Hämmerle: Heim-WM statt Handtuchwurf

27.9.2026 - | Österreichisches Olympisches Comité

Zweimal Olympiagold, drei Gesamtweltcupsiege, zwei WM-Medaillen: Alessandro Hämmerle hätte allen Grund gehabt, seine große Karriere nach Mailand Cortina 2026 zu beenden. Doch beim Tag des Sports am Wiener Heldenplatz machte der 33-jährige Vorarlberger noch einmal klar: Noch fehlt etwas. 2027 wartet die Heim-WM im Montafon.

Der Andrang war groß, die Schlange lang und die Eddings am Ende leer. Alessandro Hämmerle war gemeinsam mit seinen hochdekorierten Snowboard-Kolleg:innen Sabine Payer, Jakob Dusek und Benjamin Karl eines der absoluten Highlights bei den Autogrammstunden der Olympia-Stars am ÖOC-Stand.

Auch im wildesten Fanandrang blieb der 1,90-Meter-Mann aus Gaschurn die Ruhe selbst. Autogramm, Selfie, ein paar persönliche Worte, dann die nächsten Fans. Beim 25. Tag des Sports, der den Wiener Heldenplatz mit rund 80 Mitmachstationen einmal mehr in einen riesigen Sportplatz verwandelte, war der Doppelolympiasieger einer jener Stars, bei denen die Olympia-Begeisterung besonders greifbar wurde.

„Da probieren wir es noch einmal“

Eigentlich hätte die Geschichte im Februar bereits ihr perfektes Ende finden können. Vier Jahre nach seinem Gold von Peking 2022 gewann Hämmerle auch in Livigno den olympischen Snowboardcross. Wieder fiel die Entscheidung erst auf der Zielgeraden, diesmal durfte er den Triumph aber mit einer ganzen Busladung voller Familie und Freunde feiern. Teamkollege Jakob Dusek holte zusätzlich Olympia-Bronze.

„Eigentlich wäre nach dem zweiten Olympiasieg ein guter Zeitpunkt gewesen, das Handtuch zu werfen. Aber nächstes Jahr ist eine Heim-WM. Und da probieren wir es noch einmal.“

Diese Heim-WM findet 2027 ausgerechnet dort statt, wo Hämmerle zu Hause ist: im Montafon. „Dort sind alle schon richtig aus dem Häuschen, für mich ist das etwas ganz Besonderes. Sozusagen eine WM im eigenen Wohnzimmer.“

Ein WM-Titel fehlt noch in der Sammlung. Hämmerles bisherige Bilanz umfasst neben den beiden Olympiasiegen drei Gesamtweltcupsiege sowie WM-Silber 2021 und WM-Bronze 2025.

Mila wiegt mehr als jede Medaille

So außergewöhnlich seine sportlichen Erfolge sind, die größte Veränderung dieses Jahres passierte für Hämmerle abseits der Rennstrecke. Am 29. Juli, einen Tag vor seinem 33. Geburtstag, wurden er und seine Frau Julia Eltern einer Tochter. Mila war ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk.

„Es ist das größte Glück, das man sich vorstellen kann, und wiegt mehr als jeder sportliche Erfolg“, sagt Familien-Mensch Hämmerle.

Das passt zu einem Athleten, der schon nach seinem ersten Olympiasieg betonte, was ihm abseits des Sports Halt gibt. „Mein Leben hat sich nach dem ersten Olympiasieg insofern verändert, dass mich einfach mehr Menschen kennen und mich ansprechen. Aber die wichtigsten Dinge im Leben sind gleich geblieben. Die Familie, die Freunde, die Nachbarschaft.“

Auch nach seinem zweiten Gold blieb diese Gewichtung unverändert. Schon in Livigno hatte Hämmerle betont, wie viel es ihm bedeutete, Familie und Freunde diesmal unmittelbar nach dem Rennen in die Arme schließen zu können.

Zurück auf Schnee

Sportlich hat die Vorbereitung auf den nächsten Winter längst begonnen. In der vergangenen Woche stand Hämmerle am Stelvio-Gletscher erstmals wieder auf Schnee.

Im Sommer profitierten die österreichischen Snowboardcrosser und Raceboarder einmal mehr von einer ungewöhnlichen Trainingsmöglichkeit am Olympiazentrum Vorarlberg. Dort wird für das Starttraining eine Rampe mit Abfall-Schnee präpariert, der aus der Eishalle Dornbirn stammt.

Bis zum Weltcupauftakt Mitte Dezember bleibt noch Zeit. Das große sportliche Ziel bleibt in dieser Saison die FIS Snowboard, Freestyle & Freeski WM 2027 vin 6. bis 21. März 2027 im Montafon. Für Hämmerle also praktisch im eigenen Wohnzimmer.

Olympische Momente

https://www.olympia.at/main.asp?NID=46351&kat1=87&kat2=538