Neue Studie: Jedes siebte Unternehmen in Bayern mit Angeboten zur betrieblichen Suchtprävention – Gesundheitsministerin\Gerlach: Betriebliche Suchtprävention wichtiger als viele denken

5.8.2026 - | Bayerische Staatsregierung

Neue Studie: Jedes siebte Unternehmen in Bayern mit Angeboten zur betrieblichen Suchtprävention – GesundheitsministerinGerlach: Betriebliche Suchtprävention wichtiger als viele denken.

In jedem siebten Unternehmen in Bayern gibt es Angebote zur betrieblichen Suchtprävention. Auf dieses Ergebnis einer neuen Studie hat Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach am Mittwoch hingewiesen. Gerlach betonte: „Wer Suchtprävention am Arbeitsplatz stärkt, kann Beschäftigte wirksam schützen und Ausfälle vermeiden. Bei der Arbeit verbringen Menschen einen großen Teil ihres Lebens. Dort ist die Chance groß, sie gut mit Angeboten zur Gesundheitsförderung und (Sucht)-Prävention zu erreichen.“

Die vom Bayerischen Gesundheitsministerium geförderte und vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordinierte Studie des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie gGmbH hat rund 300 Betriebe im Freistaat zur betrieblichen Suchtprävention befragt. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Betriebsgröße: Während mehr als die Hälfte der Großunternehmen entsprechende Angebote vorhält, sind es bei den Kleinstbetrieben nur 3,4 Prozent und bei Kleinbetrieben 7,4 Prozent.

Gerlach unterstrich: „Die Zahlen machen deutlich, dass Angebote der betrieblichen Suchtprävention, insbesondere bei kleinen Unternehmen, stärker in die Fläche kommen müssen. Denn sie sind wichtiger als viele denken.“ Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 bleibt der Konsum suchtgefährdender Substanzen in Deutschland weit verbreitet. 4,2 Prozent der 18-64-Jährigen in Deutschland haben Anzeichen für eine Alkoholabhängigkeit. Auf Bayern übertragen wären das rund 130.000 Erwachsene.

Prof. Dr. Caroline HerrAmtsleiterin Gesundheit am LGL, ergänzte: „Der Konsum von suchtgefährdenden Substanzen wie zum Beispiel Alkohol gefährdet nicht nur das Wohlbefinden der Betroffenen und deren Kolleginnen und Kollegen, sondern hat in der Folge auch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit sowie auf die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens. Neben der Fürsorgepflicht des Unternehmens, liegt eine funktionierende Suchtprävention auch im eigenen Interesse des Unternehmens. Die Studie zeigt zudem, dass diese nicht immer mit hohen Kosten verbunden sein müssen. Auch Aufklärungsarbeit bzw. Aushänge mit Hilfestellen sind schon erste Schritte.“

Um Unternehmen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, haben Bayerns Gesundheitsministerium und das LGL Materialien zur betrieblichen Suchtprävention entwickelt. Eine Handreichung und ein kurzer Flyer bieten insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen praxisnahe Informationen, Handlungsempfehlungen und Orientierung bei der Entwicklung eigener Präventionsstrukturen. Handreichung und Flyer stehen unter www.bestellen.bayern.de/lgl_ges_00147 und www.bestellen.bayern.de/lgl_ges_00148 zur Verfügung.

Der Bericht zur Studie „Expertise zur Inanspruchnahme und Bedarf betrieblicher Suchtprävention in Bayern“ ist unter folgendem Link abrufbar: inifes.de/expertise-zur-inanspruchnahme-und-bedarf-betrieblicher-suchtpraevention-in-bayern/.

Darüber hinaus bietet die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) am 8. Oktober eine kostenfreie Online-Informationsveranstaltung zur betrieblichen Suchtprävention an. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.bas-muenchen.de/veranstaltung/informationsveranstaltung-betriebliche-suchtpraevention-wertvolle-investition-fuer-unternehmen-jeder-groesse-deren-beschaeftigte/.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers

https://www.bayern.de/neue-studie-jedes-siebte-unternehmen-in-bayern-mit-angeboten-zur-betrieblichen-suchtpraevention-gesundheitsministeringerlach-betriebliche-suchtpraevention-wichtiger-als-viele-denken