Sechstklässler erleben Geschichte ihrer Stadt auf eine andere Art.
Die Klasse 6/2 des Gymnasiums Bürgerwiese hat am 24. Juni 2026 am diesjährigen Hänsch-Projekttag mit Fokus auf Architektur teilgenommen. Der Projekttag wird seit 2019 in Erinnerung an den bedeutenden Dresdner Architekten Wolfgang Hänsch durch die Landeshauptstadt Dresden organisiert und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen weiterführender Schulen. Ziel ist es, baukulturelle Themen sowie die Dresdner Stadtarchitektur mit dem Fokus auf die Ostmoderne spielerisch und anschaulich zu vermitteln.
„Wolfgang Hänsch prägte wie kein anderer die Architektur der Dresdner Nachkriegsmoderne. Seine im Stadtzentrum erhaltenen Bauwerke wie der Kulturpalast von 1969 und die unter seiner Leitung wiedererrichtete Semperoper sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Mit dem Projekttag möchten wir nicht nur an den Dresdner Architekten Wolfgang Hänsch erinnern, sondern auch Kinder für die Beschäftigung mit Architektur und kulturellem Erbe in unserer Stadt begeistern.“Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch
Gestartet am Theaterplatz begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine fotografische und zeichnerische Entdeckungstour durch die Dresdner Altstadt. Dabei erkundeten sie prägende Bauwerke Wolfgang Hänschs – darunter den Ergänzungsbau der Semperoper und den Kulturpalast – und näherten sich verschiedenen Architekturepochen durch deren Gemeinsamkeiten und Gegensätze.
Klassenlehrerin Silke Petermann„Wir freuen uns, dass wir am Hänsch-Projekttag teilnehmen können und die Kinder ihre eigene Stadt und deren Geschichte noch einmal auf eine andere Art erleben.“
Weitere Stationen führten die Klasse zur Busmannkapelle sowie zum Neumarkt mit der Frauenkirche. Den Abschluss des Tages bildete ein kreativer Workshop im Stadtmuseum Dresden, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in einem individuell gestalteten Architekturleporello als persönliches Andenken an den Projekttag festhielten.
Andreas Wohlfarth, Präsident der Architektenkammer Sachsen und Vorstand der Stiftung Sächsischer Architekten„Baukulturelle Bildung kommt in den etablierten Lehrplänen bisher praktisch nicht vor. Hier möchte der Hänsch-Projekttag ein Zeichen setzen und zumindest einer ausgelosten Schulklasse initial Architektur und Städtebau nahebringen. Er soll Interesse wecken und zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema einladen.“
Wolfgang Hänsch (1929–2013) zählt zu den prägenden Architekten Dresdens im 20. Jahrhundert und gilt als wichtiger Vertreter der Ostmoderne. Mit Bauten wie dem Kulturpalast, dem Wiederaufbau der Semperoper samt moderner Ergänzungsbauten, dem Presse- und Druckereikomplex der „Sächsischen Zeitung“ sowie der Neugestaltung des Zuschauersaals des Dresdner Schauspielhauses setzte er markante architektonische Akzente im Stadtzentrum. Seine Arbeiten stehen exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen historischer Rekonstruktion und moderner Formensprache und prägen das Dresdner Stadtbild bis heute.
Der 2019 ihm zu Ehren ins Leben gerufene Projekttag „Moderne sehen und verstehen. Auf den Spuren des Architekten Wolfgang Hänsch“ wird von der Landeshauptstadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Dresden und der Stiftung Sächsischer Architekten durchgeführt. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern die Architektur der Nachkriegsmoderne und insbesondere der Ostmoderne anschaulich zu vermitteln. Zum vollständig von der Landeshauptstadt Dresden finanzierten Projekt gehören neben einem gemeinsamen Mittagessen auch ein aufwendig gestaltetes Architekturleporello, das von den Teilnehmern im Laufe des Tages über künstlerische Aufgaben ausgestaltet und im Stadtmuseum Dresden individuell vervollständigt wird.