Kindergartens für Hör- und Sprachbildung am Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte (LZH) ab dem Kindergartenjahr 2027/28 eingestellt und in ein mobiles Unterstützungsangebot übergeführt werden. Die bereits bestehende Audiopädagogische Frühförderung des LZH wird dafür gezielt ausgebaut. Ein Teil der bisher eingesetzten Mittel soll künftig rund 1.970 zusätzliche Stunden audiopädagogischer Frühförderung ermöglichen.

Derzeit werden im Kindergarten für Hör- und Sprachbildung des LZH in Dornbirn sieben Kinder begleitet. Das Angebot richtet sich an Kinder mit schweren peripheren oder zentralen Hörbeeinträchtigungen, Kinder mit zusätzlichen Behinderungen sowie hörende Kinder gehörloser Eltern.

Mit der geplanten Weiterentwicklung kommt die fachliche Unterstützung künftig verstärkt zu den Kindern. Sie können dadurch gemeinsam mit anderen Kindern einen Kindergarten in ihrem vertrauten Lebensumfeld besuchen und werden dort bedarfsgerecht durch die Fachkräfte des LZH begleitet. „Unser Ziel ist, dass Kinder mit Hörbeeinträchtigungen möglichst selbstverständlich am Bildungs- und Betreuungsangebot in ihrer Gemeinde teilhaben können. Dafür bringen wir die besondere fachliche Kompetenz des LZH direkt zu den Kindern und in die Kindergärten. Die bestehenden Mittel des Vorarlberger Sozialfonds werden gezielt in den Ausbau der mobilen Frühförderung überführt. Damit stärken wir die Unterstützung vor Ort und setzen einen weiteren konkreten Schritt in Richtung eines inklusiven Bildungssystems“, betont Soziallandesrätin Martina Rüscher.

Bestehende mobile Strukturen werden ausgebaut

Die Audiopädagogische Frühförderung des LZH begleitet Kinder von der Geburt bis zum Schuleintritt bei ihrer Hör- und Sprachentwicklung. Neben der direkten Arbeit mit den Kindern umfasst das Angebot auch die intensive Beratung der Eltern sowie die Zusammenarbeit mit pädagogischen Fachkräften, medizinischen Diensten und weiteren Einrichtungen.

Schon bisher sind die Fachkräfte sowohl ambulant am LZH als auch mobil in ganz Vorarlberg tätig. Sie begleiten Kinder in ihrem familiären Umfeld und in elementarpädagogischen Einrichtungen. Diese bestehende Struktur soll nun erweitert werden, damit auch jene Kinder, die bislang den Kindergarten für Hör- und Sprachbildung besucht haben, qualitätsvoll in ihrem wohnortnahen Kindergarten unterstützt werden können. Gleichzeitig erhalten die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort Beratung und fachliche Begleitung für den Kindergartenalltag.

„Wir bedauern, dass der Kindergarten künftig nicht mehr in seiner bisherigen Form an unserem Standort weitergeführt wird. Zugleich werden wir die Neuausrichtung konstruktiv mitgestalten und die besonderen Kompetenzen unseres Teams verstärkt direkt zu den Kindern und in die Gemeinden bringen. Auch wenn das bestehende Service durch qualitätsvolle Angebote direkt am Standort LZH – wie Psychologie, Therapie, Soziale Arbeit, HNO und Hörtechnik – nicht mehr angeboten wird, werden wir die mobile Unterstützung für alle betroffenen Kinder in Vorarlberg in hoher Qualität erbringen. Wichtig ist uns die bestmögliche Begleitung der Kinder für ein Leben in Selbständigkeit und Teilhabe.“, betont Johannes Mathis vom Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte.

Mehr Teilhabe im vertrauten Umfeld

Mit der Weiterentwicklung wird das fachliche Angebot nicht reduziert, sondern neu ausgerichtet und näher an die Lebenswelt der Kinder gebracht. Die freiwerdenden Ressourcen des bisherigen stationären Angebots werden zum großen Teil in zusätzliche mobile Förderstunden überführt. Dadurch kann die audiopädagogische Expertise des LZH künftig breiter im ganzen Land eingesetzt werden.

Der Ansatz stärkt die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit Behinderungen am allgemeinen Bildungssystem und entspricht damit dem in Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention verankerten Ziel einer inklusiven Bildung. Zugleich folgt die Neuausrichtung den Grundsätzen der Sozialfondsstrategie 2030, vorhandene Mittel bedarfsgerecht, wirksam und möglichst wohnortnah einzusetzen.

Ein vergleichbarer Weg wurde bereits mit „JUMI – Jupident mobile Inklusion“ eingeschlagen: Seit dem Betreuungsjahr 2023/24 unterstützt ein mobiles Team der Stiftung Jupident Kinder und pädagogische Fachkräfte direkt in den elementarpädagogischen Einrichtungen. Die damalige Neukonzeption setzte ebenfalls darauf, Inklusion durch professionelle Unterstützung im Regelsystem zu ermöglichen.


https://presse.vorarlberg.at/land/public/Land-und-Landeszentrum-f-r-H-rgesch-digte-gemeinn-tzige-Privatstiftung-entwickeln-Angebot-f-r-Kinder