Messtrupps prüfen Technik und Funktionsfähigkeit von 128 Mess- und Beobachtungspunkten.
Am Montag, 7. September 2026, hat das Umweltamt die Funktionsfähigkeit des städtischen Messsystems für Elbehochwasser getestet. Die Mitarbeiter überprüften die technische Ausstattung sowie die Mess- und Beobachtungspunkte und trainierten den Ablauf eines Hochwasser- und Katastropheneinsatzes.
Bei der Übung waren 83 Messpunkte für das Szenario eines Elbepegels von 7,62 Metern vorgesehen. Innerhalb der vorgegebenen Zeit von zwei Stunden wurden davon 77 fiktive Pegelstände zurückgemeldet. In einigen Fällen gab es Ableseschwierigkeiten. Das Gesamtergebnis wurde dadurch aber nicht beeinträchtigt. Die Technik funktionierte ausnahmslos. Nach einer ersten Auswertung sollen einige Messpunkte überarbeitet werden, beispielsweise durch das Freischneiden von Sichtachsen oder kleinere Reparaturen. Auch die Rückmeldungen der Einsatzteams werden genutzt, um die organisatorischen Abläufe weiter zu verbessern.
René Herold, Leiter des Umweltamtes, zieht ein positives Fazit„Die Teams bewegten sich bei dieser Übung unter Zeitdruck sicher und schnell im Gelände und legten ein hohes Engagement an den Tag. In einigen Fällen sind Beobachtungspunkte über die Zeit zugewachsen oder schwer erreichbar. Genau für solche Rückmeldungen sind regelmäßige Übungen wichtig.“
Bei Hochwasser erfassen die Einsatzkräfte den Wasserstand von sicheren Beobachtungspunkten aus und beobachten die Situation vor Ort. Dafür betreiben das Umweltamt und das Amt für Geodaten und Kataster insgesamt 128 Mess- und Beobachtungspunkte im Stadtgebiet. Zu einem solchen gehören unter anderem Pegellatten, eingemessene Treppen, Messpunkte an Brücken und Hochwasserschutzmauern sowie Farbmarkierungen an verschiedenen Bauwerken und Straßen. Die Messpunkte und die dazugehörigen Unterlagen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst oder erweitert.
Das Messsystem wird planmäßig aktiviert, wenn am Pegel Dresden ein Wasserstand von mehr als sieben Metern erwartet wird. Dies entspricht der Alarmstufe 4. Für den Einsatz aktiviert das Umweltamt elf Messtrupps mit insgesamt 33 Mitarbeitern. Weitere Fachkräfte werten die übermittelten Messdaten zentral aus. Auf dieser Grundlage kann die Landeshauptstadt notwendige Hochwasserabwehrmaßnahmen veranlassen und die Bevölkerung über die aktuelle Lage informieren. Hochwasserabwehrmaßnahmen sind zum Beispiel die Errichtung zusätzlicher Schutzvorrichtungen oder die Evakuierungen einzelner Stadtteile.
Mit regelmäßigen Übungen überprüft das Umweltamt die technische Ausstattung sowie die personellen und organisatorischen Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen. Die vergangenen Übungen fanden im März 2019 und April 2023 statt. Dabei werden auch alternative Kommunikationswege erprobt, falls Stromversorgung oder Telekommunikationsnetze ausfallen. Die Erkenntnisse aus der aktuellen Übung fließen in die Planung der nächsten Übung ein.
René Herold„Ich bedanke mich bei allen Beteiligten des Umweltamtes, des Amtes für Geodaten und Kataster und der Stadtentwässerung Dresden für ihren Einsatz.“