Warnhinweis an Länder, Unternehmen und andere Akteure betreffend nordkoreanische IT-Fachkräfte

31.7.2026 - | Auswärtiges Amt

Gemeinsamer Warnhinweis Japans, der Vereinigten Staaten von Amerika, der Republik Korea, Australiens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas, Neuseelands, der Niederlande und des Vereinigten Königreichs.

Nordkorea stützt sich auf ein Netzwerk qualifizierter IT-Fachkräfte, die innerhalb und außerhalb Nordkoreas eingesetzt werden, um sich falsche Identitäten zu beschaffen und in Remote-Arbeit Einkommen zu erzielen, mit dem die rechtswidrigen Kernwaffen- und Raketenprogramme Nordkoreas finanziert werden.

Nordkoreanische IT-Fachkräfte geben sich als Staatsangehörige anderer Länder aus, um über Online-Plattformen, die private Unternehmen zur Mitarbeitersuche, Beschaffung sowie Beauftragung von Dienstleistungen betreiben, Arbeit und Einkommen zu erhalten. Diese Personen versuchen, Verträge abzuschließen und ihre Gehälter an ihre übergeordneten nordkoreanischen Agenturen weiterzugeben. Zudem bedrohen sie Unternehmen von innen und sind an Datenabfluss sowie dem Diebstahl von Kryptowährungen und sensiblen Informationen beteiligt. Nordkoreanische IT-Fachkräfte setzen immer raffiniertere Methoden ein, auch unter Nutzung von KI, um ihre Identitäten zu verschleiern und ihre Aktivitäten weltweit auszuweiten.

Unsere Länder haben wiederholt Informationen veröffentlicht, um die internationale Staatengemeinschaft und den Privatsektor vor der Bedrohung durch nordkoreanische IT-Fachkräfte zu warnen. Japan, die Vereinigten Staaten und die Republik Korea gaben im August 2025 eine „Gemeinsame Erklärung zu nordkoreanischen IT-Fachkräften“ ab, und das multilaterale Sanktionsüberwachungsteam (MSMT) veröffentlichte im Oktober 2025 seinen zweiten Bericht über die Verletzung und Umgehung von VN-Sanktionen durch Nordkorea mittels Cyber-Aktivitäten und IT-Fachkräften. Die Vereinigten Staaten, Japan, die Republik Korea, das Vereinigte Königreich, Australien und Kanada haben jeweils Leitfäden bezüglich der Risiken veröffentlicht, die von nordkoreanischen IT-Fachkräften für private Unternehmen, Regierungen und einzelne Bürgerinnen und Bürger ausgehen. Die Bedrohung durch nordkoreanische IT-Fachkräfte wird durch uns weiterhin aktiv beobachtet und bekämpft.

Nach Maßgabe von Resolution 2397 des VN-Sicherheitsrats müssen alle VN-Mitgliedstaaten alle nordkoreanischen Staatsangehörigen, die im Hoheitsgebiet des jeweiligen Mitgliedstaats Einkommen erzielen, nach Nordkorea repatriieren, vorbehaltlich begrenzter Ausnahmen. Darüber hinaus verstößt der Abschluss von Verträgen mit nordkoreanischen IT-Fachkräften und ihre Bezahlung für erbrachte Leistungen möglicherweise gegen die innerstaatlichen Gesetze vieler Länder, darunter Japan, die Vereinigten Staaten und die Republik Korea, und kann rechtliche Konsequenzen oder Geldstrafen nach sich ziehen.

Die Arbeitsgruppe zur Geldwäschebekämpfung (FATF) stuft Nordkorea als Hochrisiko-Land (high-risk jurisdiction) ein, für das ein Aufruf zum Handeln besteht (schwarze Liste). Die FATF bekräftigt kontinuierlich die Notwendigkeit, robuste und zielgerichtete Finanzsanktionen im Einklang mit den einschlägigen Resolutionen des VN-Sicherheitsrats umzusetzen, und fordert alle Staaten und Gebiete auf, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um ihre Finanzsysteme vor den Risiken der nordkoreanischen Geldwäsche sowie Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung zu schützen. Dessen ungeachtet vernetzt sich Nordkorea durch diversifizierte Maßnahmen zur Generierung von Einkommen, unter anderem das IT-Fachkräfte-System, immer stärker mit dem internationalen Finanzsystem. Wie im Bericht der FATF zu Typologien der komplexen Proliferationsfinanzierung und Sanktionsumgehung (Complex Proliferation Financing and Sanctions Evasion typologies report) hervorgehoben wird, nutzt Nordkorea häufig sein IT-Fachkräfte-System, um Einnahmen zur Finanzierung seines Programms für Massenvernichtungswaffen zu generieren.

Wir fordern alle Länder, Unternehmen und andere Akteure dringend auf, sich eingehender mit dem nordkoreanischen IT-Fachkräfte-System zu befassen und Maßnahmen zur Bekämpfung der unten aufgeführten Taktiken zu ergreifen. Unternehmen, die Online-Plattformen betreiben, sollten ihre Gegenmaßnahmen weiter verstärken, etwa durch die Verbesserung von Identitätsprüfungsverfahren (strenge Prüfung von Ausweisdokumenten, Bestehen auf persönlichen Vorstellungsgesprächen usw.) und die Erkennung verdächtiger Konten (Einführung von Systemen, die bei anomalen Dateneingaben benachrichtigen usw.). Die folgenden Informationen werden von den Staaten bereitgestellt, die diesen Warnhinweis herausgeben.

[Vorgehensweise nordkoreanischer IT-Fachkräfte]

Darüber hinaus weisen Konten, die mit nordkoreanischen IT-Fachkräften in Verbindung stehen, häufig die nachfolgenden Merkmale auf. Wenn mehrere dieser Merkmale auf eine Person zutreffen, die sich um eine Stelle bewirbt, handelt es sich möglicherweise um eine nordkoreanische IT-Fachkraft, die in betrügerischer Absicht nach Arbeit sucht.

(Für Unternehmen, die Online-Plattformen betreiben)

(Für Personal einstellende oder Dienstleistungen beschaffende Stellen)

Unterzeichnet von:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/2780756-2780756