LR Gantner: „Unsere Alpen sind Erholungsraum, vor allem aber Arbeitsplatz und Lebensraum für Menschen und Tiere“.
Etwas mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Vorarlbergs wird alpwirtschaftlich genutzt. Die Alpung erweitert die Futtergrundlage der landwirtschaftlichen Betriebe im Tal und entlastet gleichzeitig die Heimbetriebe während der Sommermonate. Durch die Beweidung werden die Flächen offengehalten, Verbuschung und Verwaldung eingedämmt und die charakteristische Vorarlberger Berg- und Kulturlandschaft bewahrt. Offene Alpflächen, Weidetiere und bewirtschaftete Hütten prägen das Landschaftsbild. Sie sind nicht von selbst entstanden, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger landwirtschaftlicher Nutzung und täglicher Arbeit. Diese bewirtschaftete Kulturlandschaft bildet zugleich eine wesentliche Grundlage für Naherholung und Tourismus.
Weidetiere brauchen Ruhe und Abstand
Weidetiere sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, dennoch bleiben sie eigenständige Nutztiere mit natürlichen Verhaltensweisen. Sie können auf Lärm, hektische Bewegungen, unmittelbare Annäherung oder Hunde empfindlich reagieren. Besonders Mutterkühe besitzen einen ausgeprägten Schutzinstinkt gegenüber ihren Kälbern. Auch Jungtiere können neugierig und übermütig sein und sich Menschen nähern. „Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen sind keine Streicheltiere. Wer ihnen mit Ruhe begegnet, ausreichend Abstand hält und die Tiere nicht bedrängt oder füttert, schützt sich selbst und trägt zu einem sicheren Miteinander auf unseren Alpen bei“, erklärt Landesrat Gantner.
Besondere Vorsicht ist bei Wanderungen mit Hunden geboten. Weidetiere können Hunde als Bedrohung wahrnehmen, vor allem dann, wenn sich Kälber in der Herde befinden. Hunde sind deshalb an einer kurzen Leine und jederzeit unter Kontrolle zu führen. Zeigt ein Weidetier ein deutliches Abwehrverhalten auf oder kommt es zu einer kritischen Situation, sollte der Hund von der Leine gelassen werden. So kann er selbstständig ausweichen und der Mensch gerät nicht zwischen Hund und Weidetier.
10 Regeln für einen sicheren Umgang mit Weidevieh
Das Land Vorarlberg erinnert gemeinsam mit den Verantwortlichen der Alpwirtschaft an folgende Verhaltensregeln:
1. Kontakt vermeiden: Weidetiere nicht streicheln oder füttern und immer ausreichend Abstand halten.
2. Ruhig verhalten: Nicht schreien, laufen oder Tiere durch schnelle Bewegungen erschrecken.
3. Mutterkühe besonders beachten: Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Herden mit Jungtieren großräumig umgehen. Begegnungen von Mutterkühen und Hunden vermeiden.
4. Hunde kontrollieren: Hunde an der kurzen Leine führen. Bei einem unmittelbar drohenden Angriff den Hund sofort ableinen.
5. Markierte Wege nutzen: Gekennzeichnete Wander- und Radwege nicht verlassen und gesperrte Bereiche beachten.
6. Tieren ausweichen: Versperren Tiere den Weg, mit möglichst großem Abstand umgehen oder abwarten. Fahrräder gegebenenfalls schieben.
7. Ruhe bewahren: Kommen Tiere näher, nicht davonlaufen und ihnen nicht den Rücken zukehren. Ruhig ausweichen und Abstand gewinnen.
8. Warnzeichen ernst nehmen: Bei zunehmender Unruhe der Tiere die Weidefläche ruhig, aber zügig verlassen.
9. Zäune und Gatter beachten: Vorgesehene Durchgänge verwenden und Gatter nach dem Passieren zuverlässig schließen.
10. Menschen, Tiere und Natur respektieren: Den Anweisungen des Alppersonals folgen und auf die landwirtschaftliche Arbeit, Natur und Tiere Rücksicht nehmen.