Gemeinsam mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und dem Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König war die Bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf beim Spatenstich für das Bayerische Kulturzentrum für die Deutschen aus Russland in Nürnberg. Die Ministerin betonte: „Das Kulturzentrum wird ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und des Lernens. Das Kulturzentrum ist ein Leuchtturm, der weit über Bayern hinaus strahlen wird. Über Jahrhunderte hinweg haben die Deutschen aus Russland fern der Heimat ihre Sprache und Kultur gepflegt – sie und ihre Geschichte sind Teil unserer bayerischen und deutschen Geschichte. Der heutige Spatenstich ist der Start von etwas Großem. Er zeigt, dass Bayern aus voller Überzeugung hinter der gesellschaftlichen Aufgabe steht, das Schicksal, die Leistung und die Kultur der Heimatvertriebenen, Heimatverbliebenen und (Spät-)aussiedler im Bewusstsein zu halten.“
Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte: „Es entsteht eine weitere Brücke für Akzeptanz und Zusammenhalt in global schwierigen Zeiten. Man muss die alte Heimat nicht vergessen, um die neue Heimat zu lieben. Für 34 Mio. Euro baut der Freistaat nun ein offenes Haus für Begegnung, Dialog und die Pflege von Tänzen, Musik und Tradition. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das ein klares Bekenntnis zu kultureller Identität. Danke an die Landsmannschaft für ihr Engagement für Verständigung und Respekt. Seit 30 Jahren setze ich mich für Aussiedler in Nürnberg und ganz Bayern und Deutschland ein. Die Ursprungsidee zum Kulturzentrum gab es in meiner ersten Regierungserklärung – nun wird der endgültige Bau nach einer Übergangslösung Realität.“
Der Nürnberger OB König betonte: „Nürnberg steht für Vielfalt, Zusammenhalt und gelebte Integration. Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie kulturelles Erbe bewahrt und zugleich Brücken in die Stadtgesellschaft gebaut werden können. Mit dem Neubau investiert der Freistaat in einen Ort, der Geschichte lebendig hält, Begegnungen ermöglicht und den kulturellen Reichtum der Deutschen aus Russland stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt.“
Das neue Kulturzentrum soll auf drei Etagen die Geschichte der Deutschen aus Russland und den anderen postsowjetischen Staaten präsentieren, die über Generationen ihre Sprache und Kultur bewahrt und sich stets zu ihrer deutschen Identität bekannt haben. Träger ist der Verein der Deutschen aus Russland e.V., der sowohl in der Region als auch landesweit gut vernetzt ist. Als Übergangslösung wirkt der Verein aktuell in den Räumlichkeiten an der Sandstraße 20a in Nürnberg, die ihnen vom Freistaat zur Verfügung gestellt werden.
Der Neubau wird aus dem Haushalt des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales finanziert. Dieses kümmert sich um die Belange der Vertriebenen, Heimatverbliebenen und (Spät-)Aussiedlerinnen und Aussiedler. Dazu zählen auch die Deutschen aus Russland und den anderen postsowjetischen Staaten. 2027 soll nach aktueller Planung der Grundstein für des Kulturzentrum gelegt werden. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant.