Starke Strukturen für gelingende Integration in Tirol

23.8.2026 - | Land Tirol

Land Tirol unterstützt aktuell 56 Integrationsprojekte mit rund 2,2 Millionen Euro.

Integration entscheidet sich im Alltag: beim Erlernen der deutschen Sprache, in Kindergarten und Schule, beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, im Kontakt mit Behörden und Beratungsstellen und nicht zuletzt beim Zusammenleben in den Gemeinden. Das Land Tirol unterstützt deshalb auch 2026 ein breites Netz an Integrationsangeboten. Aktuell wurden rund 2,2 Millionen Euro für insgesamt 56 Projekte zugesagt.

„Integration ist keine Einbahnstraße und sie passiert auch nicht von selbst. Wer neu zu uns kommt, muss bereit sein, Deutsch zu lernen, unsere Regeln und Werte zu respektieren und seinen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig müssen wir die Voraussetzungen schaffen, damit Integration auch gelingen kann. Genau dafür brauchen wir starke Strukturen und Angebote, die dort ansetzen, wo Unterstützung tatsächlich notwendig ist“, betont Integrationsreferent LHStv Philip Wohlgemuth.

Integration findet vor Ort statt

Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet die Beratung. Rund 658.000 Euro fließen in unterschiedliche Beratungsangebote – von Sozial- und Rechtsberatung über psychosoziale Unterstützung bis hin zu Arbeitsmarkt- und Antirassismusberatung. Weitere rund 534.000 Euro werden für regionale Integrationsarbeit eingesetzt. Dazu zählen insbesondere IntegrationskoordinatorInnen und Anlaufstellen in Gemeinden und Städten wie Imst, Telfs, Hall, Schwaz, Jenbach, Wörgl und Kufstein sowie weitere regionale Projekte.

„Ob Integration funktioniert, entscheidet sich nicht am Schreibtisch, sondern vor Ort. In den Gemeinden, in der Schule, am Arbeitsplatz und im täglichen Zusammenleben. Deshalb ist es uns wichtig, auch außerhalb des Zentralraums verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zu haben. Integration muss in ganz Tirol funktionieren“, so LHStv Wohlgemuth.

Sprache und Bildung als Schlüssel

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Bildung und Sprache. Mit rund 144.000 Euro unterstützt die Integrationsförderung Lernangebote für Kinder – darunter Lernhilfen, Sprachförderung und Angebote für Kindergartenkinder. Für Erwachsenenbildung stehen rund 205.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem Deutsch- und Basisbildungsangebote sowie Projekte, die insbesondere Menschen mit erschwertem Zugang zu bestehenden Bildungsangeboten erreichen.

„Deutsch zu können ist der Schlüssel für nahezu alles Weitere: für Bildung, Arbeit, Selbstständigkeit und dafür, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Deshalb setzen wir bewusst früh an – bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Unser Ziel muss immer sein, Menschen möglichst rasch dazu zu befähigen, ihr Leben selbstständig zu gestalten“, erklärt LHStv Wohlgemuth.

Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird

Rund 330.000 Euro werden für Angebote im Gesundheitsbereich für Menschen mit Migrationshintergrund in besonders vulnerablen Lebenslagen eingesetzt, darunter psychosoziale Unterstützung sowie Hebammenbetreuung. Rund 171.000 Euro fließen in Projekte für Begegnung, Orientierung, Mentoring und gesellschaftliche Teilhabe. Ergänzt wird das Angebot durch Dolmetschunterstützungen für soziale Einrichtungen sowie Basisförderungen für etablierte Träger.

Für LHStv Wohlgemuth zeigt die Bandbreite der insgesamt 56 geförderten Projekte, dass Integrationspolitik als Querschnittsmaterie gedacht werden müsse: „Gute Integration heißt für mich: klare Erwartungen auf der einen Seite und echte Chancen auf der anderen. Sprache lernen, Bildung nutzen, arbeiten und sich an unsere gemeinsamen Regeln halten – das erwarten wir. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um diese Erwartungen auch erfüllen zu können.“

„Ziel ist ein selbstständiges Leben“

Dabei gehe es nicht darum, dauerhaft Parallelstrukturen aufzubauen, sondern Menschen möglichst schnell in bestehende gesellschaftliche Strukturen einzubinden.„Am Ende muss erfolgreiche Integrationspolitik dazu führen, dass spezielle Unterstützung immer weniger notwendig wird. Menschen sollen möglichst schnell auf eigenen Beinen stehen können. Sprache, Bildung und Arbeit sind dafür die wichtigsten Schlüssel. Die 56 geförderten Projekte leisten dazu in ganz unterschiedlichen Bereichen einen wichtigen Beitrag“, so LHStv Wohlgemuth abschließend.

 

Factbox: Integrationsförderung 2026

56 Projekte | rund 2,2 Mio. Euro zugesagte Fördermittel

Regionale Strukturen: IntegrationskoordinatorInnen bzw. kommunale Integrationsbeauftragte unter anderem in Imst, Telfs, Hall, Schwaz, Jenbach, Wörgl und Kufstein.


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