Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Mai spürbar gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zu und liegt damit in kalenderbereinigter Betrachtung wieder auf Vorjahresniveau.[1] Im Dreimonatsvergleich fällt die Ausbringung saisonbereinigt in etwa so hoch aus wie im Vorzeitraum (+ 0,1 Prozent). Die während der Wintermonate beobachteten Produktionsrückgänge konnten somit nahezu aufgeholt werden.
Nachdem im bisherigen Jahresverlauf vor allem von der Energie- und Bauproduktion positive Impulse ausgingen, legte im Mai auch die Industrieproduktion wieder zu (+ 0,8 Prozent). Allerdings fällt der Ausstoß von Industriegütern weiterhin deutlich geringer aus als im Vorjahr (- 1,0 Prozent). Das Baugewerbe verzeichnete gegenüber April ein Plus von 0,9 Prozent und bewegte sich damit um 3,5 Prozent oberhalb der Ausbringungsmenge des Vorjahres. Auch die Energieproduktion expandierte im Mai um 0,8 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau (+ 2,0 Prozent).
Innerhalb der industriellen Gütergruppen war bei den Vorleistungsgütern ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat zu beobachten (- 0,4 Prozent). Die Produzenten von Investitions- (+ 1,3 Prozent) und Konsumgütern (+ 1,2 Prozent) meldeten hingegen eine deutlich höhere Ausbringung. Die Investitionsgüterproduktion wurde damit erstmals in diesem Jahr ausgeweitet, liegt jedoch weiter deutlich unter ihrem Vorjahreswert (- 2,7 Prozent).
Der Produktionszuwachs im Baugewerbe wurde im Mai vom Ausbaugewerbe getragen (+ 1,5 Prozent). Der Hochbau entwickelte sich weiterhin schwach (- 0,4 Prozent), der Tiefbau erlebte nach kräftigen Anstiegen aufgrund witterungsbedingter Nachholeffekte in den beiden Vormonaten im Mai einen Rücksetzer (- 1,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich liegt das Produktionsniveau im Tiefbau jedoch weiter deutlich im Plus (+ 4,6 Prozent).
Die einzelnen industriellen Wirtschaftszweige entwickelten sich unterschiedlich: Während die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+ 3,6 Prozent), Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+ 2,3 Prozent), Metallerzeugnissen (+ 1,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (+ 1,0 Prozent) deutlich erhöht wurde, war die Ausbringung im sonstigen Fahrzeugbau (- 4,0 Prozent), von elektrischen Ausrüstungen (- 1,4 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (- 0,5 Prozent) und im Maschinenbau (- 0,5 Prozent) rückläufig.
In den energieintensiven Industrien setzte sich der seit Jahresbeginn beobachtete Aufwärtstrend mit abgeschwächter Dynamik fort (+ 0,2 Prozent) und übertraf das Vorjahresniveau damit um knapp drei Prozent.
Die im Mai leicht aufwärtsgerichtete Produktion im Produzierenden Gewerbe wird insbesondere von der positiven Entwicklung im Baugewerbe und im Energiebereich getragen. Die Industrieproduktion fasste zuletzt zwar wieder etwas Tritt, sie ist jedoch weiterhin von sektoralen Unterschieden und starken Schwankungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen geprägt. Auch wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt wieder angelaufen ist, bleibt die Unsicherheit bezüglich einer Normalisierung der Handelsaktivitäten hoch. Vor dem Hintergrund nach wie vor volatiler Auftragseingänge und anhaltender Lieferkettenstörungen ist eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur derzeit noch nicht absehbar.
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[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. Juli 2026.