Neue digitale Plattform unterstützt pflegende Angehörige

11.9.2026 - | Universität zu Köln

Universität zu Köln evaluiert Effekte der App „TeReS“ auf Entlastung von Pflegepersonen / Pilotprojekt im Oberbergischen Kreis und in Köln gestartet.

Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen übernehmen die Pflege Angehöriger – oft mit erheblichen körperlichen und psychischen Belastungen. Um diese zu unterstützen, wurde jetzt das Pilotprojekt TeReS (Technologiegestützte Regionale Sorgegemeinschaft) gestartet: Entwickelt und umgesetzt wird TeReS gemeinsam vom gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft e. V., der Gesundheitsregion KölnBonn e. V., der NursIT Institute GmbH und dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln. Herzstück des Projekts ist eine neu entwickelte interaktive Plattform, bestehend aus einer App für pflegende Angehörige und einem KI-gestützten Beratungstool für Senioren- und Pflegeberatungsstellen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation begleitet das Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln das Projekt, das bis Juni 2027 läuft und vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF-Förderprogramms „Gesünder.IN.NRW“ unterstützt und von der Europäischen Union kofinanziert wird.

„Digitale Angebote können pflegende Angehörige gezielt entlasten, indem sie zeit- und ortsunabhängig Orientierung bieten und den Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten erleichtern – besonders in Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels. Entscheidend ist, dass solche Lösungen auf die konkreten Bedarfe der Nutzer*innen zugeschnitten sind“, sagt Professor Dr. Sascha Köpke, Leiter des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln. „Mit TeReS erproben wir, wie digitale und persönliche Beratung sinnvoll miteinander verzahnt werden können, um Pflegeangebote niedrigschwellig zugänglich zu machen.“

App verbindet Angehörige mit regionalen Hilfsangeboten

Pflegende Angehörige können ab sofort die TeReS-App im App-Store herunterladen und ihre aktuelle Pflegesituation erfassen. Die App gibt daraufhin passende, regionale Unterstützungs- und Entlastungsangebote vor – etwa Pflegekurse, Alltagshilfen oder Selbsthilfegruppen. Die Angaben der Nutzer*innen werden anonymisiert an die beteiligten Beratungsstellen übermittelt, die mithilfe des KI-Tools den Unterstützungsbedarf strukturieren und konkrete Empfehlungen aussprechen. Wünschen Nutzer*innen eine persönliche Beratung, können sie diese direkt über die App anfordern und den Kontakt zu einer Pflegeberatungsstelle herstellen lassen.

Beteiligt sind im Oberbergischen Kreis die Senioren- und Pflegeberatungsstellen in Bergneustadt, Gummersbach und Lindlar sowie in Köln die Seniorenberatungsstellen der ASB Alten- und Pflegeheime Köln GmbH und der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (Bezirk Rodenkirchen).

Wissenschaftliche Begleitung für nachhaltige Lösungen

Ein Team des Instituts für Pflegewissenschaft evaluiert im Rahmen einer Begleitstudie, wie TeReS von pflegenden Angehörigen und Beratungsstellen angenommen und genutzt wird, wie benutzerfreundlich und alltagstauglich die Plattform ist und welche Faktoren die Umsetzung in der Praxis beeinflussen. „Das Feedback der Nutzer*innen und Pflegeberater*innen ist zentral, um die Plattform weiterzuentwickeln und an reale Bedarfe anzupassen“, so Köpke.

Menschen, die im Oberbergischen Kreis oder in Köln (Bezirk Rodenkirchen) Angehörige pflegen, sind eingeladen, die TeReS-App zu testen und ihre Erfahrungen in die Studie einzubringen. Die Teilnahme ist freiwillig und trägt dazu bei, digitale Unterstützungsangebote für die Pflege zu verbessern.

Inhaltlicher Kontakt:
Professor Dr. Sascha Köpke
Institut für Pflegewissenschaft
+49 221 478 51658
sascha.koepke@uk-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Dr. Anna Euteneuer
+49 221 470 1700
a.euteneuer(at)verw.uni-koeln(dot)de

Weitere Informationen:
https://www.teres.care/

https://uni-koeln.de/universitaet/aktuell/meldungen/meldungen-detail/neue-digitale-plattform-unterstuetzt-pflegende-angehoerige