BMUKN und INTERPOL intensivieren Zusammenarbeit gegen Umweltkriminalität

29.6.2026 - | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und INTERPOL bauen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen internationale Umweltkriminalität weiter aus. Im Rahmen der Hamburg Sustainability Conference (HSC 2026) bringen beide Behörden hochrangige Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus dem Globalen Süden und Norden, internationale Organisationen, NGOs sowie Unternehmen mit globalen Lieferketten zusammen. Ziel ist es, Umweltkriminalität als multidimensionale Herausforderung zu verstehen – als Frage von Umwelt‑ und Naturschutz, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, nachhaltiger Entwicklung, wirtschaftlicher Resilienz und fairen Märkten.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Grenzüberschreitende Umweltkriminalität ist kein Randthema, sondern ein hochprofitables kriminelles Geschäftsmodell. Wer illegal Holz schlägt, Rohstoffe ausbeutet oder illegal Abfall verbringt, der zerstört nicht nur unsere natürlichen Lebensgrundlagen, sondern schwächt staatliche Institutionen und verstärkt regionale Konflikte. Die Schäden an Ökosystemen sind enorm und betragen jährlich mehr als 1 Billion US-Dollar, zum Beispiel dadurch, dass Urwälder wegen Abholzung nicht mehr die starken Klimaschützer sein können, auf die wir angewiesen sind. Die direkten Auswirkungen spüren die Menschen vor Ort als allererstes: wenn Gewässer leergefischt werden, Trinkwasser durch illegal entsorgte Chemikalien vergiftet wird und Böden durch Schadstoffe unbrauchbar werden. Deshalb intensivieren wir gemeinsam mit INTERPOL die internationale Zusammenarbeit."

Generalsekretär INTERPOL Valdecy Urquiza: "Mit Umweltkriminalität machen hochkomplexe kriminelle Netzwerke jedes Jahr illegale Gewinne in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar. Diese Netzwerke zerschlagen kann nur eine konsequente Zusammenarbeit, die im Falle der Strafverfolgung darin besteht, dass Polizeibehörden Informationen, Kapazitäten und operative Unterstützung über Grenzen hinweg und in Echtzeit miteinander teilen. Das Projekt GAIA zeigt, was möglich ist, wenn die Zusammenarbeit zwischen Polizeibehörden mit angemessenen Mitteln ausgestattet wird. Deutschlands kontinuierliche Unterstützung dieser Partnerschaft bringt ein gemeinsames Engagement zum Ausdruck, die Antwort internationaler Strafverfolgungsbehörden auf Umweltkriminalität zu stärken."

Im ersten Jahr leiteten die Partnerländer im gemeinsamen Projekt "Gaia" mehr als 500 Ermittlungen ein und identifizierten 262 Verdächtige. Dabei wurden sie direkt durch das globale Ausschreibungssystem von INTERPOL sowie durch analytische Produkte und forensisches Fachwissen unterstützt. Aufbauend auf den Ergebnissen des ersten Jahres werden die Partnerländer in Lateinamerika, Asien und Afrika auch weiterhin durch operative Einsätze, forensische Unterstützung, Kapazitätsaufbau und analytische Hilfeleistungen unterstützt. Das Bundesumweltministerium stellt für den weiteren Ausbau des Projekts zusätzlich 1,5 Millionen Euro bereit.

Delikte des illegalen Bergbaus, illegalen Wildartenhandels, illegalen Holzeinschlags, der illegalen Fischerei oder auch der illegalen Abfallverbringung zerstören unsere natürlichen Lebensgrundlagen: Sie tragen bei zur Ausrottung gefährdeter Arten, zur Verunreinigung von Grundwasser durch gefährliche Chemikalien und zur Zerstörung von Kohlenstoffsenken, insbesondere der großflächigen Urwälder. Die daraus resultierenden Schäden sind enorm; je nach Berechnungsgrundlage betragen sie jährlich mehr als 1 Billion US-Dollar (1000 Milliarden US-Dollar).

Schätzungen zufolge erscheint die Umweltkriminalität mittlerweile hinter Drogenhandel und den Fälschungsdelikten als die drittprofitabelste kriminelle Branche und generiert illegale Gewinne in Milliardenhöhe. Diese Erlöse finanzieren weitere kriminelle Aktivitäten, befeuern Konflikte und destabilisieren ganze Regionen. Deshalb verstärkt das BMUKN sein Engagement in diesem Bereich weiter und baut die Zusammenarbeit mit INTERPOL systematisch aus.

BMUKN und INTERPOL arbeiten bereits seit 2024 im Rahmen des Projekts "GAIA" zusammen. Das Projekt stärkt Strafverfolgungsbehörden in besonders betroffenen Ländern, verbessert den kriminalpolizeilichen Informationsaustausch und unterstützt operative Maßnahmen gegen Umweltkriminalität. Der WWF ist Teil des Konsortiums und bindet den Schutz von Umweltverteidigerinnen und -verteidiger sowie weitere Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft ein, die bei der Aufdeckung von Umweltkriminalität eine zentrale Rolle spielen.


https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/bmukn-und-interpol-intensivieren-zusammenarbeit-gegen-umweltkriminalitaet