„Heimat ist in Bayern allgegenwärtig: Nicht nur live vor Ort, auch digital kann die Heimat zu den Menschen gebracht werden. Viele Akteure in den einzelnen Regionen zeigen: Bayern ist reich an guten Ideen und innovativen Maßnahmen im Heimatbereich. Kreative Projektideen umzusetzen benötigt auch Mut und aktive Mitgestalter, die sich vor Ort einbringen, um unsere Heimat weiterzuentwickeln. Dabei ist es entscheidend, die Ideen und regionalen Projekte für alle sichtbar zu machen. Genau hier setzt der fünfte „Tag der bayerischen Regionen“ mit vielen wertvollen Praxisbeispielen, Vorträgen und Workshops wichtige Impulse. Denn gute Kommunikation bringt den Nutzen von Projekten zu den Menschen, stärkt Netzwerke und schafft Anknüpfungspunkte für neue Ideen – so entstehen regionale Erfolgsgeschichten“, betonte Finanz- und Heimatstaatsminister Albert Füracker beim Tag der bayerischen Regionen am Freitag (19.06.) im Heimatministerium in Nürnberg.
„Vielfältige und innovative digitale Heimatprojekte wirken sich positiv auf die Regionalentwicklung vor Ort aus. Mit unserer Heimat-Digital-Regional-Förderung wollen wir dabei unterstützen und auch die Arbeit der Akteure wertschätzen: Ich freue mich daher besonders, heute fünf weitere Förderbescheide über insgesamt rund 1,2 Millionen Euro übergeben zu dürfen. Seit 2019 haben wir damit im Bereich Regionale Identität und digitale Heimatprojekte insgesamt 78 Projekte mit rund 21,4 Millionen Euro gefördert. An der hohen Nachfrage erkennt man den echten Bedarf und den Impuls für die Regional- und Heimatentwicklung in Bayern. Daher ist die Fortentwicklung der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtline auch über 2026 hinaus bereits in Vorbereitung“, so Füracker.
Beim fünften „Tag der bayerischen Regionen“ stand der Austausch mit verschiedenen Akteuren zum Thema Sichtbarkeit und Kommunikation von regionalen Projekten im Vordergrund. Der Bezirk Mittelfranken stellt dazu sein POP-UP! Mobil als erfolgreiches Praxisbeispiel vor. Verschiedene Experten gaben zudem kurze Einblicke in ihre Perspektiven auf zeitgemäße Heimatpräsentation sowie erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit aus der Sicht von Regionalentwicklung, Marketing und Social Media. In Workshops konnten sich die über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern austauschen und neue Inspiration und Ideen für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarkeit sammeln.
Das Bayerische Heimatministerium unterstützt bereits seit 2019 sehr erfolgreich sowohl digitale Heimatprojekte als auch Projekte zur Stärkung regionaler Identität in Bayern. Beide Förderungen wurden zur Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie (HDRFöR) fortentwickelt. Die Förderung richtet sich insbesondere an Bezirke, Landkreise und kreisfreie Städte sowie an Vereine und Stiftungen. Auch kleinere digitale Heimatprojekte von Vereinen, Stiftungen, steuerbegünstigten Unternehmergesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die ebenso einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung der Heimat leisten, können von der Förderung profitieren. Die maximale Förderung pro Projekt beträgt 300.000 Euro bei Fördersätzen von bis zu 90 Prozent. Auf diese Weise werden insbesondere die ländlichen Räume in Bayern gestärkt und Kooperationen über Gemeinde- oder Landkreisgrenzen hinweg belohnt. Ausführliche Informationen zu den Fördermodalitäten der HDRFöR unter www.regionen.bayern.de.
Folgende fünf Projektträger haben einen Heimat-Digital-Regional-Förderbescheid erhalten:
Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. baut bereits seit Oktober 2025 ein bayernweites Netzwerk im Bereit Dialektpflege auf, um Akteure, Initiative, und Einrichtungen rund um Dialekte in Bayern zu vernetzen. Mit dem Baustein „Dialektpflege mit KI“ in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München wird das Projekt nun um eine innovative KI-Komponente erweitert und so kulturelles Erbe mit modernen digitalen Technologien verbunden. Dabei steht zunächst die grundlegende Frage im Mittelpunkt: Kann KI Dialekte erfassen, bearbeiten und so zum Erhalt von Mundarten beitragen? Getestet wird das zunächst in den prägnanten Dialektregionen Werdenfelser Land und Mühldorf/Altötting. Perspektivisch kann der Ansatz für ganz Bayern ausgebaut werden. Der Verein erhält für den neuen zukunftsorientierten Baustein im Projekt eine Förderungsaufstockung auf insgesamt 300.000 Euro.
