Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe Berichtsmonat Juni 2026

6.8.2026 - | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Die Auftragslage in der deutschen Industrie entwickelt sich zur Jahresmitte spürbar positiv: Das Ordervolumen im Verarbeitenden Gewerbe stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 preis-, kalender- und saisonbereinigt im Juni gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent. Für das zweite Quartal ergab sich ein Plus von 1,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich lag die Nachfrage im Juni arbeitstäglich bereinigt um 6,5 Prozent höher. Wie schon im Vormonat war auch im Juni der Auftragszuwachs vor allem auf Großaufträge zurückzuführen. Ohne deren Berücksichtigung verzeichneten die Auftragsbücher einen Rückgang von 0,5 Prozent.

Ausschlaggebend für die jüngste Zunahme war ein deutlicher Anstieg der Inlandsaufträge um 7,8 Prozent. Die Auslandsnachfrage bewegte sich in etwa auf dem Vormonatsniveau (+ 0,2 Prozent). Die Bestellungen aus dem Ausland sind derzeit starken Schwankungen unterworfen: Während die Aufträge aus dem Euroraum im Mai noch um 7,9 Prozent zunahmen, war im Juni ein Rückgang von - 14 Prozent zu verzeichnen. Dagegen stiegen die Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum im Juni um 10,2 Prozent, nach einem Rückgang um - 5,3 Prozent im Mai.

Unter den Gütergruppen konnten die Investitionsgüterproduzenten mit einem Plus von 6,4 Prozent nach schwachem Jahresauftakt den zweiten Monat in Folge wieder spürbare Zugewinne verzeichnen. Der seit Längerem anhaltende Aufwärtstrend bei den Konsumgüterproduzenten bestätigte sich (+ 4,2 Prozent). Ein erneuter Rückgang von 2,5 Prozent war hingegen bei den Vorleistungsgütern zu verzeichnen.

Bei Betrachtung einzelner Wirtschaftszweige sticht der gewichtige Maschinenbau mit einem Auftragsplus von 12,7 Prozent hervor, gestützt vor allem durch Großaufträge aus dem Inland. Geräte zur Datenverarbeitung sowie elektronische und optische Erzeugnisse wurden ebenfalls deutlich stärker nachgefragt (+ 22,7 Prozent), gleiches gilt für Textilgüter (+ 67,9 Prozent). Zuwächse registrierten auch Kfz und Kfz-Teile (+ 3,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (+ 2,4 Prozent). Rückläufige Aufträge mussten hingegen Produzenten chemischer und pharmazeutischer Güter hinnehmen (- 3,2 bzw. - 5,3 Prozent). Stark schwankend blieb weiterhin der sonstige Fahrzeugbau (- 41,7 Prozent; Mai: + 84,7 Prozent).

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind dank kräftiger Nachfrage aus dem Inland aktuell aufwärtsgerichtet. Starke Zuwächse bei den Investitionsgüterproduzenten dürften vermutlich insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr wie auch mit Aufträgen im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität im Zusammenhang stehen. Die Nachfrage aus dem Ausland zeigt sich ungeachtet geopolitischer Konflikte bemerkenswert robust.

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[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 6. August 2026.


https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Verarbeitendes-Gewerbe/2026/20260806-entwicklung-verarbeitendes-gewerbe-juni.html