Programm wirkt seit 17 Jahren für die Weltoffenheit junger Menschen.
Das Auswärtige Amt stellt die Förderung des internationalen Freiwilligendienstes kulturweit im kommenden Jahr aufgrund flächendeckender Einsparzwänge, die auch die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik betreffen, ein. Der letzte Jahrgang von 300 Freiwilligen soll im September 2026 für sechs Monate ausreisen.
Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. Bernhard Kotsch, teilt mit:
Wir haben uns diese Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht: kulturweit ist ein weltweit anerkanntes Programm und hat seit 2009 viel erreicht. Wir sind der Deutschen UNESCO-Kommission, dem herausragenden kulturweit-Team, den beteiligten Partnerorganisationen und besonders den vielen Freiwilligen sehr dankbar für 17 Jahre Einsatz für internationale Verständigung, kulturelle Zusammenarbeit und ein authentisches Deutschlandbild im Ausland. Die entstandenen Netzwerke bleiben für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ein wichtiger Nährboden. Diese pflegen wir weiter. Leider zwingt uns die Haushaltslage, die Förderung von kulturweit im kommenden Jahr einzustellen.
Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Maria Böhmer, betont:
Mit kulturweit fördern wir wirksam die Weltoffenheit junger Menschen. Ich bedauere deshalb die Entscheidung des Auswärtigen Amtes sehr. Sie betrifft ein erfolgreiches Programm, das gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen verbindet! Wir sind überzeugt: Deutschland braucht junge Menschen mit internationaler Kompetenz, die in einer eng vernetzten Welt Brücken schlagen und dadurch zu Frieden, Sicherheit und Freiheit beitragen. All das haben wir mit kulturweit erreicht. Gleichzeitig sind wir stolz auf das geschaffene weltweite Netzwerk.
Seit 2009 können Menschen zwischen 18 und 26 Jahren aus Deutschland mit kulturweit ein Freiwilliges Soziales Jahr an Bildungs- und Kultureinrichtungen im Ausland leisten, die eng mit Deutschland verbunden sind. Partner sind der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Welle Akademie, das Goethe-Institut, der Pädagogische Austauschdienst, in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, sowie zahlreiche UNESCO-Nationalkommissionen, Biosphärenreservate, Welterbestätten und Geoparks weltweit. Seit 2015 bietet kulturweit zudem jungen Menschen aus dem Ausland die Möglichkeit, die Arbeit von Bildungs- und Kultureinrichtungen in Deutschland kennenzulernen. Alle Teilnehmenden werden von der Deutschen UNESCO-Kommission während ihres Freiwilligendienstes pädagogisch begleitet und finanziell unterstützt.
Über 6.500 Menschen haben bereits an kulturweit teilgenommen – und auch die Nachfrage für die letzte Entsendung war ungebrochen hoch. Als Muttersprachlerinnen und Muttersprachler interessieren kulturweit-Freiwillige beispielsweise junge Menschen an Schulen weltweit für die deutsche Sprache und Gesellschaft, vermitteln ein aktuelles, authentisches Deutschlandbild und leisten so auch einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung. Das Freiwillige Soziale Jahr mit kulturweit ist als Ersatzdienst nach dem Zivildienstgesetz anerkannt und hatte sich in der Vergangenheit als Wehrersatzdienst bewährt. Sechsmal wurde kulturweit mit dem Qufid-Siegel für Qualität in Freiwilligendiensten ausgezeichnet.
Das Programm wird derzeit mit rund fünf Millionen Euro pro Jahr durch das Auswärtige Amt gefördert.