Bayern investiert kontinuierlich in eine wohnortnahe Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach am Freitag anlässlich der Einweihung des neuen Seniorenzentrums in Thierhaupten im Landkreis Augsburg hingewiesen.
Gerlach betonte: „Die Pflege ist eines unserer großen Zukunftsthemen. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird weiter ansteigen. Wir müssen deshalb auch unsere Versorgungsstrukturen anpassen. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass pflegebedürftige Menschen in Bayern nah am Wohnort die Versorgung und Betreuung bekommen, die sie benötigen und die sie sich wünschen. Deshalb haben wir den Neubau des Seniorenzentrums in Thierhaupten im Rahmen unseres Förderprogramms PflegesoNah mit 775.000 Euro unterstützt.“
Mit dem Neubau wurden unter anderem 25 Tagespflegeplätze und eine Begegnungsstätte geschaffen. Das Seniorenzentrum bündelt passgenaue Angebote für individuelle Pflegebedarfe.
Die Ministerin erläuterte: „Die teilstationäre Tagespflege entlastet die pflegenden Angehörigen und bietet pflegebedürftigen Menschen tagsüber Betreuung und Gemeinschaft. Daneben ermöglicht die Begegnungsstätte eine Öffnung in den sozialen Nahraum und sorgt für Begegnung und Austausch mit der Gemeinde. Zusätzlich gibt es eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, einen ambulanten Pflegedienst und eine Pflegeberatung, die gemeinsam ein ganzheitliches Versorgungskonzept für die Menschen vor Ort schaffen.“
Gerlach ergänzte: „Ein besonderer Wert wurde auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sowie Seh- und Hörbeeinträchtigung gelegt. So sind die bauliche Umsetzung und die Beschäftigungsangebote gezielt demenzsensibel gestaltet. Das ist zentral, denn die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Wir brauchen Einrichtungen, die auf solche Bedürfnisse vorbereitet sind. Daneben helfen Farb- und Orientierungskonzepte dabei, dass sich Menschen mit Sinneseinschränkungen leichter zurechtfinden.“
Im Rahmen der Förderrichtlinie Pflege im sozialen Nahraum werden Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze, aber auch Dauerpflegeplätze sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften und Begegnungsstätten gefördert. Seit 2023 können auch Projekte zur Verhinderungspflege und palliativen Pflege unterstützt werden.
Die Ministerin erläuterte: „Es werden nicht nur neue Angebote geschaffen, sondern bestehende Angebote auch besser vernetzt. Ziel ist es, Pflege dorthin zu bringen, wo die Menschen leben. Seit Beginn des Förderprogramms 2020 wurden bereits rund 410 Millionen Euro investiert, um rund 8.880 Pflegeplätze zu modernisieren oder neu zu schaffen.“
Weitere Informationen rund um die Förderrichtlinie finden Interessierte im Internet auf der Website des Landesamts für Pflege.