Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat am Rande des Rates in Brüssel die Wirtschaftsministerinnen und -minister der EU-Mitgliedstaaten zu einem Austausch im Rahmen der „Friends of Industry“ eingeladen. Im Mittelpunkt standen konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Vermeidung zusätzlicher bürokratischer Belastungen für die Industrie.
Hintergrund sind angekündigte neue Rechtsakte der Europäischen Kommission, die aus Sicht zahlreicher Mitgliedstaaten zu weiteren Regulierungs- und Nachweispflichten führen und damit zusätzliche Belastungen für Unternehmen nach sich ziehen könnten.
Die Friends of Industry sind ein Zusammenschluss der europäischen Wirtschaftsministerinnen und -minister, die sich über die zentralen industriepolitischen Herausforderungen Europas austauschen und den daraus erwachsenden Handlungsbedarf durch abgestimmtes, gemeinsames Handeln in Brüssel flankieren. Das Format wurde von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche im November 2025 wiederbelebt.
Am Abendessen nahmen 21 Mitgliedstaaten teil. Die breite Beteiligung unterstreicht: Die Zukunft des Industriestandorts Europa ist ein zentrales Anliegen in ganz Europa. Für ein starkes Europa ist eine starke industrielle Basis unerlässlich – sie ist Rückgrat von Wohlstand, Innovation und strategischer Souveränität.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche:
„Europa steht an einem industriepolitischen Wendepunkt. In einer Phase verschärften globalen Wettbewerbs entscheidet sich jetzt, ob wir industrielle Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze in Europa sichern oder ob wir durch zusätzliche Bürokratie an Dynamik verlieren. Neue bürokratische Hürden können wir uns nicht leisten. Wir müssen Regulierung vereinfachen, Flexibilität stärken und die Wettbewerbsfähigkeit konsequent in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehören ein innovationsfreundlicher Rechtsrahmen für industrielle KI ebenso wie eine ETS-Revision, die industrielle Wertschöpfung in Europa sichert.“
Im Rahmen des Austauschs wurde ein gemeinsames Follow-up-Papier erarbeitet, das der Europäischen Kommission übergeben wird. Mit diesem Papier setzen die Friends of Industry ein klares politisches Signal: Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen dürfen kein abstraktes Ziel bleiben, sondern müssen sich konkret in europäischer Gesetzgebung, schnelleren Verfahren und spürbaren Entlastungen niederschlagen.
Das Papier knüpft an die Berlin Declaration vom 3. November 2025 an, mit dem sich die unterzeichnenden Mitgliedstaaten geschlossen zu einer wettbewerbsfähigen, resilienten und innovationsgetriebenen Industriepolitik bekannt haben.
Die nächste Konferenz der Friends of Industry wird in 2026 von Polen ausgerichtet.