Von der Ukraine lernen – Austausch über Energiesicherheit im Auswärtigen Amt.
Energiesysteme sind verwundbar - auch in Deutschland und Europa. Sichtungen russischer Drohnen, Sabotageakte und hybride Kriegsführung führen uns deutlich vor Augen, dass wir unsere kritische Infrastruktur heute mehr denn je schützen müssen. Wie das effektiv und dauerhaft gelingen kann, sieht man in der Ukraine, die sich seit über vier Jahren gegen Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg verteidigt.
Das Auswärtige Amt richtet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und unter Beteiligung des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit und des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 19. Mai 2026 die internationale Konferenz „Energiesicherheit – Lehren aus der Ukraine“ aus. Dabei bringen wir Vertreterinnen und Vertreter aus 40 Ländern, Vertreterinnen und Vertreter von G7, EU und NATO, internationale Institutionen, Wirtschaftsvertreter und Verbände sowie Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.
Die ukrainische Energieinfrastruktur ist fortlaufend Ziel der russischen Aggression. Auch nach dem Ende des schweren Winters setzt Russland die gezielte Zerstörung von Infrastruktur fort. Die Ukrainerinnen und Ukrainer halten entschlossen dagegen. Sie haben gelernt, wie sie ihre Energieversorgung gegen russische Angriffe schützen und schnell wieder aufbauen können. Von den Erfahrungen, die die Ukraine in den letzten vier Jahren gemacht hat, können auch wir profitieren, indem wir mit der Ukraine zusammenarbeiten, um auch unsere eigenen Energiesysteme zu schützen.
Außenminister Wadephul erklärte im Vorfeld der Konferenz: „Erfolglos versucht Russland die Ukraine seit über vier Jahren in den Blackout zu treiben. Das Gegenteil ist seither eingetreten: Die Ukraine hat unter Druck eine beeindruckende Anpassungs- und Innovationsfähigkeit unter Beweis gestellt. Deutschland ist der stärkste Unterstützer der Ukraine für den Energiesektor und wir können zugleich vom Know-How und der Resilienz der Ukraine lernen, um unsere eigene kritische Energieinfrastruktur zu stärken. Mit der heutigen Konferenz bringen wir Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft enger zusammen, um uns für die Zukunft gemeinsam noch sicherer aufzustellen.“
Bundesministern Katherina Reiche erklärte im Vorfeld der Konferenz: „Wer über Energie spricht, spricht über Sicherheit. Russlands grausames Vorgehen gegen die Ukraine zeigt, wie Angriffe auf die Energieversorgung gezielt gegen die Bevölkerung gerichtet werden können. Die Ukraine auf der anderen Seite beweist täglich ihre Entschlossenheit, die Widerstandsfähigkeit ihrer Infrastruktur zu stärken. Hiervon können wir auch für die Systeme in Deutschland lernen. Über den internationalen Hilfsfonds Ukraine Energy Support Fund unterstützen wir die Ukraine tatkräftig.“
Die Konferenz ist Teil der vor wenigen Wochen bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen beschlossenen strategischen Partnerschaft.
Außenminister Wadephul wird die Konferenz eröffnen. Der Erste Vize-Ministerpräsident und Energieminister der Ukraine, Herr Denys Schmyha, wird die Keynote halten.
Die Diskussionen werden eingeleitet mit einem Panel mit der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche, dem moldauischen Außenminister Mihai Popsoi, dem kanadischen Vize-Energieminister Greg Orencsak, dem beigeordneten NATO-Generalsekretär Jean Charles Ellermann-Kingombe, dem CEO des Stromübertragungsnetzunternehmen 50 Hertz Stefan Kapferer, dem CEO des ukrainischen Energieunternehmens DTEK Maksym Timtschenko sowie der Präsidentin der ukrainischen NGO dixi-Group Olena Pawlenko.
Im weiteren Verlaufe des Tages wird es einen Austausch zum Schutz kritischer Infrastruktur, zum raschen Wiederaufbau dezentraler und effizienter Energieerzeugung, zu weiterer internationaler Unterstützung der ukrainischen Energiewirtschaft und zu bestehenden Formaten wie der „G7+ Energy Coordination Group“ und dem „Ukraine Energy Support Fund“ geben.
Tagesaktuelle Informationen finden Sie unter https://energysecurity-ukraine.org.