Vorarlberg trauert um Monika Helfer

3.8.2026 - Martina Hämmerle | Land Vorarlberg

LH Wallner und LR Schöbi-Fink: „Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unseres Landes ist verstummt“.

Bregenz (VLK) – Die aus dem Bregenzerwald stammende und vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Monika Helfer ist am gestrigen Sonntag (2. August 2026) im Alter von 78 Jahren infolge eines Unfalls verstorben. „Mit Monika Helfer verliert Vorarlberg eine herausragende Schriftstellerin und eine unverwechselbare Erzählerin. Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unseres Landes ist verstummt“, würdigen Landeshauptmann Markus Wallner und Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink die Verstorbene.

Landeshauptmann Wallner würdigt die Bedeutung Monika Helfers für Vorarlberg und darüber hinaus: „Monika Helfer hat mit ihrem literarischen Schaffen das Bild Vorarlbergs weit über die Landesgrenzen hinausgetragen. Ihr Werk ist tief in Vorarlberg verwurzelt und zugleich von universeller Bedeutung.“

Monika Helfer erzählte in ihren Werken von Familie, Herkunft, Erinnerungen, Vergangenheit, Identität, Liebe, Verlust, Tod sowie vom Leben und den Erfahrungen von Frauen verschiedener Generationen. Ihre Werke sind geprägt von autobiografischen Elementen und einem unverwechselbaren Stil, der durch einen zarten und zugleich klaren, oft schmerzhaften Blick auf menschliche Beziehungen und Schicksale besticht. „Mit großer sprachlicher Kraft und menschlicher Tiefe hat Monika Helfer Vorarlberg weit über seine Grenzen bekannt gemacht, die Literaturlandschaft nachhaltig bereichert und eine unverwechselbare Stimme hinterlassen. Mit ihren Werken hat sie Generationen von LeserInnen inspiriert“, betont Landesrätin Schöbi-Fink.

Monika Helfer
Monika Helfer wurde am 18. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sie lebte mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Michael Köhlmeier, in Hohenems. Seit den 1970er-Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Theaterstücke und Hörspiele. Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde Helfer insbesondere mit ihrer autofiktionalen Familientrilogie Die Bagage, Vati und Löwenherz. Zuletzt erschienen u.a. die Romane Die Jungfrau (Hanser, 2023), die Erzählbände Bettgeschichten und andere (Bahoe Books, 2022), Wie die Welt weiterging (Hanser, 2024), die Erzählung Der Bücherfreund (Hanser, 2025) sowie das gemeinsam mit Michael Köhlmeier verfasste Stück Praterstern (Braumüller, 2025). Für die beste Erzählung des Jahres 2025 – Sie wollten sich trennen – wurde Monika Helfer noch im vergangenen März mit dem Boccaccio.cc-Preis ausgezeichnet.

Für ihre Arbeiten erhielt Monika Helfer unter anderem den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, den Solothurner Literaturpreis, den Johann-Peter-Hebel-Preis und – gemeinsam mit Michael Köhlmeier – den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch. Zwei Mal war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Bereits 1973 erhielt sie die Fördergabe des Landes Vorarlberg, 1989 das Vorarlberger Literaturstipendium.

Monika Helfer war eng mit der Literaturszene Vorarlbergs und den literarischen Einrichtungen wie dem Literaturhaus Vorarlberg, der Vorarlberger Landesbibliothek und dem Franz-Michael-Felder-Archiv verbunden. Den Weg des Vorarlberger Literaturhauses gestaltete Monika Helfer von Anfang an mit großer Herzlichkeit mit.

„Monika Helfer hat die Literatur und das kulturelle Leben Vorarlbergs über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Ihr Werk wird bleiben und weiterhin viele Menschen berühren. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden“, so Wallner und Schöbi-Fink abschließend.


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