Gesundheitsberatung 1450: neuer Standort und mehr Angebot

Datum17.10.2026
SubjektLand Vorarlberg
AutorGerhard Wirth
RegionRakousko
KategorieTechnologie, Zdravotnictví a nemocnice, Státní správa a samospráva

1450 wird um telemedizinisches Service in der Nacht erweitert.

Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 Vorarlberg ist mit Februar 2026 vom Landesverband des Roten Kreuzes unter das Dach der Gesundheit Vorarlberg GmbH (GVG) gewechselt und präsentierte sich nun im Rahmen eines Tages der offenen Tür in ihren neuen Räumlichkeiten am GesundheitsCampus Bludenz. Mit dem Betreiberwechsel und dem Umzug wurden wichtige Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Leistungen geschaffen, betonten Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher in einer Medienkonferenz gemeinsam mit dem ÖGK-Landesstellenvorsitzenden Franz Beck und 1450 Bereichsleiter Siegfried Marxgut. „Wir wollen die Gesundheitsberatung sukzessiv um zusätzliche telemedizinische Angebote erweitern, um damit noch mehr Menschen in Vorarlberg erreichen zu können“, sagte Wallner. So gibt es neben dem Standort eine weitere Neuerung bei 1450: Ab sofort wird das Angebot der bewährten telefonischen Gesundheitsberatung im Rahmen eines Pilotprojektes um ärztliche Videokonsultationen am Abend bzw. in der Nacht ergänzt, sofern dies medizinisch sinnvoll ist.

Seit dem Jahr 2017 wird den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern unter der Nummer 1450 eine moderne, niederschwellige und effiziente Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen geboten. Die telefonische Gesundheitsberatung kann bei allen Gesundheitsfragen oder -beschwerden angewählt werden – bei Fieber, Ausschlägen, Schmerzen oder Erbrechen ebenso wie im Falle von Verunsicherung angesichts unbekannter bzw. vermuteter Symptome.  

Anrufende erhalten bei 1450 an 24 Stunden 7 Tage die Woche eine umfassende Beratung von einem speziell geschulten Team aus diplomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal. Mit Unterstützung eines international anerkannten und zertifizierten Expertensystems wird informiert, es werden Handlungsempfehlungen gegeben und Dringlichkeitseinschätzungen vorgenommen und bei Bedarf wird an die richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem verwiesen. 

„Die 1450 dient als Wegweiser im Gesundheitssystem. Unter dem Leitprinzip ‚digital vor ambulant vor stationär‘ optimieren wir die Patientenströme und stellen sicher, dass die BürgerInnen beim ‚Best Point of Service‘ in unserem Gesundheitssystem landen“, so Landesrätin Rüscher. 

Die GesundheitsberaterInnen bei 1450 können jederzeit auf ein ärztliches Backup, das rund um die Uhr zur Klärung komplexer Sachverhalte zur Verfügung steht, zurückgreifen. Bei medizinischer Dringlichkeit erfolgt auch eine direkte Weiterleitung an die Notrufleitstelle, ebenso werden Anrufe von dort übernommen, sofern dies fachlich angezeigt ist.

1450 wird in Vorarlberg besonders gut angenommen

Aktuell sind 24 Mitarbeitende (ca. 16 VZÄ) bei 1450 Vorarlberg beschäftigt. Im Schnitt finden täglich ca. 100 Gesundheitsberatungen pro Tag statt. 

Ein Vergleich mit den bundesweit durchschnittlichen Zahlen für den September 2026 belegt, dass das 1450 Angebot in Vorarlberg besonders gut in Anspruch genommen wird. In diesem Monat wurden 4.131 Anrufe entgegengenommen. Es wurden 3.016 Gesundheitsberatungen durchgeführt, in den meisten anderen Fällen genügten einfache Auskünfte. Umgelegt auf die Bevölkerungszahl werden in Vorarlberg die meisten 1450 Beratungen durchgeführt.
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in Vorarlberg

bundesweit

Anrufe pro 1000 Einwohner

10

8

Beratungen pro 1000 Einwohner

7,3

3,7

Selbstversorgungsanteil*

8,6%

3,9 %

Einhaltungsquote**

72 %

73,1 %

Übergaben an Rettungsdienste

6,7 %

12,9 %


* Den Anrufenden werden Selbstbehandlungsanweisungen für zu Hause gegeben (z.B. richtige Lagerung im Bett, Wärmeflasche, etc.).

** Die Empfehlung von 1450 wurde eingehalten.  


GesundheitsCampus Bludenz – Neuer Standort bietet mehr Möglichkeiten

Franz Beck betont: „1450 ist dank hoher Erreichbarkeit und ausgewiesener Expertise ein wesentlicher Baustein der medizinischen Versorgungslandschaft in Vorarlberg. Mit der Übernahme trägt die öffentliche Hand mehr Verantwortung für dieses zentrale Steuerungsinstrument, fokussiert dessen Weiterentwicklung und stärkt durch gezielte öffentliche Steuerung die Qualitätsstandards. Sie geht auf die regionalen Bedürfnisse ein und verbessert die Schnittstellen mit dem Ziel, die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am richtigen Ort sicherzustellen. Damit werden die Notfallstrukturen entlastet und die Patientensicherheit sowie die Resilienz des Gesundheitssystems insgesamt erhöht.“

Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 ist seit Februar 2026 Teil der Gesundheit Vorarlberg GmbH. Die Gesundheit Vorarlberg GmbH (GVG) ist ein gemeinsames Unternehmen des Landes Vorarlberg, der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG). Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 ist – neben der extramuralen Dialyse in Rankweil – der zweite Geschäftszweig der GVG.

