„Der Schlosspark Fantaisie ist ein außergewöhnliches Gartendenkmal und ein echtes Aushängeschild für Oberfranken. Er vereint auf einzigartige Weise historische Gartenarchitektur mit lebendiger Natur: Die weitläufigen Wiesen, alten Baumbestände und idyllischen Täler bieten nicht nur einen besonderen Erholungswert für unsere Gäste, sondern auch ideale Bedingungen für eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Die aktuelle Bestandserhebung im Rahmen unseres Kooperationsprojekts ‚Artenvielfalt im Gartendenkmal‘ belegt dies eindrucksvoll. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Schlosspark in all seiner Schönheit und Vielfalt weiterhin zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren. Deshalb haben wir bereits vor acht Jahren das Projekt ins Leben gerufen, um eine umfassende Bestandserhebung besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in ausgewählten Anlagen der Bayerischen Schlösserverwaltung durchzuführen. Mein besonderer Dank gilt allen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bayerischen Schlösserverwaltung, die sich tagtäglich mit großem Einsatz um unsere einzigartigen Anlagen kümmern, sowie allen Projektbeteiligten insgesamt für ihr herausragendes Engagement“, freute sich Finanz- und Heimatstaatsekretär Martin Schöffel am Freitag (31.7.) anlässlich der Vorstellung des Bestandsberichts im Schlosspark Fantaisie.
Dr. Christian Barth, Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, betonte: „Der Erhalt der historischen Gartenanlagen schafft Erholungsraum für die Menschen und gleichzeitig ökologisch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Mit dem neuen Wissen schaffen wir die Grundlage für ein Miteinander und für die Vereinbarkeit von gartenhistorischen und naturschutzfachlichen Zielsetzungen. Der Erhalt nicht nur unserer Kulturgüter, sondern auch unserer natürlichen Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe – auch in herausfordernden Zeiten“.
Der Schlosspark Fantaisie gilt als einer der schönsten Landschaftsgärten Frankens und beeindruckt Besucherinnen und Besucher durch seine har-monische Verbindung von Natur und Kultur. Die Anlage wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert als Rokoko-Garten angelegt und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und verändert, insbesondere im Stil des englischen Landschaftsgartens. Der Schlosspark besticht bis heute durch seine abwechslungsreiche Parklandschaft.
Das Projekt „Artenvielfalt im Gartendenkmal“ ist eine Kooperation des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und der Bayerischen Schlösserverwaltung. Im Zentrum des Projekts steht die umfassende Erfassung besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die gewonnenen Ergebnisse ermöglichen es, naturschutzfachliche Aspekte künftig noch gezielter in die Pflege von Garten- und Parkanlagen einzubeziehen. In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen des Projekts bereits in sechs historischen Gartenanlagen – darunter der Schlosspark Nymphenburg, der Hofgarten Eremitage-Bayreuth, der Park Rosenau bei Coburg, der Park Schönbusch in Aschaffenburg, der Schlosspark Seehof bei Bamberg und der Schlosspark Linderhof – umfangreiche Kartierungen durchgeführt und dadurch wichtige Erkenntnisse gewonnen. Die aktuelle Bestandserhebung des Schlossparks Fantaisie bestätigt dessen große naturschutzfachliche Bedeutung: Im Park wurden unter anderem 146 Moosarten, 29 Wiesenpilz-Arten und 14 Fledermausarten nachgewiesen, viele davon auf der Roten Liste. Außerdem beheimatet er die französische Erdkastanie – das nachgewiesene Vorkommen dort ist bayernweit einzigartig. Die Wiesentäler des Parks gelten aufgrund ihrer Pilzvielfalt zudem als international bedeutsam.
Die Bayerische Schlösserverwaltung gehört zum Ressortbereich des Bayerischen Finanz- und Heimatministeriums und betreut neben Schlössern, Burgen, Residenzen und Baudenkmälern in ganz Bayern auch zahlreiche Garten- und Parkanlagen. Von diesen liegen 23 in Landschaftsschutzgebieten, 14 in FFH-Gebieten (Natura 2000), drei in Naturschutzgebieten und zwei in Naturparks.