Mit der App „WhatsHeimat“ entwickelt der Bayerische Landeverein für Heimatpflege e.V. sein erfolgreiches Kulturlandschaftsforum weiter. Dabei soll Kulturlandschaft digital und interaktiv erlebbar gemacht werden. Jugendliche in Projektschulen werden als Mitgestalter der App einbezogen. So soll die Begeisterung junger Menschen für Heimat und Kulturlandschaft gefördert werden. Die Vermittlung von Zusammenhängen zwischen Natur, Kultur und historischer Landnutzung stärkt zudem das Bewusstsein für die Entstehung unserer heutigen Kulturlandschaft. Für das Projekt mit der vorbildlichen Verknüpfung von Heimatwissen, Bildung und digitaler Innovation erhält der Verein eine Projektförderung in Höhe von 296.432,09 Euro.
Das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Selb entwickelt im neuen Projekt „Fichtel-MINT – digitaler Wirtschaftswandel trifft Heimat“ außergewöhnliche außerschulische MINT-Bildungsangebote mit regionalem Bezug für junge Menschen in Hochfranken. Die frühzeitige Förderung von MINT-, Digital- und Medienkompetenzen bei jungen Menschen sorgt für Begeisterung für MINT-Themen und vermittelt digitaler Schlüsselqualifikationen. Durch praxisnahe Berufsorientierung und Einblicke in innovative Berufsfelder der Region ergeben sich optimale Zukunftschancen in der Heimatregion. Digitale Storytelling-Formate zeigen das Fichtelgebirge als Region, die dem Strukturwandel immer wieder mit Innovation und Anpassung begegnet ist. Für das starke Gemeinschaftsprojekt für die nächste Generation erhält das EZD eine Förderung in Höhe von 288.340,92 Euro.
In der Stadt Nürnberg schafft die Tafelhalle im KunstKulturQuartier im Rahmen des Projekts „EISENWALZER – Ein interaktiver Memory-Walk zur Geschichte des Nürnberger Tafelwerks“ einen app-gestützer Memory-Walk für das ehemalige Tafelwerk-Areal als innovative Verbindung von lokaler Geschichte und Digitalisierung. Mit diesem Beitrag zu reflektiertem Heimatbewusstsein wird ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Nürnberger Industriegeschichte sichtbar gemacht und die NS-Geschichte des Tafelwerks aufgearbeitet. Durch eine multimediale Vermittlung an den Originalschauplätzen und die Zusammenführung von verstreuten Archivbeständen, Zeitzeugenberichten und lokalen Informationen entsteht ein digitales Wissensfundament. Der Memory-Walk soll als dauerhaft nutzbarer digitaler Erinnerungsort für Bürger und künftige Generationen entstehen. Das Heimatministerium fördert diese beispielhafte Verbindung von regionaler Identität, Wissensvermittlung, historischer Verantwortung und digitaler Innovation mit 57.439,15 Euro.
In dem Projekt „Unternehmertum und Engagement.Leben“ will die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ein digitales Unternehmercheck-Tool für Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln. Dabei können die eigenen Stärken und Kompetenzen im Hinblick auf Unternehmertum und engagiertes Mitgestalten der Heimatregion entdeckt werden. Zudem können sich junge Menschen mit Unternehmern und Akteuren aus der Region austauschen und vernetzen. Im Modul Impact-Challenges werden gesellschaftliche Verantwortung und regionale Gestaltungskraft von Unternehmertum dargestellt und es können spielerisch Lösungen im Team entwickelt werden. Das Projekt fördert Unternehmergeist, Zukunft und regionale Entwicklung: Hierfür erhält die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH eine Förderung von 300.000 Euro.
Hinweis für Redaktionen:
Bilder stehen im Laufe des späten Nachmittags zum Download bereit unter www.stmfh.bayern.de/aktuelles/pressegalerie/