Ca. 80 Fachteilnehmer tauschten sich über zentrale Themen der Notfallmedizin aus – mit besonderem Fokus auf die enge Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Klinik.
Rund 80 Teilnehmer aus Rettungsdienst, Klinik, Notaufnahme, der Sana Medical School sowie weitere Fachinteressierte kamen in der vergangenen Woche zu einem intensiven fachlichen Austausch über zentrale Themen der Notfallmedizin zusammen. Eingeladen hatte das Team der Zentralen Notaufnahme am Sana Klinikum Coburg um Chefärztin Dr. Franziska Groenen. Im Mittelpunkt stand der Schulterschluss zwischen Präklinik und Klinik mit dem Ziel, Übergänge verlässlich zu gestalten und die Patientenversorgung strukturiert, sicher und nachvollziehbar auszurichten.
Die Veranstaltung zeigten, dass eine enge Abstimmung entlang der gesamten Versorgungskette entscheidend ist: von der ersten Beurteilung und Maßnahme am Einsatzort über die strukturierte Übergabe nach dem SINNHAFT-Schema bis hin zur zielgerichteten Diagnostik und Therapie in der Notaufnahme und auf den Stationen. Anhand praxisnaher Fragestellungen wurde deutlich, wie gemeinsame Standards und klare Kommunikation Patientensicherheit erhöhen und Prozesse beschleunigen. Dazu gehörten Themen wie die Konsequenzen des aktuellen Reformentwurfs der Notfallreform, insbesondere mit Blick auf die Planung des INZ am Standort Coburg, die sichere Durchführung der Notfallnarkose, wesentliche Aspekte der POCUS-Sonographie als unmittelbarer Beitrag zur Akutdiagnostik sowie die indikationsgerechte Anwendung der nicht-invasiven Beatmung.
Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung war die Verständigung auf konkrete, für beide Seiten tragfähige Lösungen an der Schnittstelle zwischen Präklinik und Klinik. Dieser Schulterschluss schafft Verbindlichkeit und stärkt die Versorgungsqualität – von der Alarmierung bis zur Weiterbehandlung. Parallel dazu wurden künftige Projekte und Folgeveranstaltungen angekündigt, um den gemeinsamen Fortschritt messbar zu machen und die verabredeten Standards weiterhin gelebte Praxis sein zu lassen. Begleitend wurde ein neuer Informationsflyer vorgestellt, der die wichtigsten Eckpunkte des Leistungsspektrums kompakt zusammenfasst und den Transfer in den klinischen Alltag unterstützt.
„Der Rettungsdienst ist für uns ein Partner auf Augenhöhe. Was in den ersten Minuten am Einsatzort entschieden und getan wird, bestimmt maßgeblich den weiteren Verlauf im Klinikum. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Übergaben verlässlich zu strukturieren und einen lückenlosen Informationsfluss sicherzustellen“, sagt Chefärztin Dr. Franziska Groenen und betont: „Dieser Schulterschluss wirkt sich direkt auf den Behandlungserfolg aus und stärkt die Patientensicherheit.“
Ein Anliegen der Klinikärzte wurde dabei ausdrücklich an den Rettungsdienst wurde adressiert: Der BMP (Behandlungs- und Medikationsplan) soll – sofern verfügbar – stets mitgegeben werden. Häufig liegt er in Pflegeeinrichtungen nicht vor oder ist aufgrund schlechter Qualität nicht scannbar. Daher wurde sensibilisiert, bei der Abholung der Patienten vor Ort möglichst vollständige und gut lesbare Unterlagen abzufragen und mitzubringen. Dies erhöht die Informationssicherheit, beschleunigt Abläufe und verbessert die Versorgungsqualität unmittelbar.
Das Fachtreffen hat gezeigt, wie gelebte Zusammenarbeit die Notfallversorgung stärkt. Die enge Verzahnung von Präklinik und Klinik, der verlässliche Schulterschluss mit dem Rettungsdienst und eine konsequent strukturierte Patientenversorgung bilden die Leitplanken für die nächsten Schritte – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Effizienz und Qualität.
(von links): Ein Teil der Referenten aus dem Sana Klinikum Coburg Kamil Mustafayev, Chefärztin Dr. Franziska Groenen, Lukas Jacob und Doctor-medic Madalina Alina Covalciuc
https://www.sana.de/newsroom/enge-verzahnung-von-praeklinik-und-klinik-final