Ein LKW auf dem Titel des Magazins der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU)? Sieht unspektakulär aus und ist doch so atemberaubend: Denn dem Team um Physiker Prof. Dr. Stefan Ulmer gelang der Transport von 92 Antimaterie-Teilchen über das Gelände des CERN in der Schweiz. Warum dieser Aufwand? Die kontrollierte Herstellung von Antimaterie ist in Europa faktisch nur in der Nähe von Genf möglich, doch dort ist die Strahlung zu intensiv für die hochpräzisen Messungen, die die Düsseldorfer vorhaben. Deshalb soll die wertvolle Fracht gekühlt und geschützt an die HHU gebracht werden. Die Titelgeschichte berichtet nicht nur von der Generalprobe, sondern auch von all dem, was nun vielleicht möglich wird.
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HEP ist das Kürzel für den Hochschulentwicklungsplan der HHU. Sinnbildlich steht es für den Weg zum gemeinsamen Erfolg, der verschiedene Blickwinkel vereint. Bis Anfang 2027 soll das schlanke Werk fertig sein. Es betont die Bedeutung von Studium und Lehre, was deutschlandweit selten ist, dabei liegt sie so nahe. Mit dem neuen Ansatz „Mehr reden, weniger schreiben“ möchte Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck alle ins Boot holen und berichtet im Interview von den nächsten Schritten.
„Die Frage lautet nicht mehr, wie Menschen zusammenleben, wenn sie sich einig sind, sondern wie Zusammenleben möglich bleibt, wenn sie sich in zentralen Fragen sehr uneinig sind“, sagt Dr. Michael Moehler. Der neue Humboldt-Professor der HHU geht darauf ein, was geschieht, wenn nur eine minimale gemeinsame Wertebasis existiert und warum die Probleme demokratischen Entscheidens tiefe philosophische Wurzeln haben.
In Romanen wie im echten Leben neigen wir dazu, ungewöhnliches Verhalten von Menschen schnell zu benennen: einer ist lange Zeit traurig, zieht sich zurück – dann ist er wohl depressiv. Eine andere schreit nachts in ihren Träumen, sieht und spricht mit Geistern – dann können wir wohl eine Identitätsstörung oder Schizophrenie benennen. Doch sind diese Kategorisierungen nicht zu pauschal? Machen sie nicht unseren westlichen Blick auf die Welt deutlich? Diese Fragen stellt Christina Slopek-Hauff in ihrer Dissertation, die mit dem drupa-Preis 2026 ausgezeichnet wurde.
Handwerk oder Kunst? Seit 100 Jahren gibt es an der Düsseldorfer Kunstakademie eine Klasse für Bühnenkunst. Der heute nicht mehr gebräuchliche Begriff bedeutet, dass hier Material und Licht zusammengedacht werden. Kunstakademie, Theatermuseum und das Institut für Kunstgeschichte nehmen das Jubiläum zum Anlass für ein großes Ausstellungs- und Vortragsprogramm. Um herauszufinden, wie sich die Wahrnehmung von Bühnenkunst als einer Kunst – im Gegensatz zum bestellbaren Handwerk – durchgesetzt hat.
Ein neuer Sonderforschungsbereich in der Medizin hinterfragt, warum Diabetikerinnen und Diabetiker so häufig kardiovaskuläre Erkrankungen entwickeln und wie die Erkrankungen zusammenhängen. Dabei wird interdisziplinär gearbeitet.
Unser Strafrecht soll nicht nur Täterinnen und Täter überführen, sondern zugleich die Rechte der Beschuldigten schützen. Richterliche Anordnungen, das Schweigerecht und anwaltlicher Beistand sind essentielle Bestandteile, die jedoch in Krimiformaten – zugunsten der Dramaturgie – übergangen werden, denn schließlich muss ein Fall schnell gelöst sein. Um Spannung und juristische Genauigkeit stärker zusammenzudenken, hat Prof. Dr. Anne Schneider die Literarische Rechtsberatung LitReba gegründet. Unter Federführung der Strafrechtsexpertin unterstützen Jurastudierende Autorinnen und Autoren bei rechtlichen Fragen zu Figuren, Konflikten und Handlungen in Romanen, Drehbüchern und Theatertexten.
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