Nachruf auf Prof. Dr. med. Stephan von Hörsten (1966-2026)

22.6.2026 - | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Mit großer Bestürzung und Trauer nehmen die Mitarbeitenden und das Leitungsgremium des Präklinischen Experimentellen Tierzentrums (PETZ) im Franz-Penzoldt-Zentrum (FPZ) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Universitätsklinikums Erlangen Abschied von Prof. Dr. med. Stephan von Hörsten, der am 4. Juni 2026 nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Herr Prof. von Hörsten hat 20 Jahre lang das PETZ, die zentrale Tierhaltung der Medizinischen Fakultät der FAU Erlangen-Nürnberg und des Universitätsklinikums Erlangen, mit großem Engagement geleitet. Gleichzeitig hatte er in dieser Zeit die W2-Professur für Experimentelle Biomedizin an der Medizinischen Fakultät der FAU inne.

Nach seinem Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie der Geschichte und Philosophie an der Universität Hannover war er zunächst als Arzt in der Abteilung für Klinische Immunologie an der MHH tätig. Anschließend baute er seine eigene Arbeitsgruppe in funktioneller und angewandter Anatomie auf und wurde zum W1-Professor für Neuroimmun-Interaktionen ernannt. Im Jahr 2006 nahm er den Ruf auf die W2-Professur für experimentelle Biomedizin an der FAU an, welche mit der Leitung der Experimentell-Therapeutischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen sowie mit der Geschäftsführung und wissenschaftlichen Leitung des damals noch ganz jungen PETZ verbunden war. Es ist das große Verdienst von Prof. von Hörsten, dass das PETZ in den letzten 20 Jahren zu einer Forschungseinrichtung mit sehr hohen Standards geworden ist. Dies ermöglichte zahlreichen Arbeitsgruppen der FAU und des Universitätsklinikums die Durchführung von anspruchsvollen Forschungsprojekten mit klaren klinischen Anwendungen und Perspektiven. Gleichzeitig setzte sich Prof. Stephan von Hörsten sehr für den Tierschutz bei den präklinischen Arbeiten ein und war eine treibende Kraft bei der Entwicklung von Standardarbeitsanweisungen im Bereich der Zucht, Haltung und Hygiene von Versuchstieren.

Mit seiner eigenen Forschungsgruppe widmete sich Prof. von Hörsten besonders der Pathogenese von neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz und dem Morbus Huntington. Hierbei entwickelte und analysierte er unter anderem verschiedene Nagetiermodelle, die weltweit große Beachtung fanden. Er war ein national und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Neuropeptidforschung und der Immunregulation durch die Dipeptidylpeptidase IV (CD26).

Wir verlieren mit Prof. von Hörsten einen außerordentlich kompetenten Wissenschaftler und Forscher, geschätzten Kollegen, geachteten Vorgesetzten, außergewöhnlich empathischen Mentor und Freund. Sein Einsatz für das PETZ, die tiergebundene Forschung an der Medizinischen Fakultät, die akademische Gemeinschaft und nicht zuletzt für die Menschen, für die hier geforscht wird, wird unvergessen bleiben.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Im Namen aller Mitarbeitenden und Nutzer des präklinisch-experimentellen Tierzentrums

Dr. med. vet. Susanne Schwarz (administrative Leitung)

Prof. Dr. med. Christian Bogdan (kommissarischer Vorsitzender des Leitungsgremiums)


https://www.fau.de/2026/06/news/universitaet/nachruf-auf-prof-dr-med-stephan-von-hoersten-1966-2026