Wiedereröffnung der Kunsthalle Würth

Datum12.10.2026
SubjektWürth Group
Kontakt<div><div><strong>Würth Group</strong></div><div>Reinhold-Würth-Straße 12–17</div><div>74653 KÜNZELSAU-GAISBACH</div><div>DEUTSCHLAND</div><div>Phone +49 7940 15-1186</div><div>presse@wuerth.com</div></div>
RegionNěmecko
KategorieStavebnictví, Kultura a cestovní ruch, Kultura

Die Kunsthalle Würth lädt mit der monografischen Ausstellung „Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist“ zur Wiedereröffnung nach Schwäbisch Hall ein. 600 Quadratmeter zusätzliche Fläche ermöglichen einen Rundgang. Gleichzeitig eröffnet der Anselm Kiefer Pavillon in Künzelsau mit dem größten Werk des Künstlers in der Sammlung Würth.

Nach dreijähriger Bauzeit und Sanierung öffnet die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall wieder ihre Türen. Die feierliche Einweihung im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Cem Özdemir, findet am morgigen Dienstag, 13. Oktober 2026 für geladene Gäste statt. Zum 25-jährigen Bestehen des Hauses präsentiert sie ab 16. Oktober 2026 die große monografische Ausstellung „Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist“. Mehr als 70 Arbeiten des Künstlers aus der Sammlung Würth treten mit 21 Leihgaben Anselm Kiefers in Dialog. Am 13. Oktober 2026 öffnet am Museum Würth 2 in Künzelsau der Anselm Kiefer Pavillon für das Publikum.

Die Ausstellung „Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist“

Der Unternehmer und Sammler Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Ehrenvorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, erwarb 1996 mit der Arbeit „Der Engel“ (1976-1978) das erste Werk Anselm Kiefers für seine Sammlung. Über die Jahrzehnte entstand eine enge Verbindung zwischen Sammler und Künstler, dessen Kunst Geschichte, Mythos, Religion, Literatur und Philosophie auf spannungsvolle und faszinierende Weise verbindet. Heute gehört Kiefer, 1945 in Donaueschingen geboren, mit seinen überwiegend großformatigen Arbeiten aus allen Werkphasen zu den prägenden Positionen der Sammlung Würth.
Die Ausstellung „Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist“ versteht sich dennoch nicht als Retrospektive, sondern konzentriert sich auf zentrale, wiederkehrende Themen in Kiefers Schaffen und seine materielle Vielfalt. Sie reicht von den frühen Arbeiten der 1960er- und 1970er-Jahre, darunter „Besetzungen“ und „Heroische Sinnbilder“, über naturphilosophische Entwürfe von Mikro- und Makrokosmos bis hin zu Bildwelten aus Kabbala, Romantik, Literatur und politischer Ideologiekritik. Ebenfalls zu sehen: Kiefers Installationen aus Stahlregalen oder gestapelten bleiernen Büchern wie „Laokoon“ aus dem Jahr 2008. In besonderer Dichte bündeln sie die Verbindung von Wissen, Erinnerung und Geschichte sowie das Wechselspiel von geistiger Reflexion und materieller Transformation. Das großformatige Gemälde „Anselm fuit hic“ (2017–2024) gehört zu den jüngsten Erwerbungen der Sammlung Würth. Als Hommage an den Rhein und den Schwarzwald, die Landschaften seiner Kindheit, verbindet es persönliche Erinnerung mit eindrucksvoller Landschaftsdarstellung.
Ergänzt werden die Arbeiten der Sammlung Würth durch Leihgaben des Künstlers, darunter Papierarbeiten und Fotografien. Die von Anselm Kiefer zusammengestellte Auswahl an Fotografien verweist auf ein für seinen künstlerischen Prozess wesentliches Medium, das er als seine „heilige Assistentin“ bezeichnet.