Der Umzug in den GesundheitsCampus Bludenz ist ein Meilenstein mit Blick auf die beabsichtigte Weiterentwicklung des 1450-Angebots. Davor waren die Mitarbeitenden im abgetrennten Leitstellenraum der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch untergebracht, seit dem 1. Juli 2026 stehen ihnen nun eigene moderne und technisch bestens ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung.

Von zentraler Bedeutung ist im neuen Konzept die Effizienzsteigerung und die Elastizität des sogenannte 1st-Level – der all jene Aufgaben übernimmt, für die es kein hochqualifiziertes, diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal benötigt. Darunter fallen z.B. die Erhebung der Falldaten, die Erteilung von allgemeinen Auskünften sowie eine erste Notfallabfrage- und ggf. eine rasche Übergabe an die Notrufleitstelle. Dieser Part wurde nach Durchführung eines Vergabeverfahrens an ein Wiener Unternehmen ausgelagert. Der 2nd-Level – also die eigentlichen Gesundheitsberatungen mit Dringlichkeitseinschätzung, der Beratung zu Selbstversorgungsmaßnahmen und der Lotsenfunktion zum „Best Point of Service“ wird weiterhin durch diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal  der 1450 Vorarlberg wahrgenommen.
 
Jetzt auch ärztliche Videokonsultationen über 1450 möglich

Ab sofort werden bei medizinischer Indikation - als Pilotprojekt – ärztliche Videokonsultationen am Abend und in der Nacht im Rahmen des kurativen ärztlichen Nachtbereitschaftsdienstes durchgeführt. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt: 

Ergibt sich auf Basis einer Gesundheitsberatung die Notwendigkeit einer telemedizinischen, ärztlichen Konsultation durch den kurativen Nachtbereitschaftsdienst, wird dieser wie gewohnt vom Gesundheitsberater/von der Gesundheitsberaterin alarmiert. Daraufhin nimmt der Arzt/die Ärztin mit dem Patienten/der Patientin telefonischen Kontakt auf. Stellt der Arzt/die Ärztin im Zuge des Gesprächs fest, dass eine visuelle Beurteilung zu einer besseren Einschätzung der Situation hilfreich sein könnte, wird dem Patienten/der Patientin eine Videokonsultation angeboten. Im Falle der Zustimmung durch den Patienten/die Patientin wird das laufende Gespräch um einen einseitigen, visuellen Kanal erweitert. Der Arzt kann bei Bedarf auch Medikamente rezeptieren.

Feststeht somit, dass der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin im Einzelfall entscheidet, ob eine Videokonsultation zur Beurteilung der Symptome bzw. Beschwerden zweckdienlich ist und nach Zustimmung des Patienten/der Patientin durchgeführt wird. Patienten/Patientinnen können eine Videokonsultation nicht anfordern. 

Für die Patient/innen wird die Durchführung einer Videokonsultation möglichst einfach gestaltet. Der Patient/die Patientin erhält per SMS oder E-Mail einen einmal gültigen Link. Durch das Öffnen dieses Links, wird ohne Unterbrechung des Telefongesprächs ein Videokanal hinzugefügt. Die Installation einer App oder einer anderen Software ist nicht notwendig.

Marxgut stellt klar: „Die ärztliche Videokonsultation kann die körperliche Untersuchung oder Behandlung in der Hausarztpraxis oder in der Ambulanz in vielen Fällen nicht ersetzen. Sie kann in bestimmten Fällen aber eine wertvolle Ergänzung sein, wenn es darum geht, die Situation und die daraus abzuleitenden Maßnahmen präziser einzuschätzen.“

Besonders gut geeignet ist eine Videokonsultation bei:

–    Hautveränderungen, Ausschlägen und allergischen Hautreaktionen
–    Insekten- und Zeckenstichen
–    Kontrolle von Wunden und Operationsnarben
–    Augenentzündungen sowie Mund- und Rachenbefunden
–    Infekten, bei denen der Allgemeinzustand beurteilt werden soll

Dieses erweiterte Angebot wird in den kommenden Monaten evaluiert und bei Bedarf weiterentwickelt.

Landesrätin Rüscher: „Die Neustrukturierung der Gesundheitsberatung 1450 mit der Auslagerung des 1st-Levels ermöglichen es uns, die Gesundheitsberatung 1450 zielgerichtet weiterzuentwickeln. Am heutigen Tag der offenen Tür bieten wir gemeinsam mit sämtlichen Gesundheitsdiensteanbietern am GesundheitsCampus Bludenz allen Interessierten die Gelegenheit, sich eingehend zu informieren, unsere modernen Räumlichkeiten zu besichtigen und alles rund um die Gesundheitsberatung 1450 zu erfahren.“ 

https://presse.vorarlberg.at/land/public/Gesundheitsberatung-1450-neuer-Standort-und-mehr-Angebot