Stadt Köln vergibt Residenzstipendien in Istanbul

24.7.2026 - Sabine Wotzlaw | Stadtbibliothek Köln

Residenzstipendien für Mehmet Akif Büyükatalay und Farah Wind.

Die Stadt Köln stärkt erneut den internationalen Kulturaustausch mit ihrer Partnerstadt Istanbul: Für das zweite Halbjahr 2026 wurden die Residenzstipendien im "Atelier Galata" im Bereich Bildende Kunst von der Jury ausgewählt. Sie gehen an Mehmet Akif Büyükatalay und Farah Wind. Ein internationaler Austausch ist für Köln als Kunst- und Kulturstandort weiterhin von zentraler Bedeutung. Die Residenz in Istanbul trägt dazu bei, die langjährige Städtepartnerschaft zu vertiefen und die lokale Szene durch künstlerische Vernetzung nachhaltig zu stärken.

Als Stipendiat für die Monate August und September wurde Mehmet Akif Büyükatalay ausgewählt. Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:

In dem Essayfilm ,Kairo, Hagen, Istanbul‘ nimmt Mehmet Akif Büyükatalay den Film ,Minyeli Abdullah‘ (Abdullah aus Minya) aus der Bewegung des 'Weißen Kinos' zum Ausgangspunkt einer filmischen Recherche. Dabei wird ein Kreislauf von Übersetzungs- und Transformationsprozessen von Kairo, über Istanbul nach Hagen verfolgt: Von einem originär türkischen Narrativ, über dessen Übersetzung in die Form einer Märtyrergeschichte des kolonialen Ägyptens, zu seiner Rezeption und ideologischen Sinnstiftung innerhalb der türkischen Diaspora in Deutschland. Istanbul fungiert dabei als zentraler Raum der Übersetzung und steht im Mittelpunkt der Recherche. Die Jury hat die komplexe Verschränkung von historischen, theologischen und ideologischen sowie medientheoretischen Narrativen in einer persönlichen Reflexion über Erfahrungen von Ohnmacht und den Sehnsüchten der türkischen Diaspora beeindruckt.

Biografische Angaben
Mehmet Akif Büyükatalay ist ein in Köln lebender Autor, Produzent und Regisseur. Er wuchs in Hagen auf und studierte Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Bereits sein Abschlussfilm "Oray" feierte internationale Erfolge und wurde auf der Berlinale als Best First Feature ausgezeichnet. Auch sein zweiter Spielfilm "Hysteria" feierte Premiere auf der Berlinale und wurde mit dem Preis für den besten europäischen Film gewürdigt. Beide Werke fanden weltweit ihren Weg in die Kinos und wurden mehrfach ausgezeichnet. Büyükatalay war zudem Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er ist Gründer der Produktionsfirma "filmfaust". In seiner Funktion als Produzent und Autor verantwortete er preisgekrönte Filme wie "Liebe", "D-Mark" und "Tod von Cem Kaya" (Berlinale Panorama Publikumspreis), "Berzah" von Deren Ercenk (NRW-Hauptpreis bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen), "Immaculata" von Kim Lêa Sakkal (Weltpremiere in der Quinzaine des Cinéastes in Cannes) sowie "Sirens Call" von Miriam Gossing und Lina Sieckmann (Weltpremiere im Berlinale Forum). Derzeit arbeitet Mehmet Akif Büyükatalay an seinem ersten Roman sowie an der Fertigstellung des Films "Sommer Blues" von Anna Ansone, an dem er als Ko-Autor und Produzent beteiligt ist.


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