Kartoffelernte 2026 unter Druck – Heimische Kartoffeln stehen für Qualität und regionale Wertschöpfung – Kaniber: „Lassen unsere Kartoffelbauern nicht allein!“

26.8.2026 - | Bayerische Staatsregierung

(26. August 2026) Ettling/Pförring – Trockenheit, Hitze und Pflanzenkrankheiten machen den bayerischen Kartoffelbauern in diesem Jahr zu schaffen. Auf knapp 37.500 Hektar bauen Bayerns Landwirte Kartoffeln an. Damit zählt der Freistaat zu den wichtigsten Kartoffelanbaugebieten Deutschlands. Bei der diesjährigen Kartoffel-Erntepressefahrt des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und der Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln in Bayern war Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf dem Betrieb der Familie Batz in Ettling im Landkreis Eichstätt zu Gast. Dort machte sie deutlich: Die heimische Kartoffelerzeugung muss auch unter schwieriger werdenden Bedingungen eine Zukunft haben. Schließlich erwirtschaften Bayerns Landwirte mit Kartoffeln jährlich rund 300 Millionen Euro. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette entsteht nahezu eine Milliarde Euro.

„Die Kartoffel gehört zu Bayern. Unsere Kartoffelbauern leisten jeden Tag hervorragende Arbeit und erzeugen auch unter schwierigen Bedingungen ein hochwertiges Lebensmittel direkt vor unserer Haustür. Sie schaffen Wertschöpfung in unseren Regionen und sorgen dafür, dass wir uns auf heimische Lebensmittel verlassen können“, sagte Kaniber.

Das Erntejahr 2026 verlangt den Betrieben viel ab. Trockenheit, hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge haben regional die Bestände belastet und führen zu teils unterdurchschnittlichen Erträgen. Nach dem Rekordjahr 2025 mit starken Erträgen aber sehr schwachen Preisen verschärft das die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe. Die zuletzt leicht gestiegenen Preise setzen zwar ein erstes positives Signal, reichen aber noch nicht aus, um die angespannte Lage grundlegend zu verbessern.

Zusätzliche Sorgen bereiten Stolbur und das „Syndrom des niedrigen Zuckergehalts“ (SBR). Beide Pflanzenkrankheiten können bei Kartoffeln erhebliche Schäden verursachen und zu Ernteverlusten von bis zu 50 Prozent führen. Bayern unterstützt deshalb Forschung und Praxis bei der Suche nach wirksamen Lösungen. Rund zwei Millionen Euro fließen in Forschungsprojekte. Auch auf dem Betrieb der Familie Batz erproben Fachleute Ansätze unter Praxisbedingungen. Bürokratische Erleichterungen beim Fruchtfolgeanbau wie der Verzicht auf Winterbegrünung nach Kartoffeln und Zuckerrüben sollen den Betrieben zudem mehr Möglichkeiten geben, auf die Ausbreitung der Krankheiten zu reagieren.

„Wir lassen unsere Betriebe mit Stolbur und SBR nicht allein. Bayern investiert in Forschung und bringt neue Erkenntnisse so schnell wie möglich auf die Felder. Aber dieses Problem endet nicht an der Landesgrenze. Deshalb braucht es eine bundesweite Koordination und langfristig wirksame Lösungen beim Pflanzenschutz“, betonte Kaniber.

Neben dem Pflanzenschutz stärkt Bayern die Betriebe auch bei der Anpassung an Wetterextreme. Mit der Förderung der Mehrgefahrenversicherung unterstützt der Freistaat Landwirte dabei, sich gegen die finanziellen Folgen von zum Beispiel Starkregen oder Trockenheit abzusichern. Am Zentrum für Trockenlagen in Schwarzenau arbeiten Fachleute in mehr als 40 Forschungsprojekten an Lösungen für die Landwirtschaft unter veränderten klimatischen Bedingungen. Auch moderne Technik hilft den Betrieben: Drohnen können beispielsweise Pflanzenbestände überwachen und Veränderungen frühzeitig sichtbar machen.

„Unsere Bauern können das Wetter nicht beeinflussen. Aber wir können ihnen helfen, ihre Betriebe widerstandsfähiger aufzustellen. Forschung, Vorsorge und moderne Technik sind dafür entscheidende Bausteine“, so die Ministerin. Zum Beginn der Kartoffelernte appellierte Kaniber zugleich an alle Verkehrsteilnehmer, Rücksicht auf landwirtschaftliche Fahrzeuge zu nehmen. Während der Ernte sind die Betriebe verstärkt mit großen Maschinen auf den Straßen unterwegs. Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme helfen, gefährliche Situationen und Unfälle zu vermeiden.

„Ich wünsche allen Landwirten eine sichere und unfallfreie Ernte, gutes Wetter und auskömmliche Preise. Sie arbeiten jeden Tag mit viel Einsatz dafür, dass hochwertige heimische Lebensmittel auf unseren Tellern landen. Das verdient unsere höchste Anerkennung und Respekt für diese geleistete Arbeit“, sagte Kaniber abschließend.

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