Im Fokus: das Format „Frag den LH“, Almwirtschaft und Wolf sowie Umgang mit Rechtsextremismus Viola Fülöp und Valentin Auer übernahmen das Interview und stellten Fragen im Namen der Klasse.
Im Oktober nahm die Klasse 5LMT der HBLFA Tirol Rotholz (Schwerpunkt: Landwirtschaft und Ernährung, Lebensmittel- und Biotechnologie) gegenüber von Landeshauptmann Anton Mattle Platz. Stellvertretend für die 19 SchülerInnen und ihre zwei Begleitpersonen richteten Viola Fülöp und Valentin Auer ihre kritischen Fragen an den Landeshauptmann. Dabei ging es um den Wert von Fragerunden wie „Frag den LH“, den Umgang mit dem Wolf in der Almwirtschaft und die Frage, wie sich die Demokratie gegen extremistische Strömungen behaupten könne. Das Format „Frag den LH“ bietet wie immer auch eine Gelegenheit für einen persönlichen Austausch und eine offene Fragerunde mit dem Landeshauptmann. Die gesamte Folge von „Frag den LH“ ist auf dem YouTube-Kanal des Landes zu finden.
Offener Dialog: Was Fragerunden mit dem Landeshauptmann leisten können
Zu Beginn ging es dieses Mal um das Format „Frag den LH“ selbst. Die SchülerInnen wollten wissen, warum die Schulklasse gebeten wird, ausgearbeitete Fragen im Vorfeld einzumelden und ob so versucht wird, kritische Fragen zu umgehen. „Bei ‚Frag den LH‘ können mich junge Menschen alles fragen, was sie wollen – auch ganz spontan. Die Schülerinnen und Schüler können von mir ehrliche und authentische Antworten erwarten. Wichtig ist, dass sich die Schulklasse im Vorfeld wirklich Gedanken macht, was sie wissen möchte“, betont LH Mattle. Für das YouTube-Format, das im Zuge der „Frag den LH“-Stunde aufgezeichnet wird, ist es ein Anspruch, jeden Monat unterschiedliche Themenlagen zu behandeln. Durch die oft ähnlichen Interessenslagen von jungen Menschen wird versucht, nicht immer dieselben Fragen auszuwählen, damit dieses Format auch abwechslungsreich ist und einen Mehrwert für die TirolerInnen bietet. Nach der YouTube-Aufzeichnung von „Frag den LH“ ist das Gespräch noch nicht beendet: Zur Sprache kommen auch alle weiteren von den SchülerInnen vorbereiteten Themen und Fragen, nicht selten entstehen auch lebhafte Diskussionen und ein reger Austausch zu aktuellen Themen.
Almwirtschaft und Wolf
So ist eines der Themen der aktuellen Folge von „Frag den LH“, das Relevanz für viele Menschen hat, „Almwirtschaft und Wolf“. Durch ihren Schwerpunkt in der Landwirtschaft interessierten sich die SchülerInnen dafür, wie Almwirtschaft, Artenschutz und naturnaher Tourismus in Einklang gebracht werden können. LH Mattle betont, dass er klar auf der Seite der Tiroler Landwirtschaft steht und sich massiv für die Entnahme von Risiko- und Schadwölfen eingesetzt hat: „Beim Herdenschutz gibt es Grenzen, vor allem in hochalpinen Regionen ist dieser nicht einfach umzusetzen“, so LH Mattle. Das sei auch touristisch relevant: „Wenn Gäste fragen, ob sie in Tirol sicher sind, müssen wir darauf antworten können und der Wolf ist und bleibt in dicht besiedelten Regionen und insbesondere für die Almwirtschaft ein Sicherheitsrisiko.“
Demokratie und Extremismus: Wie wehrhaft ist die Demokratie?
Zuletzt beschäftigte die Klasse die Frage, wie mit rechtsextremen Strömungen und deren Einfluss auf die Politik umzugehen sei. „Im Moment erleben wir in manchen Regionen auf der Welt eine Zeit, in der die Instrumente der liberalen Demokratie missbraucht werden, um aus unserer Gesellschaft eine Autokratie zu zimmern. Deswegen gilt es, wachsam zu sein, den besorgten Menschen zuzuhören und bei Extrempositionen – links wie rechts – sensibilisiert zu sein“, hält LH Mattle fest. Wachsamkeit bedeute für ihn aber nicht, politische Gruppierungen von vornherein auszuschließen – das wäre seiner Ansicht nach selbst undemokratisch. Orientieren müsse man sich stattdessen an der aktuellen Rechtslage und am demokratischen Diskurs.
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