„Rückendeckung“ für Tirols SchülerInnen

6.8.2026 - | Land Tirol

Neue BesitzerInnen für gebrauchte Schultaschen.

Ob SuperheldIn, Lieblingssport oder Märchenfigur: In wenigen Wochen werden wieder viele bunte Schultaschen mit Stolz zum ersten Schultag getragen – neu müssen sie aber keineswegs sein: Bereits seit 19 Jahren gibt es das Erfolgsprojekt ReUse-Schultaschensammlung in Tirol. Initiiert und federführend geleitet vom Umwelt Verein Tirol werden mit Unterstützung des Landes Tirol und zahlreicher weiterer Partner jedes Jahr gute gebrauchte Schultaschen und Schulrucksäcke in allen Bezirken gesammelt. Diese werden anschließend von Freiwilligen gereinigt, mit neuen Schulutensilien bestückt und dann an Familien in Tirol weitergegeben. Es ist ein Projekt mit doppelter Wirkung: Einerseits werden sozial bedürftige Familien unterstützt, andererseits kommt die Weiterverwendung der Schultaschen der Umwelt zugute. Heute, Donnerstag, waren Soziallandesrätin Eva Pawlata und Umweltlandesrat René Zumtobel gemeinsam mit VertreterInnen der zahlreichen beteiligten Organisationen vor Ort im Flüchtlingsheim Reichenau, wo die Schultaschen von BewohnerInnen ehrenamtlich zur Weiterverwendung vorbereitet werden. Beteiligt sind neben dem Land Tirol und dem Umwelt Verein Tirol das Jugendrotkreuz Tirol, der Landeselternverband, der Landesfeuerwehrverband, die Tiroler Soziale Dienste GmbH, die Caritas Tirol, der Tiroler Gemeindeverband, der Papier- und Schreibwarenfachhandel (Tyrolia, Riepenhausen, Libro) sowie die ARA (Altstoff Recycling Austria AG) und die sozialökonomischen Betriebe ISSBA und WAMS. Auch die Tiroler Recyclinghöfe unterstützen das Projekt.

„Der Schulstart ist für viele Familien in Tirol nicht nur ein freudiges Ereignis, sondern kann auch eine große finanzielle Belastung bedeuten. Durch die ReUse-Schultaschenaktion wird sichergestellt, dass alle Kinder in Tirol gut ausgerüstet in die schulische Ausbildung starten können – auch jene, deren Eltern sich eine gut und hochwertig befüllte Schultasche nur schwer oder gar nicht leisten können“, so LRin Pawlata. Die gereinigten Schultaschen werden bereits mit zahlreichen notwendigen Schreib- und Bastelutensilien bestückt, wodurch auch der Einkauf zum Schulbeginn reduziert werden kann.

„Ergonomisch, mit Reflektoren ausgestattet, mit Kindheitshelden und trendigen Motiven gestaltet – Schultaschen sind heutzutage meist von sehr guter Qualität und auch entsprechend langlebig. Wenn die vier Jahre Volksschulzeit vorbei sind, kann und soll die Nutzungsdauer einer Schultasche noch lange weitergehen. Jede Schultasche, die nicht weggeschmissen wird, macht den neuen Besetzerinnen und Besitzern Freude, ist eine wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und vermeidet zudem unnötigen Abfall. Das gemeinschaftliche ReUse-Projekt zeigt auf, dass nachhaltiges Handeln nicht nur einfach, sondern auch sozial wirksam sein kann. Mein Dank gilt den vielen Organisationen, die dieses wunderbare Projekt jährlich in ganz Tirol abwickeln“, unterstreicht LR Zumtobel.

Viele Hände auf dem Weg vom alten ins neue Schuljahr

Das Jugendrotkreuz bewirbt das ReUse-Projekt in allen Tiroler Pflichtschulen und unterstützt die Sammlung der noch funktionsfähigen Schultaschen und -rucksäcke. Die MitarbeiterInnen der Tiroler Recyclinghöfe übernehmen die Sammelware von den Schulen und schleusen zudem jahresdurchgehend funktionsfähige Schultaschen aus dem Abfallstrom aus, um sie bis Ende Juli zu den Bezirkssammelstellen zu transportieren. Der Landesfeuerwehrverband holt die Sammelware von den Bezirkssammelstellen ab und liefert sie zum Flüchtlingsheim Reichenau, wo die Schultaschen und -rucksäcke kontrolliert, gereinigt und mit vom Fachhandel gespendeten Schulutensilien bestückt werden. Die Verteilung der Schultaschen übernehmen die TSD, die Caritas Tirol und der Landeselternverband.

Über 20.000 Stück in 19 Jahren

„Das ReUse-Projekt Tiroler Schultaschensammlung leistet einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz in Tirol und darüber hinaus. Insgesamt konnten wir seit Beginn der Aktion über 20.000 Schultaschen sammeln – und vor einem Ende auf der Deponie oder im Verbrennungsofen bewahren“, resümiert Michael Kneisl, Obmann des Umweltvereins Tirol.

https://www.tirol.gv.at/presse/meldungen/meldung/rueckendeckung-fuer-tirols-schuelerinnen