Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach hat am Montag den Startschuss für die Forschungsinitiative Pflegetechnik (FiPtec) am Bayerischen Zentrum Pflege Digital an der Hochschule Kempten gegeben. Die Ministerin betonte: „Mit FiPtec startet eine umfassende Forschungsoffensive für mehr Digitalisierung in der Pflege. Damit schaffen wir eine bayernweite Plattform, die Wissen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen bündelt und in die Praxis bringt.“
Gerlach ergänzte: „Die Initiative wird von Bayerns Gesundheitsministerium mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert und ist Teil der HighCare Agenda der Bayerischen Staatsregierung. Im Rahmen der HighCare Agenda investieren wir bis 2028 rund 31 Millionen Euro in Digitalisierung und neue Technologien in der Pflege.“
Die Ministerin erläuterte: „Neben der Umsetzung eigener Forschungsprojekte dient die FiPtec vor allem auch als Netzwerk, innerhalb dessen sich Hochschulen über aktuelle Forschungsergebnisse besser austauschen können. Beteiligt sind alle relevanten bayerischen Hochschulen und Universitäten mit einem Pflegeschwerpunkt. Ziel ist es, innovative Forschungsprojekte leichter in die Pflegepraxis zu übertragen.“
Konkret werden dabei Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft, der Pflegeethik und der Technologieentwicklung berücksichtigt. Die Ergebnisse sollen sowohl in der stationären Langzeitpflege als auch in der ambulanten Pflege Anwendung finden.
Gerlach unterstrich: „Im Fokus steht vor allem die Frage, welche neuen Technologien tatsächlich für die Praxis sinnvoll nutzbar sind, um die Pflege von morgen menschlicher und zukunftsfester zu gestalten. Es geht nicht darum, was technisch möglich ist. Denn nur was von Pflegenden und Pflegebedürftigen als Mehrwert empfunden wird, kann es von der Forschung in den Pflegealltag schaffen. Digitalisierung in der Pflege muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt!“
Die Ministerin ergänzte: „Dieser enge Schulterschluss zwischen Forschung und Anwendung ist ein wesentliches Merkmal unserer HighCare Agenda. Auch das bereits bestehende Kompetenzcluster für innovative Pflege (KiPf) verfolgt dieses Ziel. Die FiPtec unterstützt diese Transferarbeit nun zusätzlich. Damit investieren wir nicht nur in die Forschung, sondern vor allem in die Zukunft der Pflege in Bayern.“ Das KiPf ist ebenfalls Teil der High Care Agenda und wird vom Bayerischen Gesundheitsministerium mit rund 4,4 Millionen Euro gefördert.
Die Arbeit der FiPtec erfolgt in vier interdisziplinären Arbeitsgemeinschaften, in die zahlreiche Personen aus Forschung und Pflegepraxis ihre Expertise einbringen. Gerlach betonte: „Ich lade alle interessierten Praktikerinnen und Praktiker, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, Post-Docs oder Promovierenden, die sich mit Pflegetechnologien beschäftigen, dazu ein, sich in der FiPtec einzubringen! Nur wenn wir die Pflege gemeinsam mit allen Beteiligten neu und weiter denken, kann die digitale Transformation gelingen. Das entspricht auch dem Charakter der HighCare Agenda als Mitmach-Initiative!“
Die Initiative ist am Bayerischen Zentrum Pflege Digital (BZPD) angesiedelt – ein Forschungsinstitut der Hochschule Kempten, das sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Impulsgeber für die digitale Pflegeforschung entwickelt hat.