Mehr Raum für Kunst: die Erweiterung der Kunsthalle Würth

Durch den von Henning Larsen Architects entworfenen Erweiterungsbau gewinnt die Kunsthalle Würth weitere 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf insgesamt 3.200 Quadratmeter, sowie erstmals die Möglichkeit eines zusammenhängenden Rundgangs. Zudem entstehen neue Räume für Kunstvermittlung, Medien und Verwaltung und eine Tagesbar.
Die 2001 auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei in der Katharinenvorstadt errichtete Kunsthalle Würth verband Henning Larsens zeitgenössische Architektur sensibel mit der historischen Umgebung. An diese Symbiose von Alt und Neu knüpft auch die Erweiterung an. Ihre gegliederte Dachlandschaft orientiert sich an den spätmittelalterlichen Gebäuden der Umgebung und interpretiert deren Formen zeitgenössisch. So entsteht ein Ensemble aus dem Bestandsbau der Kunsthalle Würth, dem Erweiterungsbau und den prägenden Bauten der Altstadt. Auch die Gebäudehülle greift diese Verbindung auf: Wie der Alt-Bestand ist der Erweiterungsbau mit Muschelkalk aus Crailsheim verkleidet – einem regionalen Material, das auch das Stadtbild der Altstadt prägt.
Die Besucherinnen und Besucher beginnen ihren Besuch im neuen, lichtdurchfluteten Willkommensbereich mit Empfang und Museumsshop. Daran schließt die Tagesbar im Bestandsbau an. Der Ausstellungsrundgang erschließt sich von dort in den Untergeschossen und verbindet durch neue, unterirdische Ausstellungsräume den Bestands- mit dem Neubau. Im Erdgeschoss finden sich zudem die neuen Räumlichkeiten für die Kunstvermittlung. Der Adolf Würth Saal wird weiterhin für Veranstaltungen genutzt. Mit dem neuen Ensemble ergibt sich ein vergrößerter Museumsvorplatz, der einen neuen öffentlichen Raum schafft.

Ein Pavillon für ein Werk: „Schwarze Flocken“ in Künzelsau
Der Anselm Kiefer Pavillon in Künzelsau ist der Begegnung mit einem einzigen Werk gewidmet. Der von Sir David Chipperfield entworfene Bau zeigt erstmals und dauerhaft Anselm Kiefers monumentales Werk „Schwarze Flocken“ aus dem Jahr 2007. Mit rund elf Metern Höhe und sieben Metern Breite ist es das größte Werk des Künstlers in der Sammlung Würth. Chipperfield entwarf bereits das 2017 eröffnete Carmen Würth Forum und das 2020 eröffnete Museum Würth 2.
Der 140 Quadratmeter große Pavillon liegt auf einer leichten Anhöhe am südwestlichen Rand des Areals rund um das Carmen Würth Forum und das Museum Würth 2 in Künzelsau und ist Teil des Würth Skulpturengartens. Der strenge Baukörper folgt dem von Kiefer vorgegebenen Innenraumvolumen unmittelbar. Auch Proportionen, Öffnung und Farbigkeit der Wände beruhen auf den Vorgaben des Künstlers. Ein reduzierter Portikus markiert die Schwelle zwischen Landschaft und Kunstraum. Innen bleiben die massiven Holzbalken des Dachstuhls sichtbar. Zwischen ihnen fällt durch Tageslichtkuppeln gedämpftes, und je nach Tages- oder Jahreszeit variierendes Licht ein. Lehmputz bestimmt den elementaren Charakter des Raumes. Die Architektur wird so zum Resonanzkörper von Kunst, die herkömmliche Dimensionen sprengt.
Das Werk ist dem Gedicht „Schwarze Flocken“ von Paul Celan gewidmet, einem der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des 20. Jahrhunderts. Celans Lyrik zählt zu den wiederkehrenden literarischen Bezugspunkten in Kiefers Werk.

 

Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth über Anselm Kiefer: „Mich überraschte diese unglaubliche Kraft in seinem Werk und tatsächlich auch seine Verankerung in der Region. In vielen seiner Bilder spürt man eine gewisse Bodenständigkeit und seine Auseinandersetzung mit unserer Historie. Seine Verbindung zur Landschaft, der Natur, dem Rhein, der Mythologie. Da treffen sich unsere Interessen, weshalb ich es immer gerne gesehen habe, wenn seine Bilder in Ausstellungen unserer Museen waren. In meiner Erinnerung hingen Werke von Anselm Kiefer bereits in der Eröffnungsausstellung der Kunsthalle Würth im Jahr 2001.“

