Auftakt zur Weiterentwicklung der Wildökologischen Raumplanung.
Hohenems (VLK) – Die Wildökologische Raumplanung (WÖRP), ein zentrales Instrument im Vorarlberger Wildmanagement, wird unter der Leitung der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) in einem zweijährigen Prozess evaluiert und weiterentwickelt. Ziel ist es, das Wildmanagement an aktuelle Gegebenheiten und Entwicklungen – das sich ändernde Klima, das Auftreten von TBC sowie großer Beutegreifer wie Wolf und Bär, rasante technologisch Entwicklungen – anzupassen. Die WÖRP hat auf die verfügbaren Lebensräume sowie auf die Bedürfnisse von Natur und Mensch abgestimmte Rotwildbestände zum Ziel. „Die wildökologische und jagdstrategische Ausrichtung des Landes muss sich an veränderte Gegebenheiten anpassen und zukunftstauglich weiterentwickeln. Deshalb starten wir die Evaluierung der Wildökologischen Raumplanung gemeinsam mit Wissenschaft und Praxis“, so Landesrat Christian Gantner.
Die WÖRP wurde ursprünglich in den 1980er-Jahren als Reaktion auf das damals eintretende „Waldsterben“ entwickelt. Die konsequente Umsetzung wurde zu einer Erfolgsgeschichte, führte zur Entschärfung von Interessenkonflikten und ermöglichte die Linderung der Probleme. Die letzte Evaluierung der WÖRP geschah in den Jahren 2003 bis 2005.
Bei der Auftaktveranstaltung am Montag, 29. Juni, im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum (BSBZ) Landwirtschaftsschulen Vorarlberg unterstrich Landesrat Gantner die Bedeutung eines wissenschaftlich fundierten Wildmanagements, das alle betroffenen Interessengruppen – Jagd, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Veterinärwesen – einbindet: „Eine Wildökologische Raumplanung, die auch künftig den Herausforderungen gerecht werden soll, lebt davon, die vielfältigen Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen. So entsteht eine gemeinsam erarbeitete nachhaltige Lösung, die dann auch von allen Beteiligten getragen wird.“
Zum Start des Evaluierungsprozesses fanden die anwesenden Fachleute, PraktikerInnen, InteressenvertreterInnen und politischen VertreterInnen in Fachvorträgen und Workshops die Gelegenheit, die Zielsetzungen und die dafür notwendigen Veränderungen zu diskutieren. Die vielschichtigen Einblicke in die Zustände der Vorarlberger Naturräume bieten eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung wissenschaftlicher Empfehlungen durch die Universität für Bodenkultur Wien.
https://presse.vorarlberg.at/land/public/Wildmanagement-mit-Fokus-auf-die-Erfordernisse-der-Zeit