Infektionsrisiko beim Bornavirus trotz leichten Anstiegs der Fälle weiterhin gering – Austausch zwischen Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach und der Taskforce Infektiologie des LGL

2.7.2026 - | Bayerische Staatsregierung

Das Risiko einer Infektion mit dem gefährlichen Bornavirus ist in Bayern trotz eines leichten Anstiegs der Fallzahlen weiterhin gering. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Donnerstag anlässlich eines Gesprächs mit der Taskforce Infektiologie (TFI) des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hingewiesen. Gerlach betonte: „Es ist aber wichtig, dass die Menschen wissen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Deshalb informiert das LGL gemeinsam mit Gesundheitsämtern und Landkreisen über geeignete Maßnahmen.“

In diesem Jahr wurden bislang fünf Bornavirus-Fälle in Bayern registriert – das sind drei mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Im gesamten Meldejahr 2025 waren es bayernweit fünf Erkrankungsfälle, im Meldejahr 2024 nur zwei. Ein Trend lässt sich daraus aber bislang nicht ableiten.

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) führt zu einer schweren Gehirnentzündung (Enzephalitis). Alle fünf bayerischen Betroffenen aus dem Jahr 2026 starben infolge der Erkrankung.

LGL-Präsident Prof. Dr. Christian Weidner ergänzte: „Eine spezifische Therapie für BoDV-1-Infektionen oder einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Die Behandlung besteht entsprechend weiterhin im Wesentlichen aus unterstützenden Maßnahmen mit intensivmedizinischer Betreuung der Patientinnen und Patienten.“

Weidner fügte hinzu: „Um mehr über die Borna’sche Krankheit beim Menschen herauszufinden, wird seit dem Jahr 2023 im Rahmen des Zoonotic Bornavirus Focalpoint Bavaria (ZooBoFo) zum Thema Bornavirus-Infektionen geforscht. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt von LGL, Friedrich-Loeffler-Institut sowie den Universitätskliniken Regensburg und Augsburg/Ulm. Ziel ist unter anderem, den Übertragungsweg von BoDV-1 auf den Menschen einzugrenzen sowie weitere Erkenntnisse zum Verlauf der Infektion bei Tier und Mensch und zu den Eigenschaften des Virus zu gewinnen.“

Nach aktuellem Kenntnisstand erfolgt eine Ansteckung vor allem über den Kontakt zu Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen. Empfohlen werden folgende Vorsichtsmaßnahmen:

 

Hintergrund: Was ist das Bornavirus?
Beim Borna Disease Virus 1 (BoDV-1, umgangssprachlich als „Bornavirus“ bezeichnet) handelt es sich um den Erreger der Borna’schen Krankheit, die seit mehr als 250 Jahren als Tierseuche bekannt ist. Im Jahr 2018 wurde BoDV-1 erstmalig als Ursache schwerer Gehirnentzündungen (Enzephalitiden) beim Menschen identifiziert. Infektionen beim Menschen sind sehr selten und wurden bislang überwiegend in ländlich geprägten Regionen nachgewiesen.

Das Virus kommt vor allem in Bayern und weiteren Teilen Süd- und Ostdeutschlands vor, sowie auch in kleinen Teilen der Schweiz, Österreichs sowie in Liechtenstein. Als natürliches Reservoir gilt die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), die selbst nicht infolge einer BoDV-1-Infektion erkrankt. Infizierte Feldspitzmäuse scheiden das Virus aber u. a. über Urin, Kot, Speichel und die Haut aus. Spitzmäuse sind meist kleiner als Hausmäuse und an ihrer langen, spitz zulaufenden Schnauze und den im Vergleich zu anderen Mäusen deutlich kleineren Augen und Ohren gut erkennbar.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des LGL: www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borna/doc/flyer_informationen_infektionen_BoDV1.pdf.

 

Hinweise zur sicheren Entsorgung finden Sie hier: www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borna/doc/infoblatt_entsorgung_tote_kleinsaeuger_final.pdf.

Weiterführende Informationen zum Thema Bornavirus-Infektionen sind darüber hinaus auf den Seiten den LGL zu finden unter www.lgl.bayern.de/bornavirus.

Eine BoDV-1-Verbreitungskarte findet sich auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts unter www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/bornaviren/.

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers


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