Bregenz (VLK) – Im Herbst 2026 beginnen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen an vier Gewässern in Vorarlberg: an der Dornbirner Ach, am Lustenauer Kanal, am Spirsbach in Feldkirch sowie an der Leiblach in Hörbranz. „Mit den geplanten Renaturierungsmaßnahmen setzen Land und Bund wichtige Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung unserer Gewässer um. Diese Projekte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Wasserwirtschaftsstrategie 2030 und stärken unsere Gewässer als wertvolle Lebensräume“, betont Landesrat Christian Gantner.
Im Zuge des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (NGP) setzt das Land Vorarlberg Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer um. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) finanziert sämtliche Umbaumaßnahmen der vier Gewässer zu 100 Prozent. Mit den Maßnahmen sollen das gute ökologische Potenzial ausgeschöpft, die Strukturvielfalt erhöht und neue Fischhabitate geschaffen werden. Zudem entstehen naturnahe Gewässerabschnitte zur Aufwertung des Landschaftsbildes.
„Intakte Gewässer sind ein wichtiger Bestandteil der Klimaanpassung und der regionalen Lebensqualität. Mit den Renaturierungsmaßnahmen in Vorarlberg investieren wir gezielt in mehr Strukturvielfalt, bessere Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie in widerstandsfähige Flusslandschaften. Gleichzeitig leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung europäischer Umweltziele und der Wiederherstellungsverordnung“, sagt Umweltminister Norbert Totschnig.
Das Land renaturiert die Dornbirner Ach auf einer Länge von knapp fünf Kilometern. Von der Einmündung des Vorarlberger Rheintalbinnenkanals bis knapp zur Kläranlage Hard werden das Bachbett aufgeweitet, die Böschungen abgeflacht, eine natürlichere Gewässersohle eingebaut, über 200 Bäume und 1.000 Sträucher gepflanzt sowie Strukturen für neue Lebensräume geschaffen. Die Bauarbeiten dazu starten im Herbst 2026 und dauern voraussichtlich bis ins Frühjahr 2029. Tätigkeiten im Bachbett dürfen ausschließlich während der Niedrigwasserperiode von Oktober bis März erfolgen.
Die Maßnahmen verbessern den ökologischen Zustand der Dornbirner Ach nachhaltig und sichern den Lebensraum für Tiere und Pflanzen langfristig. Der Rückbau des bestehenden, geradlinigen Verlaufs sowie die Herstellung naturnaher Land-Wasser-Übergängen sind dabei wesentliche Bestandteile des Projektes. Der Einbau zusätzlicher Strukturen wie Fisch- oder Raubaumbuchten, verbessert die Lebensräume der Tiere im Wasser. Die gewässerbegleitende Bepflanzung beschattet die Dornbirner Ach und trägt damit insbesondere während Hitzeperioden zur Senkung der Wassertemperatur bei. Sämtliche Umbaumaßnahmen erfolgen auf öffentlichem Grund, eine Inanspruchnahme privater Flächen ist nicht erforderlich. Insgesamt investiert das BMLUK rund 15,7 Millionen Euro in die ökologische Aufwertung der Dornbirner Ach.
Am 17. Juni 2026 fand auf der Senderbrücke eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Projekt statt. Dabei standen Expertinnen und Experten des Landes Vorarlberg sowie die Fachplanerinnen und Fachplaner für Informationen zur Verfügung und beantworteten die Fragen der interessierten Bevölkerung.
Weiter Informationen, Schaubilder sowie ein Animationsfilm stehen auf der Homepage des Landes Die Dornbirner Ach wird revitalisiert zur Verfügung.
Renaturierung Lustenauer Kanal, Spirsbach und Leiblach
Am Lustenauer Kanal und am Spirsbach entstehen auf einer Gesamtlänge von rund 3,3 Kilometern neue Gewässerstrukturen mit abgeflachten Böschungen, aufgeweiteten Bachläufen, neuen Laichplätzen für Fische sowie gewässerbegleitenden Pflanzungen. Am Spirsbach sind die erforderlichen Baumfällungen bereits abgeschlossen. Die weiteren Baumaßnahmen sollen bei beiden Gewässern ebenfalls im Herbst 2026 beginnen, über zwei Niederwasserperioden andauern und voraussichtlich im Frühjahr 2028 abgeschlossen sein. An der Leiblach sind auf einer Länge von ca. 1,1 km ebenfalls Renaturierungsmaßnahmen geplant. Dazu soll das Bachbett aufgeweitet werden. Die dringend notwendigen Bepflanzungen beschatten das Gewässer künftig und kühlen die Wassertemperatur. Die Bauarbeiten sollen von September 2026 bis voraussichtlich Frühling 2027 dauern.
Die Projektgebiete erstrecken sich in Lustenau von der Einmündung des Grindelkanals im Bereich der Scheibenstraße bis zur ÖBB-Brücke, am Spirsbach von der Brücke beim Illspitz bis kurz vor die Mündung des Sörabachs und an der Leiblach von der Autobahnbrücke bis zum Zollamt Unterhochsteg. Die Finanzierung erfolgt bei allen drei Projekten ebenfalls zu 100 Prozent durch das BMLUK. Insgesamt werden 13,6 Millionen Euro investiert, davon 5,7 Millionen für den Lustenauer Kanal, 5,4 Millionen für den Spirsbach und weitere 2,5 Millionen Euro für die Maßnahmen an der Leiblach.
https://presse.vorarlberg.at/land/public/Renaturierungen-an-vier-Gew-ssern-in-Vorarlberg