| Datum | 6.10.2026 |
| Subjekt | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg |
| Autor | Johanna Hojer |
| Telefon | +49 91318571371 |
| Region | Německo |
| Kategorie | Technologie, Univerzity, Věda a výzkum |
Mona Mahmoud ist Mikrobiologin und hat kürzlich ihre Postdoc-Zeitam Department Biologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erfolgreich abgeschlossen – das Thema begleitet sie seit ihrer Promotion. Nun möchte sie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch einsetzen: Sie arbeitet an einem Wundverband, der mithilfe von photodynamischer Inaktivierung schädliche Bakterien in chronischen Wunden reduziert und so die Wundheilung unterstützt.
„Wir verwenden Chlorophyllin, eine Verbindung, die aus Chlorophyll, dem grünen Pigment der Pflanzen, gewonnen wird. Wird Chlorophyllin durch rotes Licht aktiviert, kann es reaktive Moleküle erzeugen, die Bakterien schädigen und inaktivieren. Während meiner Promotion in Mikrobiologie an der FAU habe ich mich auf das Bakterium Pseudomonas aeruginosa konzentriert, das vor allem in Krankenhäusern und bei Menschen mit geschwächten Immunsystem schwere Infektionen verursachen kann. Gerade gegen solche Bakterien ist der lichtbasierte Ansatz sehr vielversprechend.“
Während ihrer Zeit an der FAU nahm Mona Mahmoud am EELISA-Tech2Market-Programm teil, das von Elena Berger, einer Innovationsspezialistin der EELISA Partneruniversität UPM in Madrid, organisiert wurde. Das Programm unterstütze rund 25 Forschende aus den EELISA Partneruniversitäten dabei, das wirtschaftliche Potenzial ihrer Forschung zu verstehen und einen überzeugenden Business Case für ihre Innovationen zu entwickeln. Die Teilnehmenden sollten lernen, wie sie ihre Forschungsideen innerhalb von 12 bis 24 Monaten zu tragfähigen und marktreifen Lösungen weiterentwickeln können. In wöchentlichen Online-Workshops wurden dafür zentrale Themen behandelt – von Grundlagen und dem Kommerzialisierungsprozess bis hin zur Entwicklung überzeugender Pitches.
„Tech2Market war mehr oder weniger das erste Innovationsprogramm, an dem ich teilgenommen habe. Durch das Programm habe ich verstanden, dass ich stärker aus der Perspektive potenzieller Kundinnen und Kunden denken muss und mich nicht zu sehr auf die Technologie konzentrieren darf“, erklärt die Mikrobiologin. „Auch zu lernen, wie man einen kurzen und klar strukturierten Pitch hält, war für mich als Forschende eine große Herausforderung.“ Über mehrere Monate bereiteten Workshops und individuelle 1:1-Mentoring-Sitzungen die Teilnehmenden auf den abschließenden Demo Day vor.
Im Rahmen des abschließenden Pitchs erhielten drei Teams Eintrittskarten für die VivaTech in Paris, Europas größte Innovationsmesse. Mona Mahmoud war eine von ihnen. „Es war eine völlig neue Erfahrung für mich unter all den Investoren und Gründerinnen! Wir alle versuchen Geldgeber zu finden und Kooperationen aufzubauen – insofern liegen Forschung und Innovation sehr nah beieinander. Bei der VivaTech lag der Fokus allerdings viel stärker auf dem konkreten Impact und weniger auf dem reinen Wissen an sich. Das war wirklich großartig!“ Nach ihrem Pitch hatte Mona ein interessantes Gespräch mit einem Geschäftsmann aus Kanada. „Er hat mir geraten, nicht nur nach Geschäftspartnern zu suchen, sondern auch gezielt renommierte Akteure im medizinischen Bereich der chronischen Wundheilung anzusprechen, um so mehr Glaubwürdigkeit für mein Produkt zu bekommen“, erzählt Mona Mahmoud.
Derzeit wartet Mona auf die Bewilligung von Fördermitteln, um mit der Entwicklung ihres Prototyps zu starten. „Während der VivaTech ist mir klar geworden, dass ich ohne einen fertigen Prototyp keine Investoren finden werde.“ Mit einem ersten Prototyp könnte Mona ihre Idee zum Beispiel im Rahmen des für Dezember 2026 geplanten „EELISA Prototype Contest“ weiterentwickeln und sie potenziellen Investorinnen und Investoren beim für Frühjahr 2027 geplanten „EELISA Next Level“ vorstellen. „Durch EELISA Tech2Market habe ich nun einen guten Überblick darüber bekommen, wie man Technologietransfer grundsätzlich funktioniert. Als Nächstes muss ich noch mehr über Finanzierungsmöglichkeiten lernen, verstehen, was Intellectual Property bedeutet, und herausfinden, wie ich Mitgründerinnen oder Mitgründer finden kann.“
https://www.fau.de/2026/10/news/studium/vom-mikrobiologielabor-zur-groessten-start-up-messe-europas