Generalsanierung des Brettfalltunnels abgeschlossen.
Nach drei Jahren ist es soweit: Die Generalsanierung des Brettfalltunnels ist erfolgreich abgeschlossen. „Das ‚Tor ins Zillertal‘ ist damit für die kommenden Jahrzehnte technisch auf dem neuesten Stand und bietet eine sichere, verlässliche Verbindung“, freut sich LHStv Josef Geisler. In insgesamt drei Bauphasen wurden seit 2024 unter anderem die Innenschale des Tunnels saniert, die komplette Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht und ein neues Betriebsgebäude errichtet. Mit einer Fertigstellungsfeier wurde heute, Donnerstag, die Generalsanierung offiziell abgeschlossen. Insgesamt investierte das Land Tirol in das Projekt 14,2 Millionen Euro.
Wichtige Investition in Sicherheit und Lebensqualität
„Die Generalsanierung des Brettfalltunnels war nach fast 30 Jahren Betriebszeit zwingend notwendig, um die Sicherheit und Verlässlichkeit dieser wichtigen Anbindung langfristig zu gewährleisten und die Anrainerinnen und Anrainer vor Ort langfristig zu entlasten“, führt LHStv Geisler aus und dankt allen Beteiligten für ihr Engagement und ihr Verständnis. Unbestritten haben die Arbeiten Belastungen für die AnrainerInnen sowie Einschränkungen für die VerkehrsteilnehmerInnen verursacht. Dank sorgfältiger Planung, guter Zusammenarbeit und dem Verständnis der Bevölkerung ist es jedoch gelungen, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.
„Tunnel neu aufgestellt“ – heller, moderner, sicherer
Im Zuge der Generalsanierung wurden zentrale Bauteile umfassend erneuert. Dazu zählen die Tunnelinnenschale, der Fahrbahnbelag, helle Wandpaneele sowie eine komplett neue Betriebs- und Sicherheitstechnik. „Wir haben den Tunnel technisch praktisch neu aufgestellt. Er ist heller, moderner und vor allem deutlich sicherer. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb in den kommenden Jahrzehnten“, erklärt Alexander Zecha, Leiter des Sachgebiets Straßenerhaltung des Landes Tirol.
Der Brettfalltunnel verfügt nun über modernste Sicherheitssysteme. Dazu zählen automatische Brand- und Rauchmelder, Videoüberwachung, Notrufanlagen, Löschsysteme, eine moderne Belüftung sowie eine intelligente Verkehrssteuerung. „Das System erkennt Staus, Brände oder Rauchentwicklung automatisch und reagiert innerhalb weniger Sekunden. Im Ernstfall werden die Ampeln an den Tunnelportalen sofort auf Rot geschaltet und die Rettungskräfte alarmiert. Zusätzlich sorgen eine redundante Stromversorgung und ein Stromspeicher dafür, dass die wichtigsten Sicherheitssysteme auch bei einem Stromausfall zuverlässig funktionieren“, erklärt Simon Stöckl, Projektleiter der Generalsanierung vom Land Tirol.
100 Kilometer Kabel – 11.500 Quadratmeter Fahrbahnbelag
Für die Generalsanierung wurden rund 100 Kilometer Kabel verlegt – das entspricht der Strecke vom Brettfalltunnel bis Salzburg. Mehr als 10.000 Quadratmeter Wandpaneele und Beschichtungen sowie 11.500 Quadratmeter Fahrbahnbelag wurden erneuert. Insgesamt flossen rund 45.000 Arbeitsstunden in das Projekt.
„Viele der wichtigsten Arbeiten und auch die Resultate der tausenden Arbeitsstunden sind für Verkehrsteilnehmende teils nicht sichtbar. Gerade diese Technik macht den Tunnel aber im Ernstfall sicherer und kann entscheidend dazu beitragen, Menschenleben zu schützen“, so Stöckl.
Verkehrskonzept hat sich bewährt
Während der Generalsanierung konnte der Verkehr zeitweise nur einspurig taleinwärts durch den Tunnel geleitet werden, für einige Wochen musste der Tunnel für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Der Verkehr wurde über Schlitters bzw. Strass im Zillertal umgeleitet. Um die Belastungen für die AnrainerInnen sowie die Verkehrsteilnehmenden möglichst gering zu halten, wurde seitens des Landes ein Verkehrskonzept ausgearbeitet. Dieses sah verschiedenste Begleitmaßnahmen vor – darunter Fahrverbote auf Gemeindestraßen für den Ausweichverkehr, Verkehrsposten an neuralgischen Stellen, bauliche Maßnahmen (Bypass am Kreisverkehr in Strass und Umgestaltung der Abfahrt von der B 169 Zillertal Straße auf die B 171 Tiroler Straße) sowie eine Öffi-Aktion inkl. Rückerstattung von Fahrtkosten. BürgerInnen wurden zudem bei mehreren Informationsveranstaltungen in der Gemeinde Strass i. Z. laufend vorab über die Bauarbeiten und die geplanten Verkehrsmaßnahmen informiert.
„Die Umleitungen waren sicherlich für die Bewohnerinnen und Bewohner des Zillertals und allen voran der umliegenden Ortschaften herausfordernd – aber auch notwendig, um langfristig von der Entlastung durch diese Tunnel-Verbindung zu profitieren. Die enge Abstimmung mit dem Land und die zahlreichen Begleitmaßnahmen haben wesentlich dazu beigetragen, dass diese Zeit gut bewältigt werden konnte. Jetzt profitieren wir wieder von einer sicheren und modernen Verbindung“, freut sich Karl Eberharter, Bürgermeister der Gemeinde Strass im Zillertal, über die Fertigstellung. Dem stimmt auch Josef Wibmer, Bürgermeister der Gemeinde Schlitters, zu: „Vor Beginn der Bauarbeiten gab es viele Sorgen und Fragen, die wir sehr ernst genommen haben. Durch die enge Zusammenarbeit, die transparente Kommunikation und die gute Vorbereitung konnten wir die Herausforderungen gemeinsam meistern. Heute steht hier wieder ein moderner Tunnel, der deutlich mehr Sicherheit für die kommenden Jahrzehnte bietet.“
Maßnahmen der Generalsanierung im Überblick
Erneuerung Fahrbahnbelag
Erweiterung Betriebsgebäude Süd
Montage von Paneelen (Seitenwände)
Neue Energieverteilung und Stromversorgung
Neue Haltebuchten in den Vorportalbereichen
Neue Löscheinrichtungen
Neue Steuerung und Prozessleitsysteme
Neue Verkehrserfassung und Verkehrssteuerungssysteme
Neue Video-, Notruf-, Funk- und Beschallungsanlage
Neuerrichtung Betriebsgebäude Nord
Sanierung Innenschale