Maria Würth, Geschäftsbereichsleiterin Kunst und Kultur in der Würth-Gruppe: „Anselm Kiefer wurde 1945 in Donaueschingen geboren, dem Jahr, das das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert. Fragen nach Erinnerung, Geschichte und Verantwortung begleiten sein Werk deshalb von Beginn an. Mit seinen komplexen Erzählungen lässt er uns jedoch nicht allein. Seine Werke geben uns vielmehr Spuren, denen wir folgen können – wie einem Ariadnefaden durch vielschichtige Bildwelten. Manches bleibt rätselhaft, manches wirkt dunkel. Doch gerade darin liegt der Reiz und die Aufforderung, genauer hinzusehen.“

Werner Frosch, Geschäftsführer Henning Larsen Architects München: „Mit der Eröffnung der von Henning Larsen entworfenen Kunsthalle Würth im Jahr 2001 entstand in Schwäbisch Hall ein besonderer Ort der Begegnung von Kunst, Architektur und Öffentlichkeit. Die von Reinhold Würth mit großer Leidenschaft aufgebaute Sammlung sowie sein außergewöhnliches und nachhaltiges Engagement für Kunst und Kultur haben die Kunsthalle weit über die Region hinaus bekannt gemacht und ihr einen festen Platz in der internationalen Kulturlandschaft verliehen. Die nun fertiggestellte Erweiterung versteht sich als konsequente Fortführung dieser Geschichte – als respektvolle Weiterentwicklung des bestehenden Hauses und seiner architektonischen Haltung. Entstanden ist ein Ensemble, das die Zukunft dieser außergewöhnlichen Institution sichert und noch mehr Menschen den Zugang zu Kunst auf höchstem Niveau ermöglicht.“

David Chipperfield ordnet die Zusammenarbeit und den Anselm Kiefer Pavillon folgendermaßen ein: "Es ist uns ein großes Privileg und eine besondere Ehre, über viele Jahre an der Verwirklichung von Reinhold Würths Vision für den Kulturcampus in Künzelsau mitzuwirken. Ein Projekt, das nicht nur sein nachhaltiges Engagement für die Kunst zum Ausdruck bringt, sondern auch seine Überzeugung, dass Kunst Teil des täglichen Lebens und ebenso des Arbeitsumfelds sein sollte. Der Anselm Kiefer Pavillon führt diese gemeinsame Überzeugung fort, dass Architektur einen wesentlichen Beitrag zum öffentlichen kulturellen Leben leisten kann. In Zusammenarbeit mit Anselm Kiefer entwickelt, ist der Pavillon ganz auf die Anforderungen eines einzelnen Kunstwerks ausgerichtet. Die Architektur tritt dabei bewusst zurück und dient vor allem dazu, das Werk zu rahmen und seine Wirkung und Wahrnehmung zu intensivieren."

 

Anselm Kiefer – Alles, was der Fall ist.
Sammlung Würth und Leihgaben
Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
16. Oktober 2026 bis 03. Oktober 2027
Täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Kunsthalle Würth
Lange Straße 35
74523 Schwäbisch Hall

Anselm Kiefer Pavillon
Museum Würth 2, Künzelsau
Ab 13. Oktober 2026
Täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Museum Würth 2
Am Carmen-Würth-Platz 1
74653 Künzelsau

www.KunstKultur.wuerth.com

Die Sammlung Würth

Die Sammlung Würth zählt zu den aktivsten privaten Kunstsammlungen Europas und ist bei freiem Eintritt an 14 eigenen europäischen Standorten zu erleben. Was der Unternehmer und Kunstsammler Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth in über fünfzigjähriger Sammelleidenschaft nationaler und internationaler Kunst zusammengetragen hat, umfasst rund 500 Jahre Kunstgeschichte – vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart. Süddeutsche Renaissanceporträts ebenso wie Objekte von höfischem Glanz. Dazu ganze Werkblöcke von Anselm Kiefer, Max Ernst, Christo und Jeanne-Claude und David Hockney. Heute zählt die Sammlung Würth rund 21.000 Werke.

https://news.wuerth.com/de/wiedereroeffnung-der-kunsthalle-wuerth