Ferienzeit ist nicht nur Urlaubszeit, sondern auch Übungszeit für den Schulweg. Viele Eltern haben sich in den vergangenen Wochen gefragt, welche Route wohl die beste für ihr Kind ist, damit es auch sicher in der Schule ankommt. Ein Projekt der Bergischen Universität Wuppertal in Zusammenarbeit mit dem Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (buffee) hat sich zum Ziel gesetzt, diese Entscheidung zukünftig mit einer Web-App zu erleichtern. Bis 2028 wird noch geforscht und entwickelt. Ein Workshop, offen für Vertreter*innen von Schulen und Kommunen, gibt am 23. September aktuelle Einblicke in das Projekt und fragt die Beteiligten nach ihren Bedarfen.
Im Projekt SAFER arbeiten Mathematiker*innen der Bergischen Universität daran, Routen zu berechnen, die einen guten Kompromiss zwischen der kürzesten und der sichersten Strecke liefern. „Aktuell entwickeln und überprüfen wir die Algorithmen, die der Berechnung zugrunde liegen und gehen der Frage nach, welche Wege vorgeschlagen werden sollen“, erklärt Prof. Dr. Michael Stiglmayr aus der Arbeitsgruppe Optimierung.
Denn eine Web-App, die das Ziel des Projekts ist, soll zukünftig nicht alle möglichen Wege präsentieren. Wie bei heutigen Navigationsanwendungen üblich, soll sie eine Auswahl treffen. „Letztlich sollen die Nutzer*innen zwischen einer Handvoll Routen auswählen können, die unterschiedlich genug sind, da auch das Sicherheitsbedürfnis von Mensch zu Mensch verschieden ist. Das Ergebnis soll Kriterien wie Weglänge, Dauer und Sicherheit berücksichtigen und für die Anwendenden sichtbar machen“, so Stiglmayr.
Auch Schulen und Kommunen profitieren
Der Service kommt nicht nur Eltern und Schüler*innen zugute. Für Schulen liefert das Projekt Antworten auf wichtige Fragen wie „Wo verlaufen sichere Wege, damit wir diese bewerben können?“ und „Welche Wege werden wie genutzt?“.
Mithilfe von Einwohnermeldedaten lässt sich prognostizieren, welche Wege besonders frequentiert sind. Informationen, die sich mit den neuen Rechenwegen aus dem Projekt nützlich kombinieren lassen. Indem den verschiedenen Typen von Straßenquerungen – wie Ampel, Zebrastreifen oder Mittelinsel – ein entsprechendes Gefahrenpotenzial zugeordnet wird, können Kommunen unter anderem fundierte Aussagen darüber treffen, wie sich mögliche Veränderungen in der Verkehrsinfrastruktur auf die Schulwegsicherheit auswirken könnten.
Am Mittwoch, 23. September (10 bis 13 Uhr), laden die Projektpartner zu einem Online-Workshop ein, der sich an Vertreter*innen von Schulen und Kommunen richtet. Gemeinsam sollen Bedarfe diskutiert und Anregungen für die weitere Projektlaufzeit ausgetauscht werden. Zudem sind Impulsvorträge der Projektpartner geplant. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich per Mail an Michael Stiglmayr wenden: stiglmayr[at]uni-wuppertal.de.
Das Projekt SAFER – Sicheres, Algorithmen-basiertes Fußwegerouting – wird im Rahmen des Innovationswettbewerbs NeueWege.IN.NRW durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit 590.000 Euro gefördert.
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