Minister Pistorius hat sich mit den verantwortlichen Vertretern der Industrie getroffen, um den aktuellen Sachstand im Rüstungsprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) zu erörtern.
Der wichtige Systemnachweis hat am 29. Juni in Munster begonnen. Die Stabilität und Leistung des Gesamtsystems haben sich in den letzten Monaten deutlich verbessert.
Bei der Musterintegration sind wir derzeit im Plan. Über die Musterintegrationen gewinnen wir jeweils pro Fahrzeugtyp die Blaupause für die Serieneinrüstung der komplexen Technik. Bei der Serienintegration liegen wir allerdings zurück. Die Ursachen sind sowohl industrieseitig, beispielsweise aufgrund mangelnder Materiallieferungen, als auch auf Seiten der Bundeswehr zu verorten. Die Bundeswehr ist unter anderem für den Abnahmeprozess in den Werken zuständig, hier gibt es ebenfalls Verbesserungspotential.
In dem Gespräch mit der Industrie wurde verdeutlicht, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um die aufgetretenen Rückstände bei der Serienintegration aufzuholen. Für die Umsetzung wurde ein Maßnahmenplan erarbeitet. Dieser sieht für die Bundeswehr vor, dass mehr Personal für die Güteprüfung eingesetzt werden wird und auch der Prozess für die Fahrzeugabnahme optimiert werden muss. Mit der Industrie wurde vereinbart, dass über die bereits ergriffenen Maßnahmen hinaus weitere Vorschläge erarbeitet werden sollen, wie die Rückstände aufgeholt werden können. Dies auch mit Blick auf steigende Umrüstzahlen.
Die Industrie hat erneut versichert, dass 2.700 Fahrzeuge in 2026 eingerüstet werden. Ziel ist und bleibt die digitale Einsatzbereitschaft der Panzergrenadierbrigade 37 zum Jahresende sowie der Panzerbrigade 45 in Litauen bis Mitte 2027.
Für den Aufwuchs der Bundeswehr werden in den kommenden Jahren die Fahrzeugflotten der Gefechtsfahrzeuge und auch der Logistik stark anwachsen, bei manchen Typen im vierstelligen Bereich. Diese Neuplattformen müssen alle in das neue digitale Funk- und Führungssystem integriert und darüber hinaus auch die anwachsende Truppe mit neuen digitalen Handfunkgeräten ausgerüstet werden.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat hierfür in der vergangenen Woche den 7. Änderungsvertrag im Programm D-LBO gebilligt, um Liefermengen und -kadenz der Führungsfunkgeräte des bestehenden Vertrages zu erhöhen. Es sind knapp 32.000 zusätzliche Führungsfunkgeräte in verschiedenen Ausführungen geplant.
Der Änderungsvertrag beinhaltet zudem zusätzliche Handfunkgeräte für den digitalen Mischbetrieb. Der Mischbetrieb hat für die Ausstattung der Landstreitkräfte mit D-LBO eine herausgehobene Bedeutung, da die Umrüstung der mehr als zehntausend Plattformen in einem Schritt nicht möglich ist. Es gibt Fahrzeuge, die bereits umgerüstet sind, Fahrzeuge, deren Umrüstung noch folgt und Fahrzeuge, die nicht mehr umgerüstet werden, z.B. aufgrund geringer Stückzahlen oder wegen baldigem Nutzungsende. Die Landstreitkräfte müssen aber im Verbund führungsfähig und einsatzbereit sein und vernetzt miteinander funken sowie Daten austauschen können.
Bei D-LBO werden aktuell mehr als 10.000 Fahrzeuge der sogenannten Division 2025 mit modernster digitaler Funktechnik ausgestattet. Das Führungsfunksystem gewährleistet einen sicheren Informationsaustausch, auch in einem gestörten elektromagnetischen Umfeld. Zudem ermöglicht es eine durchgängige, verschlüsselte Kommunikation.
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