Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim Amberger Symposium zur Freiheit der Religionsausübung: Religiöse Vielfalt gehört zu Bayern – Demokratie braucht Religion

5.7.2026 - | Bayerische Staatsregierung

+++ „Fest zur Geschichte Bayerns gehört die Prägung durch Religion“, das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute zum Auftakt des Amberger Symposiums zur Freiheit der Religionsausübung. Die Wittelsbacher haben Bayern in seinem katholischen Profil maßgeblich beeinflusst, doch auch die evangelische Kirche, gerade in Franken, und das Judentum haben den heutigen Freistaat geprägt. „Diese religiöse Vielfalt gehört ebenso zu Bayern wie das Bewusstsein für die Verantwortung, die aus den Brüchen unserer Geschichte erwächst. Das Verhältnis zwischen Staat und Religion hat in Bayern eine ganz besondere Geschichte. Ich bin fest davon überzeugt: Demokratie braucht Religion!“ +++

Nach den schrecklichen Erfahrungen des nationalsozialistischen Unrechts hätten die Mütter und Väter der Bayerischen Verfassung und auch des Grundgesetzes ganz bewusst und unmissverständlich in der Präambel den Bezug zur Religion hergestellt: „Es geht um das eigene feste Wertefundament, das für eine gelingende Demokratie gelebt werden muss. Denn Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Solidarität braucht unser Land für die innere Geschlossenheit mehr denn je. Diese Werte sind der lebendige Geist, der unsere Rechtsordnung trägt und unser Gemeinwesen zusammenhält.“ Sowohl der Freistaat Bayern als auch die Bundesrepublik Deutschland bekennen sich aus voller Überzeugung zu ihren religiösen Wurzeln, auch wenn es keine Staatsreligion gibt, erklärte Herrmann.

Eine große Bedeutung habe daher auch die Ehrfurcht vor Gott und zur Achtung vor der religiösen Überzeugung als oberstes Bildungsziel, wie es in der Bayerischen Verfassung heißt. So würden Studien immer wieder belegen, dass gerade Jugendlichen Religion dabei helfen kann, besser mit Krisen und Ängsten fertigzuwerden. „Das schützt vor Ideologisierung und Verführbarkeit – und damit auch wiederum unsere Demokratie.“ Gleichzeitig sei die Ehrfurcht vor Gott auch eine wichtige Grundlage für das Verständnis von Religionsfreiheit und den interreligiösen Dialog. „Wenn Religion so verstanden und gelebt wird, dass der Geist Gottes der Geist der Freiheit, des Friedens und des gegenseitigen Respekts sowie der Würde aller Menschen ist, dann ist Religion ein kostbarer Beitrag für ein harmonisches Gemeinwesen und ein festes Fundament für unsere Demokratie und unsere freiheitliche Art zu leben“, so Herrmann.



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